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Mosley: Teams sollen Regeln selbst erstellen

03. Juli 2008 - 16:18 Uhr

FIA-Präsident Max Mosley erwartet von den Teams, dass sie ein neues Reglement ausarbeiten, das bereits 2011 in Kraft treten soll

Max Mosley
FIA-Präsident Max Mosley bietet den Teams mehr Mitarbeit an den Regeln an
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Die Wogen um sein Privatleben scheinen sich langsam zu glätten, da hat Max Mosley wieder genug Zeit, um in seiner Funktion als FIA-Präsident Briefe zu schreiben. Betreff: Formel-1-Reglement. Mosley wandte sich heute schriftlich an die zehn Teams und forderte sie dazu auf, ein neues Reglement zu erarbeiten.

Bei allen Vorschlägen und Beschlüssen der vergangenen Jahre, die dann doch nicht bindend waren, ist es einigermaßen schwierig, im Reglementdschungel nicht die Orientierung zu verlieren, also hat Mosley beschlossen, dass man doch am besten wieder ganz von vorne beginnen sollte. In seinem Schreiben fordert er die Teams auf, bis 3. Oktober 2008 einen detaillierten Reglementvorschlag zu erarbeiten, der dann für 2011 umgesetzt werden soll.

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Was der Brite damit erreichen will, ist völlig klar: Mit seiner Aufforderung, dass die Teams mehr Geld aus dem Ecclestone/CVC-Topf erhalten sollten, sammelte er Sympathiepunkte bei den unabhängigen Rennställen, aber den großen Werken ist der Einfluss auf das Reglement fast wichtiger als der finanzielle Aspekt. Also bietet Mosley nun auch hier einen Kompromiss an: Die Teams sollen die Regeln selbst auf Basis einiger Vorgaben der FIA erstellen.

Diese Vorgaben sind:

Kostensenkung: Die Budgets der Herstellerteams sollen um 50 Prozent verringert, die unabhängigen Teams sollen finanziell leistbar werden. Ferner sollen Teams, die ihren eigenen Antrieb bauen, den kompletten Antriebsstrang (Motor, Getriebe, KERS) für zwei Millionen Euro zum Kauf anbieten müssen. Weitere kostensenkende Maßnahmen wären etwa Einschränkungen der technischen Ressourcen oder auch noch langlebigere Komponenten - ein Gedankenansatz, der nicht neu ist.

Benzineffizienz: Der Treibstoffverbrauch soll angesichts der derzeitigen Rohölpreise und wegen des Umweltschutzes bis 2015 um 50 Prozent verringert werden (20 Prozent bis 2011), allerdings bei Beibehaltung der aktuellen Geschwindigkeiten. "Eine Herausforderung", wie Mosley in seinem Schreiben zugibt. Vorteil: Für die Serienproduktion bringt es mehr, bei gleicher Leistung länger fahren zu können als bei gleichem Verbrauch mehr Leistung zu produzieren.

Spannendere Rennen: Autos sollen einem vorfahrenden Konkurrenzfahrzeug näher als bisher folgen können, um Überholmanöver zu erleichtern. Die Vorschläge der Overtaking-Working-Group liegen als Basis für weitere Maßnahmen auf dem Tisch.

"Diese Angelegenheit ist nun dringend", so Mosley in seinem Brief. "Wir brauchen Vorschläge, die wir in detaillierte Regeln umsetzen können. Diese müssen innerhalb von drei Monaten fertig und von mindestens einer Mehrheit der Teams unterstützt werden. Sollte dies nicht gelingen, wird die FIA selbst Regeln für 2011 vorbereiten."

Mosley hat Burkhard Göschel von BMW auch dazu überreden können, im Kreise der in der Formel 1 vertretenen Automobilhersteller Treffen abzuhalten, um genau diese Ideen zu diskutieren. Göschel, Vertreter der Herstellerinteressen in der Königsklasse, hat dem zugestimmt.

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