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Ist ein Prozent der Gage wirklich zu viel?

01. Juli 2008 - 10:58 Uhr

Auch wenn die Formel-1-Fahrer eine Menge Geld verdienen, bleibt David Coulthard dabei, dass die neuen Gebühren für die Superlizenzen zu hoch sind

David Coulthard
Coulthard muss 40.667 Euro bezahlen, weniger als ein Prozent seiner Gage
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Jeder Fahrer, der an der Formel-1-Weltmeisterschaft teilnehmen will, muss im Besitz einer FIA-Superlizenz sein. Voraussetzung dafür sind die Erfüllung bestimmter Kriterien wie etwa gewisse Erfolge in diversen Nachwuchsformeln sowie die fristgerechte Einzahlung der Gebühren. Genau diese wird seit Magny-Cours heiß diskutiert.

Vor der Saison 2008 hat die FIA diese Gebühren nämlich ohne Vorwarnung von 1.725 Euro Fixum plus 456 Euro pro WM-Punkt des Vorjahres plus 2.667 Euro Versicherung auf 10.000 Euro Fixum plus 2.000 Euro pro WM-Punkt des Vorjahres plus Versicherung erhöht. Das geht einigen Fahrern gewaltig gegen den Strich, weshalb sogar mit einem Streik gerechnet wurde. Aber: "Diese Gerüchte waren weit übertrieben", relativierte David Coulthard in seiner Kolumne für 'ITV'.

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Große Summen, geringe Prozentsätze

Trotzdem machte er seinen Standpunkt klar: "Mir ist klar, dass Formel-1-Fahrer gut bezahlt werden und unsere Beschwerde bei der Öffentlichkeit nicht auf Sympathie stoßen wird, aber die Gebühren wurden dieses Jahr ganz beträchtlich erhöht - in manchen Fällen um bis zu 1.000 Prozent. Ich will nur zwei Beispiele nennen: Robert Kubica muss ungefähr 90.000 Euro bezahlen und Fernando Alonso sogar mehr als 200.000 Euro", so der Red-Bull-Pilot.

Wir haben nachgerechnet: Die teuerste Superlizenz ist jene von Weltmeister Kimi Räikkönen, dessen Geldbörse dieses Jahr um 232.667 Euro erleichtert wird. Zum Vergleich: 2007 kostete ihn seine Superlizenz noch verhältnismäßig bescheidene 34.032 Euro. Dies entspricht fast einer Versiebenfachung der Gebühren. Am billigsten kommen dieses Jahr die Rookies davon, die nur 10.000 Euro Fixum plus die Versicherung bezahlen müssen.

Coulthards Befürchtung, wonach die Beschwerde der Fahrer in der Öffentlichkeit belächelt oder gar als Affront verstanden werden könnte, erscheint übrigens tatsächlich begründet, denn selbst Räikkönens teuerste Superlizenz macht nur etwa ein Prozent seiner geschätzten Jahresgage aus - Werbeeinnahmen nicht eingerechnet. Zum Vergleich: Wenn Otto Normalverbraucher 1.500 Euro netto pro Monat verdient, wäre das Äquivalent auf das Jahr gesehen gerade mal 180 Euro.

Formel-1-Fahrer fühlen sich benachteiligt

"Wir wollen reduzierte Gebühren", hielt Coulthard dennoch fest, "denn wir glauben nicht, dass andere Sportler solche Summen bezahlen müssen, um ihren Sport ausüben zu dürfen. Das erscheint mir unfair. Die Schlussfolgerung, dass jeder, der viele Punkte sammelt, gut verdienen muss, entbehrt auch jeder Grundlage, weil die FIA den Inhalt der Fahrerverträge nicht kennt. Ich sehe nicht ein, warum Fahrer für ihren Erfolg bestraft werden sollten."

Das Argument der FIA ist freilich, dass das Geld in verschiedene Sicherheitsmaßnahmen investiert, von denen schlussendlich auch die Fahrer profitieren. Doch Coulthard und Co. wollen genauer wissen, was mit ihrem Geld geschieht: "Die FIA muss eine Menge bezahlen, Rennkommissare, Technische Delegierte und so weiter, aber ich denke, wir müssen besser verstehen, wofür unser Geld genau ausgegeben wird", meinte der 37-Jährige abschließend.

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