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Heidfelds Riecher für Überholmanöver

06. Juli 2008 - 20:05 Uhr

Zwei mal zwei ist vier: Während alle jammern, dass man in der Formel 1 nicht mehr überholen kann, beweist Nick Heidfeld das Gegenteil

Fernando Alonso und Nick Heidfeld
Nick Heidfeld (rechts) beim Überholmanöver gegen Fernando Alonso
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Es braucht in der Formel 1 eine eigene Arbeitsgruppe mit den schlauesten Köpfen von drei Teams, um ein Konzept für mehr Überholmanöver auszuarbeiten, dabei beweist ein Mann regelmäßig, dass das Überholen gar nicht so unmöglich ist, wie viele behaupten: Nick Heidfeld. Der BMW Sauber F1 Team Pilot trat heute in Silverstone wieder einmal den Praxisbeweis an.

Bereits in Malaysia erntete er Szenenapplaus, als er beim Anbremsen der Haarnadel in einem Zug an Fernando Alonso und David Coulthard vorbeiging, und ein Rennen später in Bahrain zeigte er Heikki Kovalainen auf sehenswerte Art und Weise, wer der Herr der Ringe ist. Dock für "Quick Nick" ist das anscheinend nicht genug, sodass er im heutigen Grand Prix von Großbritannien gleich zweimal ein doppeltes Überholmanöver hinlegte.

In der 23. Runde schnappte sich Heidfeld in der Woodcote-Zielkurve gleichzeitig Timo Glock und Alonso, vier Umläufe später wiederholte er dieses Kunststück an der gleichen Stelle mit Kimi Räikkönen und Kovalainen: "Ich hatte einige Überholmanöver - speziell in der letzten Kurve habe ich zweimal zwei Autos überholt, einmal gleichzeitig einen McLaren und einen Ferrari. Das passiert nicht alle Tage und hat natürlich riesig Spaß gemacht", strahlte der 31-Jährige bei 'RTL'.

"Wenn es ums Überholen geht, muss man vorausahnen, was die beiden machen."
Nick Heidfeld

Sehenswert, wie er außen am einen, innen am anderen Konkurrenten vorbeizog, unbekümmert aus der Kurve herausbeschleunigte und keine Kontermöglichkeit offen ließ. Wie macht man so etwas, Nick? "Wenn es ums Überholen geht, muss man vorausahnen, was die beiden machen - wie der Hintere attackiert und wie der Vordere vielleicht verteidigen will. Dann kann man im richtigen Moment an der richtigen Position sein", erklärte er sein Erfolgsgeheimnis.

Bei aller Lobhudelei sei freilich auch angemerkt, dass sein BMW Sauber F1.08 zu jenem Zeitpunkt dank frischer Intermediates konkurrenzlos schnell war, aber trotzdem muss man solche Manöver erst einmal umsetzen. Heidfeld: "Natürlich gehört ein bisschen Glück dazu, in dem Moment auf den richtigen Reifen zu sein. Die Autos, die ich überholt habe, waren auf alten Reifen und dementsprechend langsamer. Das macht die Situation einfacher."