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Rücktritt: Dennis hat seine Meinung geändert

28. August 2008 - 13:34 Uhr

Eigentlich wollte Ron Dennis Ende 2007 als Teamchef zurücktreten, doch aufgrund verschiedener Umstände hat er seine Meinung geändert

Martin Whitmarsh und Ron Dennis
Martin Whitmarsh und McLaren-Boss Ron Dennis sind ein gutes Team
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Im April 2007 kündigte Ron Dennis in einem Interview mit 'F1 Racing' seinen Rücktritt als McLaren-Teamchef per Jahresende 2007 an. Der Brite wollte sich aus dem Tagesgeschäft zurückziehen und nur noch in seiner Funktion als Vorsitzender und Teilhaber des Formel-1-Teams beziehungsweise der McLaren-Gruppe an Bord bleiben.

Martin Whitmarsh, seit Jahren Dennis' rechte Hand in Woking, scharrte schon in den Startlöchern, doch 16 Monate später hat sich an der Führungsspitze des britischen Rennstalls noch immer nichts geändert. Dennis hält es nämlich ganz mit dem berühmten Ökonomen John Maynard Keynes: "Wenn sich die Situation verändert, dann ändere ich meine Meinung." Und so kam es, dass er vom angekündigten Rücktritt zurücktrat.

Rücktritt war beschlossene Sache

Dennis gibt jedoch zu, dass er sich ursprünglich sehr wohl zurückziehen wollte: "Ich habe bereits öffentlich gesagt, dass ich mich Anfang 2007 innerlich entschieden hatte, am Jahresende zurückzutreten und nur noch als Vorsitzender der McLaren-Gruppe zu wirken. Die Rolle des CEOs der McLaren-Gruppe hätte ich an Martin Whitmarsh abgegeben, der derzeit COO der McLaren-Gruppe ist", so der 61-Jährige gegenüber 'formula1.com'.

Doch dann kam alles anders: Erst kam die Spionageaffäre ans Licht, dann machte der "Krieg der Sterne" zwischen Fernando Alonso und Lewis Hamilton Dennis' Nervenkostüm zu schaffen - unvergessen, wie er nach dem Sieg in Monza in den Armen seiner Ehefrau Lisa in Tränen ausbrach. Es war die letzte öffentliche Liebesbekundung der Dennis-Familie, denn ein paar Monate später ließen sich die beiden scheiden.

War die Scheidung ein Entscheidungsfaktor?

Zwar zeigte sich der "Mister McLaren" kürzlich in Magny-Cours gemeinsam mit seiner Tochter, doch dass ihn ein Leben ohne Formel 1 mangels einer gefestigten Familie nicht mehr ausfüllen würde, liegt auf der Hand. Insofern ist anzunehmen, dass er wohl noch einige Jahre Teamchef bleiben wird, auch wenn die Nachfolge längst geregelt ist. Kollege Whitmarsh hatte in den vergangenen Jahren jedenfalls genug Zeit, sein Handwerk zu erlernen.

"Das Senior-Management der McLaren-Gruppe ist höchst beeindruckend", gab Dennis abschließend zu Protokoll, "und ich habe absolutes Vertrauen in seine Fähigkeit, die McLaren-Gruppe und all ihre Teilhaber in der nächsten Generation auf noch aufregendere Weiden zu führen. Ich habe schon oft gesagt, dass ich mich nur als Verantwortlicher für ein Kapitel des McLaren-Buchs sehe, aber nicht als das Buch selbst."

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