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Wurz: "Hungaroring ist super-cool"

31. Juli 2008 - 17:52 Uhr

Honda-Testpilot Alexander Wurz beschreibt eine schnelle Runde auf dem Hungaroring: "Man bezahlt für kleinste Fehler"

Alexander Wurz
Alexander Wurz mag den Hungaroring auch ohne Überholchancen gern
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Der Hungaroring hat in der Öffentlichkeit einen deutlich schlechteren Ruf als bei den Formel-1-Piloten. Steht der Kurs nahe Budapest für mangelnde Überholmanöver und daher für wenig Spektakel für die Fernsehzuschauer, so hat die Piste für die Fahrer ganz besondere Reizpunkte und Herausforderungen parat. "Der Grand Prix in Ungarn ist immer ein Genuss, weil Budapest eine tolle Stadt ist und der Hungaroring eine super-coole Strecke", fasste Honda-Edeltester Alexander Wurz zusammen.

"Es gibt keine richtige Gerade und viele Kurven sind miteinander verknüpft. Wenn du also in einer Kurve einen Fehler machst, dann zahlst du noch drei Ecken später dafür", erklärte der 34-Jährige. "Die Strecke sammelt immer mehr Gummi auf und im Rennen kannst du dann bis zu fünf Sekunden schneller fahren als im Training am Freitagmorgen. Wenn man das mit der Hitze kombiniert, dann wird es für Fahrer hart. Die Veränderungen des Griplevels machen auch Setup-Vergleiche ganz schwierig, aber das gehört eben dazu."

Die Höchstgeschwindigkeit erreicht man auf dem Hungaroring auf der nicht allzu langen Start-Ziel-Geraden. "Man bremst die erste Kurve von 290 km/h an und schaltet in den zweiten Gang herunter. Dann beschleunigst du heraus und bremst nach einem kleinen Knick für Kurve zwei an - eine lange Linkskurve. Man fährt die - je nach Übersetzung - im zweiten oder dritten Gang. Im Eingang ist die Ecke recht holprig. Man muss also aufpassen, dass man nicht ein Rad blockiert. Am Ende musst du kompromisslos heraus beschleunigen, sodass du für die Vollgaskurve danach möglichst viel Speed mitnimmst, danach kommt eine kurze Gerade."

Hungaroring
Der Hungaoring ist seit dem Bau 1986 Austragungsort des Grand Prix
© xpb.cc

"Kurve vier ist eine schnelle Linksecke, die wir im fünften Gang nehmen. Man fährt dort blind herein, der Ausgang ist sehr eng. Man kann dort leicht einen Fehler machen. Wenn du einen guten Rhythmus hast, dann kannst du dort viel Tempo mit hindurch nehmen und viel Zeit gutmachen. Normalerweise kann man in schnellen Ecken nicht viel holen, aber diese Ecke bestraft alle, die nicht eins sind mit ihrem Auto."

"Kurve fünf liebe ich, weil man sie fahren kann wie mit dem Kart. Du bremst, schmeißt das Auto rein, dann rutschst du über alle vier Räder und sobald du ganz leichte Bodenwellen spürst, steigst du voll aufs Gas. Das ist wirklich aufregend, weil du diesen Slide über alle vier Räder bis zum Ausgang durchziehst. Dann kommst du zu den Kurven sechs und sieben, die eine Schikane ergeben. Du fährst rechts über den Randstein, aber darfst den links nicht berühren, weil sich das Auto zum Beschleunigen wieder setzen muss."

"Vor den Kurven acht und neun kommt dann eine kurze Gerade. Wenn dein Auto auf der Vorderachse stabil ist, kannst du viel Tempo mit durch Kurve acht nehmen, eine Linkskurve im vierten Gang. Man muss am Ende weit links bleiben, um auf einer guten Linie für die nächste Ecke zu sein. Kurve neun ist eine rutschige Rechts. Wenn du dort zu schnell vom Gas gehst, dann kann dir das Heck plötzlich weggehen. Wenn du zu vorsichtig bist, dann bekommst du Untersteuern. Das ist knifflig."

"Kurve zehn ist ein Vollgas-Linksknick. Danach geht es in eine schnelle Rechtskurve. Die fahren wir im dritten Gang und gehen Mitte der Kurve voll aufs Gas und regulieren das Heck mit dem Gaspedal. Dann kann man kurz mal voll beschleunigen, bevor es in die letzte Ecke geht. Da ist es rutschig und wellig am Eingang, aber mittendrin wechselt der Asphalt. Das ist genau der Punkt, wo du das Pedal bis auf das Bodenblech durchtreten kannst. Man kann an der Stelle noch nicht den Kurvenausgang sehen, aber es geht dennoch. Dann ist man wieder auf der Start-Ziel-Geraden und es geht von vorn los."

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