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Piquet Jr.: "Ich will mehr"

24. Juli 2008 - 14:48 Uhr

Nelson Piquet Jr. ist nach seinem zweiten Platz in Hockenheim zur Testarbeit in Jerez übergegangen: "Du wachst Montags auf und es hat sich nichts geändert"

Nelson Piquet Jr.
Nelson Piquet Jr. bei den Testfahrten im andalusischen Jerez
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Nelson Piquet Jr. durfte genau einen Abend lang feiern, danach holte ihn der Alltag schnell wieder ein. Der brasilianische Renault-Pilot war am Sonntag in Hockenheim überraschend auf Platz zwei gefahren und durfte somit die erste Formel-1-Podiumsplatzierung seiner Karriere genießen. Aber bereits einen Tag später war die Realität zurück: Koffer packen, nach Jerez fliegen und ab Mittwoch den Testbetrieb fortführen.

"Es fühlt sich normal an, wie jeder andere Testtag auch", sagte Piquet Jr. wenig euphorisch im Interview mit 'autosport.com'. Die äußerten Umstände in Jerez haben ihm das Leben nicht eben einfacher gemacht. Große Hitze sorgte für eine geringe Haltbarkeit der Reifen. Die so wichtigen Longruns waren mit dem Renault R28 kaum möglich. Der fantastische Erfolg vom vergangenen Wochenende gerät unter solchen Bedingungen schnell in Vergessenheit. "Sonntag war gut, aber Montags wirst du wach und es hat sich nichts geändert."

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Der 22-Jährige weiß genau, dass der Podestplatz nicht einem starken Fahrzeug, sondern vielmehr guter Strategie, Glück und fahrerischer Konstanz zu verdanken war. "Aber es ist toll, in meinem Rookie-Jahr auf dem Podium zu stehen. Das haben nicht viele Fahrer geschafft. Jetzt will ich mehr. Ich glaube auch, dass wir mehr erreichen können und das ist gut. Am Ende zählen sowieso nur die Punkte und Podestplätze. Ob du im Rennen Pech oder Glück hattest, interessiert niemanden mehr. Die Leute schauen nur auf Zahlen. So gesehen war es gut."

Wie gehabt: Pilot lernt etwas, Auto lahmt etwas

Nelson Piquet Jr.
Das süße Leben: Nelson Piquet Jr. genießt den Podestplatz in Hockenheim
© xpb.cc

Piquet Jr. war nach mäßigen Ergebnissen in der ersten Saisonphase in Kritik geraten, manche sprachen sogar schon von einer vorzeitigen Ablösung. "Ich habe am Sonntag nichts anders gemacht als sonst. Ich hatte eben etwas Glück, ein gutes Auto und die Bedingungen waren okay. Das wird nicht viel ändern. Alle Leute, die mich kennen, werden mich nach dem Podium nicht anders behandeln. Ich bin nicht plötzlich ein grandioser Fahrer geworden. In lerne noch von Rennen zu Rennen."

Er sei erstaunt gewesen, wie gut der Renault im letzten Stint lief. Piquet Jr. hatte den Ferrari von Felipe Massa kontrolliert auf Distanz halten können und das Rennen nervenstark zu Ende gefahren. "Im nächsten Rennen erwarte ich kein Podium", stellte der Weltmeistersohn klar. "Es wird wieder schwierig und sehr hart. Es wird ganz normal, mit einem schwierigen Qualifying. Es wird sich im kommenden Rennen kaum etwas verändern."

Renault hat sich im Kampf um wichtige Positionen in der Konstrukteurs-WM in der Entwicklung noch einmal das aktuelle Auto zur Brust genommen und stellt das Fahrzeug für 2009 - ebenso wie auch Williams - erst einmal etwas hinten an. "Unser Rückstand zu den Topteams ist immer noch zu groß, es schwankt von Strecke zu Strecke. Wenn ich in Ungarn Punkte holen könnte, dann bin ich sehr glücklich."

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