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Teams sprechen sich gegen mehr Rennen aus
Mehr Rennen bringen mehr Geld, belasten aber auch die Menschen stärker - Teamchefs sehen derzeit mehr Nach- als Vorteile
(Motorsport-Total.com) - Zum zweiten Mal nach 2005 wird die Formel-1-Weltmeisterschaft 2009 in 19 Rennen entschieden. Das bedeutet zwar einerseits mehr Geld im großen Einnahmentopf von Bernie Ecclestone, andererseits aber auch wesentlich höhere Belastungen für die Rennteams. Daher stehen viele der Aufstockung des Kalenders skeptisch gegenüber.
Das Schwert ist zweischneidig: Natürlich bedeutet die zusätzliche Veranstaltung in Abu Dhabi zusätzliche Einnahmen für die Formel 1, von denen zu 50 Prozent auch die zehn Teams profitieren, doch Ron Dennis und Co. machen sich gleichzeitig auch Sorgen um die Belastbarkeit ihrer Mechaniker und sonstigen Mitarbeiter, die ihre Familien ohnehin schon kaum sehen und in Zukunft noch weniger Freizeit haben werden.
Maximum von 20 Rennen?
McLaren-Geschäftsführer Martin Whitmarsh plädiert grundsätzlich für mehr Rennen ("Uns muss bewusst sein, dass wir im Eintertainmentbusiness arbeiten"), sieht jedoch auch das Ende der Fahnenstange langsam näher kommen: "Ich denke, es gibt einen Sättigungspunkt, den wir im Moment bei ungefähr 20 Rennen erreichen würden. Nächstes Jahr werden wir 19 haben", erklärte er heute im Rahmen der FIA-Pressekonferenz.
Doch es ist nicht unbedingt die schiere Anzahl der Grand-Prix-Veranstaltungen, die den Teamchefs Sorgen bereitet, sondern es geht vor allem auch darum, der Globalisierung Herr zu werden - neue Rennen fernab von Europa mögen zwar kommerziell sinnvoll sein, bedeuten aber mehr Reisetage und einen viel höheren logistischen Aufwand. Insofern denken viele schon darüber nach, eine zweite Mechanikercrew unter Vertrag zu nehmen.
"Ich glaube", bestätigte Frank Williams, "dass wir mehr Mechaniker brauchen werden. Diese sind natürlich teuer, auch wenn wir dadurch mehr weltweite Präsenz haben. Für die Mitarbeiter ist es hart. Mehr Rennen bringen für den Kontoauszug etwas, aber nicht so viel, wie man vielleicht glauben könnte. Ron Dennis hat Bernie einmal ins Gesicht gesagt: 'Je mehr Rennen wir fahren, desto mehr Geld verlieren wir.'"
Brawn fordert Beibehaltung der Sommerpause
Inzwischen ist es zwar so, dass mehr Rennen sehr wohl mehr Einnahmen bedeuten, aber diese werden zum Teil durch die höheren Kosten kompensiert - und die Belastbarkeit der Menschen lässt sich bekanntlich nicht in Bilanzen festmachen. Zumindest hat es bisher immer eine dreiwöchige Sommerpause mit Testverbot im August gegeben, in der alle einmal einen Gang zurückschalten konnten, aber auch diese soll gestrichen werden.
Das versteht Ross Brawn überhaupt nicht: "Die August-Pause wurde zur Erholung inmitten einer harten Saison eingeführt. Jetzt haben wir mehr Rennen, aber keine Pause mehr. Also brauchen wir Reservecrews, die übernehmen können, damit sich die anderen Jungs erholen können. Diese Diskussion hatten wir schon einmal. Wir sind damals zu einem Schluss gekommen - und der scheint jetzt wieder vergessen zu sein. Das finde ich schade", unkte der Honda-Teamchef.










