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Peter Sauber über "Deppen und Helden"

14. Juli 2008 - 18:02 Uhr

Weder die favorisierten Piloten, noch die Spitzenteams konnten Peter Sauber in der ersten Saisonhälfte überzeugen - wer Weltmeister wird, steht in den Sternen

Peter Sauber
Peter Sauber will zu Saisonhalbzeit noch nicht in die Kristallkugeln blicken
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Für Ex-Formel-1-Teamchef Peter Sauber präsentierte sich die aktuelle Saison bislang wie eine Berg- und Talbahn, was für alle Favoriten gilt - sowohl für die Fahrer, als auch für die Teams. "Glanzvorstellungen wechseln sich mit schwachen Leistungen ab", schrieb Sauber in seiner Kolumne im Schweizer 'Blick', und er sprach damit nicht nur die zuletzt in Silverstone so auffällig gewordenen Lewis Hamilton und Felipe Massa an.

Denn "so richtig überzeugt hat bisher keiner der favorisierten Piloten, auch nicht Kimi Räikkönen", urteilte Sauber, der diesem Eindruck die beiden Piloten des BMW Sauber F1 Teams mit einbezog. Auch Robert Kubica habe es in Silverstone erwischt, nachdem der Pole "zuvor acht fehlerfreie Rennen abgeliefert hatte."

Für Nick Heidfeld hingegen könnte dessen starker England-Auftritt einen Wendepunkt darstellen: "Einmal mehr hat er bewiesen, dass er dann besonders stark ist, wenn die Verhältnisse besonders schwierig sind. Nick hat im Laufe seiner Karriere immer wieder starke Regenrennen gezeigt und ich hoffe, dass ihm dieses Erfolgserlebnis sein Selbstvertrauen zurückgibt und er wieder auf dem gewohnten Niveau fahren wird."

So vermutete Sauber in der hohen Fehlerquote der Favoriten auch eine der Uraschen dafür, dass die Gesamtführenden zum Einen so dichtauf stehen, zum Anderen aber auch in der Summe erst so wenig Punkte auf ihrem Konto haben: "48 sind es in dieser Saison, zwischen 59 und 84 waren es in den vergangenen Jahren."

Was hat Peter Sauber mit Madame Teissier gemeinsam?

Nick Heidfeld
Für Nick Heidfeld wünscht sich Sauber eine differenziertere Berichterstattung
© xpb.cc

Die gleiche hohe Fehlerquote gelte auch für die Teams: Ferrari sei "als großer Favorit" in die Saison gestartet und stürzte "in Melbourne gleich völlig ab. Dann hatte McLaren seinen Durchhänger, und in Silverstone war Ferrari wieder unerklärlich schwach. Auch in Sachen Strategie haben die Italiener schon oft danebengegriffen."

Einzige Ausnahme: Das BMW Sauber F1 Team. Zum ersten (Doppel-)Sieg in Kanada gesellten sich noch sieben Podestplätze hinzu. Das "unterstreicht nur, was für eine fantastische erste Saisonhälfte wir hatten." Eine Schelte bekamen auch "einige deutsche Medien", von denen sich Sauber eine "differenzierte Berichterstattung" wünscht - vor allem im Umgang mit Nick Heidfeld.

"Interessant finde ich in diesem Zusammenhang", schrieb Sauber, "dass er von einigen deutschen Medien jetzt als einer der WM-Anwärter gehandelt wird, nachdem zuvor wochenlang über seine Ablösung spekuliert worden war. Davon kann auch Felipe Massa ein Lied singen, der durch das gleiche Wellental der Emotionen geht. Heute Held, morgen Depp und zurück."

Und wie heißt nun der Formel-1-Weltmeister 2008? Dazu will sich auch der ehemalige Formel-1-Teamchef nicht genau äußern - oder besser gesagt: Er kann es nicht. Denn "für einmal weiß ich genau so viel wie Madame Teissier." Jene blickt seit vielen Jahren in die Sterne, aber auf Horoskope will sich Sauber in dieser Frage besser nicht verlassen.

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