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Kamps-Kolumne: "Unfall sah wirklich heftig aus"

25. Juli 2008 - 09:24 Uhr

Timo Glocks Manager Hans-Bernd Kamps über den schweren Unfall seines Piloten in Hockenheim und die erste Saisonhälfte von Glock bei Toyota

Hans-Bernd Kamps
Hans-Bernd Kamps ist seit sieben Jahren Manager von Timo Glock
© tolimit

(Motorsport-Total.com) - Liebe 'Motorsport-Total.com'-Leser,
nach dem Hockenheim-Wochenende müssen wir alle erst einmal durchatmen. Zu all dem Trubel um Timo, der vor und während seines Heimrennens stattfand, kam der Unfall am Sonntag. Zum Glück hob Timo schon kurz nach dem Verlassen des Autos den Daumen als Zeichen "Ich bin okay" und die Ärzte gaben ja auch sehr schnell Entwarnung. Das ganze Team ist froh, dass Timo nichts passiert ist und er in Jerez beim Test schon wieder ins Auto steigen konnte. Für ihn ist es wichtig, dass es weiter voran geht und er schnell wieder fahren kann.

Ich stand in Hockenheim in der Toyota Box und sah den Unfall auf den Monitoren. Neben mir schaute Timos Freundin zu und nach dem Unfall hab ich direkt mit Timos Vater gesprochen, der im Motorhome des Teams saß. Beide waren verständlicherweise erschrocken und sehr angespannt. Schließlich sah der Unfall ja auf den ersten Blick wirklich heftig aus. Ich hatte trotzdem sehr früh die Hoffnung, dass Timo nichts Ernsthaftes passiert ist. Dabei half mir sicherlich meine Erfahrung, früher selbst Rennen gefahren zu sein. Denn als Rennfahrer und auch als Ex-Rennfahrer gehst du mit so einer Situation ganz anders um.

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Blick aufs Monocoque

Timo Glock
Timo Glocks Auto sah schlimm aus, Glock selbst ist nichts passiert
© xpb.cc

So habe ich bei der ersten Wiederholung der Szene auf den Monitoren ganz bewusst schwerpunktmäßig auf den Kopf und das Monocoque geachtet. Außerdem: Wenn viele Teile fliegen, muss nicht gleichzeitig ein großer Schaden für den Fahrer entstehen. Das Auto ist so gebaut, dass die Teile die Energie absorbieren und so weniger Energie auf den Fahrer trifft.

Ich bin am Sonntag gleich zu Timo ins Medical Center und die Verantwortlichen dort haben mich schnell bestätigt: Es ist alles okay. Mit dieser Information ging ich zurück zu unseren tolimit Gästen im Formel-1-Paddock und im Porsche Supercup, die darauf schon gewartet haben. Die Erleichterung war überall spürbar.

Wieder einmal unglückliche Umstände

Timo lag zum Zeitpunkt des Rennens auf aussichtsreicher Position. Ich bin sicher, dass er bei seinem Heimrennen deutlich in die Punkte gefahren wäre und damit den verdienten Lohn für die guten Leistungen der vergangenen Wochen geerntet hätte. Doch leider haben ihn wieder einmal unglückliche Umstände gestoppt.

"Wenn ich auf die erste Saisonhälfte schaue, muss ich sagen, dass wir grundsätzlich auf Kurs sind."
Hans-Bernd Kamps

Wenn ich auf die erste Saisonhälfte schaue, muss ich sagen, dass wir grundsätzlich auf Kurs sind. Timo fährt seine erste volle Formel-1-Saison und wir hatten vor dem Start ins Jahr ein erstes Ziel definiert. Zur Halbzeit wollten wir auf dem Niveau des Teamkollegen fahren. Wenn man sich die Leistungen der vergangenen Rennen anschaut, dann kann Timo den Speed von Jarno mitgehen.

Akribische und intensive Arbeit

Die Unterstützung ist fantastisch. Das Team steht hinter Timo. Und er gibt den Ingenieuren mit seiner geradlinigen und ehrlichen Art und mit seiner akribischen und intensiven Arbeit bei jedem Rennen, bei jedem Test und in der Fabrik in Köln viel zurück. Ich bin überzeugt, dass er mit diesem Weg und mit diesem Team Erfolg haben wird.

"Timo und Jarno haben das Potenzial des TF108 mehrfach bewiesen."
Hans-Bernd Kamps

Für den Rest der Saison heißt es: so oft in die Punkte fahren wie möglich. Timo und Jarno haben das Potenzial des TF108 mehrfach bewiesen. Beide sind in der Lage, in der zweiten Saisonhälfte Punkte zu sammeln. Das ist wichtig fürs Selbstvertrauen und die Teamwertung, in der Toyota - für mich keinesfalls überraschend - auf dem vierten Platz liegt. Trotzdem bleibt es im Mittelfeld sehr eng.

Ich freue mich auf faire Rennen mit Red Bull, Renault aber auch mit BMW und sicherlich noch einigen Überraschungen. Toyota ist stark genug, am Ende der Saison Best of the Rest zu sein. Dafür ist jeder Punkt wichtig. Das gilt übrigens genauso im Porsche Mobil1 Supercup, vor allem wenn es dort noch enger zugeht, als in der Formel 1. Umso mehr freut es mich, dass wir in Hockenheim mit beiden tolimit Piloten in die Punkte gefahren sind. Das haben die vielen Gäste des Teams live miterlebt, die uns nach Hockenheim begleitet und uns die Daumen gedrückt haben. So kann es in Ungarn weiter gehen.

Drücken Sie mit uns die Daumen,
Ihr
Hans-Bernd Kamps

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