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Horner: "Haben mit mehreren Spitzenleuten gesprochen"

28. Juli 2008 - 12:58 Uhr

Red-Bull-Teamchef Christian Horner über die Fahrerwahl 2009 und die Probleme mit der Einführung von KERS

Christian Horner
Christian Horner kann mit der Entwicklung bei Reb Bull zufrieden sein
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Das Red-Bull-Team ist voll auf Kurs. Zwar ist man nach viel Pech in den vergangenen zwei Rennen von Toyota in der Gesamtwertung von Rang vier verdrängt worden, aber die Leistung des aktuellen RB4 stimmt die Teamführung vollends zufrieden. Mark Webber hatte die gute Form von Mannschaft und Fahrzeug mit Startplatz zwei in Silverstone manifestiert, in Hockenheim kam man dagegen weniger gut zurecht. Im Bereich Fahrzeug-Design hat Red Bull einen neuen Trend gesetzt. Die so genannte "Haifischflosse" von Adrian Newey wurde mittlerweile von fast allen Teams kopiert und übernommen.

"Adrians Beitrag zur Leistung des Teams ist enorm", gab Red-Bull-Teamchef Christian Horner im Interview mit 'formula1.com' offen zu. Mit Blick auf den Entwicklungsprozess seit Beginn des vergangenen Jahres fügte er an: "Es braucht immer Zeit, bis eine Gruppe von Leuten gut zusammenarbeitet und sich versteht. Wir müssen natürlich auch die nötigen Werkzeuge bereitstellen, wie zum Beispiel den Windkanal. In unserem Geschäft arbeitet man im Bereich Design immer sechs oder acht Monate im Voraus. Adrians Einfluss wird immer stärker. Wir hatten eine gute erste Saisonhälfte und arbeiten weiter daran, noch stärker zu werden."

Red Bull als Trendsetter in der Technik

Allerdings stellte Horner klar, dass ein unabhängiges Team wie Red Bull aus Budgetgründen auf viele Volltreffer angewiesen sei. Alle Verbesserungen aus Entwicklungsabteilung und Windkanal müssten sich sofort in Leistungssteigerung auf der Strecke messen lassen. Der Schlüssel dazu sei das passende Personal, so der Brite. Eben dieses Personal in den Forschungsabteilungen des Teams hat nun eine besondere Hürde zu meistern. Die Entwicklung der Energie-Rückgewinnungssysteme (KERS) stellt die Fachleute vor offenbar größere Probleme als zunächst angenommen.

Adrian Newey
Weitsicht: Adrian Newey hat mit der Red-Bull-Motorhaube einen Trend entfacht
© Red Bull

Außerdem sei KERS zwar für Automobilbauer interessant, für einen Getränkehersteller allerdings weniger: "Für das Red-Bull-Geschäft ist das gar nicht relevant. KERS ist eine faszinierende und Bahn brechende Technologie für die Zukunft, aber es ist wichtig, dass wir die Sicherheit in den Griff bekommen, nachdem wir zuletzt einige Zwischenfälle erlebt haben. KERS ist für uns ein Teil des Regelwerks und darum etwas, was wir erledigen werden. Es ist extrem kostspielig und als unabhängiges Team haben wir nicht solche Ressourcen wie ein Hersteller. Das wird im kommenden Jahr ein großer Performance-Faktor werden und es wäre schade, wenn wir wegen KERS zurückfallen würden, wo wir doch jetzt so nah dran sind."

Versuche und Testfahrten mit KERS hatten zuletzt für viele Diskussionen um die neue Technologie gesorgt. Bei den Jerez-Tests hatte ein Mechaniker im BMW Sauber F1 Team einen Stromschlag bekommen, in der Woche zuvor war durch KERS ein Feuer in der Red-Bull-Fabrik ausgebrochen. Die Piloten Mark Webber und David Coulthard hatten deutlich ihre Zweifel bekundet, ob das System bereits zum Beginn der kommenden Saison mit umfassender Sicherheit einsatzfähig sei. Der Schotte kritisiert eine Technik, mit der er selbst im Rennbetrieb nicht mehr in Kontakt kommen wird, denn er tritt zum Ende der Saison ab und wird durch Sebastian Vettel ersetzt.

Welche Piloten standen auf der Red-Bull-Liste?

"Wir hatten einige Diskussionen mit 'Big Names'."
Christian Horner

Der junge Deutsche sei die logische Wahl gewesen, betonte Horner noch einmal. "Wir hatten einige Diskussionen mit 'Big Names', aber wir sind mit der Paarung bestehend aus Mark und Sebastian rundum zufrieden. Es ist ein gutes Gemisch aus Jugend und Erfahrung und Sebastian hat ein aufregend gutes Potenzial. Ich hoffe, wir können ihm das Material geben, welches er zur Ausnutzung seines Potenzials braucht." Die Namen aller Piloten mit großen Namen, die zur Debatte standen, wollte Horner nicht nennen. Mit Alonso habe man sich zwar unterhalten, aber man sah keine Chance auf eine Übereinkunft.

"Zunächst möchte ich sagen, dass ich vor Fernando höchsten Respekt habe. Er ist ein fantastischer Fahrer. Aber beide Parteien hatten gewisse Vorstellungen und allein im Bereich der Dauer der Zusammenarbeit hatten wir vollkommen unterschiedliche Standpunkte. Daher war es nie wirklich eine Option, ihn zu Red Bull zu holen. Außerdem haben wir viel in unser Red-Bull-Juniorprogramm investiert und haben nun endlich einen Piloten, der dort ein besonderes Talent zu haben scheint. Daher war es nur logisch, Sebastian zu Red Bull zu holen."

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