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McLaren-Mercedes bleibt bei Gleichberechtigung

28. August 2008 - 11:26 Uhr

Teamchef Ron Dennis denkt nicht an eine Stallorder und macht sich keine Sorgen darüber, dass Lewis Hamilton abgelenkt werden könnte

Lewis Hamilton und Ron Dennis
Lewis Hamilton gilt als Ron Dennis' Liebkind, ist aber keine Nummer eins
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Während es bei Ferrari mit Michael Schumacher jahrelang eine klare Nummer eins gegeben hat, setzt McLaren-Mercedes unverändert auf die Philosophie der Gleichberechtigung zwischen den beiden Fahrern. Daran ändert sich auch 2008 nichts, obwohl Lewis Hamilton sechs Rennen vor Schluss bereits 27 Punkte Vorsprung auf Heikki Kovalainen hat.

"Wir wollen immer die zwei besten verfügbaren Fahrer haben und wir wollen ihnen immer die gleichen Möglichkeiten geben, Grands Prix und Weltmeisterschaften zu gewinnen", erklärte Teamchef Ron Dennis gegenüber 'formula1.com'. "Manchmal wurde diese Philosophie von Leuten kritisiert, die glauben, dass eine Strategie mit einer Nummer eins und einer Nummer zwei, die die Nummer eins unterstützt, besser ist - egal ob mit oder ohne Stallorder."

Dennis bleibt dabei: Keine Stallorder

"Wir akzeptieren das nicht. Wir existieren, um zu gewinnen."
Ron Dennis

Von diesen Kritikern lässt sich Dennis jedoch nicht beeinflussen: "Wir akzeptieren das nicht. Wir existieren, um zu gewinnen - und all unsere Angestellten, die Fahrer eingeschlossen, tragen das mit", so der Brite. Wirklich, Ron? Zumindest in der Vergangenheit war das nicht immer der Fall, denn Fernando Alonso kam 2007 im Glauben zu den Silberpfeilen, man würde ihn als Nummer eins behandeln. Als das nicht der Fall war, eskalierte sein Verhältnis zum Team.

Doch genau wie der Spionagestreit mit Ferrari scheint Dennis auch Alonsos Eskapaden vergeben und vergessen zu haben: "Fernando hat im Vorjahr viele Dinge gesagt, genau wie viele andere Leute. Die meisten Dinge wurden in der Hitze des Gefechts geäußert. Das lässt sich nicht vermeiden, that's Racing", teilte der 61-Jährige mit und räumte ein: "Man lernt in diesem Sport nie aus. Das trifft auf alle zu, auch auf mich."

Es ist kein Geheimnis, dass Hamilton für Dennis so etwas wie ein Ziehsohn ist, weshalb es jeder andere Fahrer an der Seite des amtierenden Vizeweltmeisters schwer hat. Doch Hamilton entspricht nicht mehr ganz dem Prototypen des perfekten Rennfahrers, den McLaren heranziehen wollte, hat inzwischen einen Popstar als Freundin und taucht fast so oft in den Boulevard- wie in den Sportteilen der britischen Zeitungen auf.

McLaren kann mit Hamilton umgehen

"Lewis ist ein gut erzogenes Individuum, bodenständig und intelligent."
Ron Dennis

"Lewis", winkte Dennis ab, "ist ein gut erzogenes Individuum, bodenständig und intelligent. Sein Vater Anthony ist auch sein Manager und beide gehören schon seit langer Zeit zur McLaren-Familie. Lewis' weltweiter Appeal wird immer größer, aber er bleibt dennoch genauso freundlich und unauffällig wie immer." Sorgen, dass sein Schützling durch diverse Society-Events vom Wesentlichen abgelenkt werden könnte, müsse man sich also nicht machen.

Außerdem sei McLaren das Team, das am besten mit jungen Fahrern umgehen kann: "Ich glaube, dass kein anderes Team die Infrastruktur hat, um den Fahrern so viel Unterstützung zukommen zu lassen wie McLaren-Mercedes, und zwar in verschiedenen Bereichen. Das schließt die Bereiche Sport, Fitness, Marketing und Kommunikation ein, ebenso wie natürlich auch kommerzielle und viele andere Belange", so Dennis abschließend.

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