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Formel 1: Marketing und Techniktransfer

12. August 2008 - 17:27 Uhr

Die Formel 1 hat als Technologieschmiede nur noch bedingt eine Vorreiterrolle inne, dennoch finden manche Ideen den Weg in die Serienproduktion

Nick Heidfeld
Formel 1: Teure Prozession oder Investition in die Serienproduktion?
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Man kann sich angesichts des Erscheinungsbildes eines modernen Formel-1-Wagens nur bedingt vorstellen, wie sich die Technik aus dem Motorsport in herkömmliche Straßenwagen übertragen lässt. Dennoch beteuern die Hersteller immer wieder, wichtige Synergie-Effekte zwischen Rennstrecke und Landstraße erkennen und vor allem nutzen zu können. BMW bildet in diesem Bereich keine Ausnahme, war doch der Techniktransfer eine Bedingung, um überhaupt den Einstieg in die Formel 1 zu vollziehen.

"Die Marschrichtung war von vorn herein klar: Das darf nicht nur ein Marketing-Projekt werden, sondern die Formel 1 muss uns auch technisch weiterbringen", sagte BMW Motorsport Direktor Mario Theissen dem 'Spiegel'. Sicherlich kommen die Formel-1-Ingenieure im Laufe einer Saison auf blendende Ideen, aber ob sich diese auch für den Ottonormalverbraucher umsetzen lassen?

Bei BMW scheint dies der Fall zu sein, denn die Übergänge von Motorsportabteilung und Straßenwagenproduktion sind fließend: "Bei uns findet ein reger Austausch statt. Wichtige Entwicklungs- und Fertigungsbereiche sind direkt in den jeweiligen Werken integriert", erläuterte Theissen weiter.

2009 wartet die Formel 1 allerdings mit einem Thema auf, das durchaus seinen Weg in die Serie finden könnte: KERS. Das Energierückgewinnungssystem soll die Rennserie wieder mehr in das Licht rücken, dass die Investitionen der Hersteller nicht einfach sinnlos verpulvert werden sondern tatsächlich dem technologischen Fortschritt dienen.

"Das bringt uns auf der Geraden einen Vorteil von 20 bis 25 Meter", beschreibt Theissen die Auswirkungen von KERS - was angesichts der hohen Kosten in der Formel 1 eigentlich eher wie ein Tropfen auf dem heißen Stein klingt. Aber: Es ist immerhin ein Anfang, der Formel 1 zumindest einen nutzbringenden Effekt abzugewinnen.

"Diese Technologie könnte ich mir auch bei uns gut vorstellen", meinte Alfred Biermann, der für die Entwicklung der M-Modelle von BMW verantwortlich zeichnet. "Selbst wenn wir beim Gewicht nicht auf Anhieb unter 40 Kilogramm kommen sollten und auch wenn wir keine so hohe Leistungsdichte erreichen können, wird der Hybridantrieb dennoch auch für uns zum Thema. Dampf kann man schließlich nie genug haben."

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