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Gibt die FIA ihr Vetorecht auf?

30. Juli 2008 - 14:41 Uhr

Ohne Zustimmung der FIA kann CVC die Formel 1 nicht verkaufen, doch Max Mosley deutet an, dass dieses Vetorecht aufgehoben werden könnte

Bernie Ecclestone und Max Mosley
Die FIA könnte auf ihr Vetorecht gegen einen Formel-1-Verkauf verzichten
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Bereits im Jahr 2000 hat sich das von Bernie Ecclestone kontrollierte Formel-1-Imperium, damals noch im Eigentum des Medienunternehmens EM.TV, mit dem Automobilweltverband FIA auf einen Deal geeinigt: Die kommerziellen Rechte an der Königsklasse gehen für 100 Jahre an Ecclestone über, dafür bleibt die FIA Sporthoheit. Genau so wollte es die EU-Kommission.

Im Zuge dieser signifikanten Vereinbarung wurde auch beschlossen, dass die FIA gegen jeden Verkauf der Formel-1-Holding an einen neuen Eigentümer ihr Veto einlegen kann. Sprich: Sollte die Investmentgesellschaft CVC, die heute den Platz von EM.TV einnimmt, auf die Idee kommen, die Königsklasse gewinnbringend verkaufen zu wollen, dann müsste sie erst den Segen der FIA und ihres Präsidenten Max Mosley einholen.

CVC werden bereits seit einiger Zeit Verkaufsabsichten unterstellt, weshalb hinter den Kulissen gerade Diskussionen darüber stattfinden, das FIA-Vetorecht aufzuheben oder zumindest aufzuweichen. Dies wäre "unter bestimmten Umständen" denkbar, erklärte Mosley in einem Interview mit 'auto motor und sport' - aber klar ist auch: Sollte die FIA so viel von ihrer Macht abgeben, dann will sie in einem anderen Bereich begünstigt werden.

Ein Deal wäre denkbar, "wenn uns CVC im Gegenzug mehr Einfluss auf bestimmte Paragraphen des Sportgesetztes überlässt", so Mosley, der als Beispiel "den Kalender, die Zeitnahme oder die Vergabe der Fahrerlagerpässe" nannte: "Hätten wir darüber die Kontrolle, dann wäre sichergestellt, dass ein neuer Besitzer keinen Unfug treibt." Und weiter betonte der FIA-Präsident: "Es zeichnet sich ein Kompromiss ab."

Auf die Frage, ob er an einen baldigen Verkauf der Formel 1 durch CVC glaubt, entgegnete Mosley: "Zu mir sagen sie, dass sie keine Eile damit haben, es aber tun würden, wenn es ein sehr gutes Angebot gäbe. Das halte ich im Augenblick für unrealistisch." Als Grund dafür gab er die weltweit schlechte Wirtschaftslage an, aufgrund derer es schwieriger als früher ist, von Banken große Kredite zu bekommen.

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