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BMW M1: 30 Jahre und kein bisschen müde

17. Juli 2008 - 20:22 Uhr

Der BMW M1 ist bereits 30 Jahre alt, aber noch kein bisschen müde - Rückblick auf die Entstehungsgeschichte des aufregenden Sportwagens

BMW M1
Der BMW M1 in den traditionellen Farben von BMW Motorsport
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - 2008 jährt sich die Premiere des BMW M1 zum 30. Mal. In diesen drei Jahrzehnten hat sich eines nicht verändert: Der Supersportwagen lässt die Herzen von Automobil-Liebhabern und Motorsport-Fans gleichermaßen höher schlagen.

Beim Debüt im Herbst 1978 trug der Star ganz schlichtes Weiß. Die Repräsentanz der BMW Motorsport GmbH war der Publikumsmagnet Nummer eins, als der 64. Pariser Automobilsalon seine Pforten öffnete. Das Ziel der Massen war das erste eigenständige Fahrzeug des Rennsport-Ablegers von BMW: der rassige BMW M1.

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Inspiration aus Italien

1976 startete das Team um Rennleiter Jochen Neerpasch das einzigartige Projekt, einen Rennwagen zu bauen, der von BMW Kunden auch auf der Straße gefahren werden konnte. 400 Serienexemplare mussten in 24 aufeinander folgenden Monaten gefertigt werden, um die angestrebte Gruppe-4-Homologation zu erlangen. Im Herbst 1977 gab BMW die ersten Bilder des neuen Autos frei. Und bereits auf den ersten Blick wurde deutlich: In den Adern dieses Bayern fließt italienisches Blut.

Die Linienführung des Coupés war an den Turbo-Flügeltürer angelehnt, eine Studie von BMW Designer Paul Bracq aus dem Jahr 1972. Giorgetto Giugiaro schuf auf dieser eher rund gezeichneten Basis das markante Profil des BMW M1. Der M88 Motor mit dem zweiteiligen Vierventil-Zylinderkopf der CSL-Rennmotoren sorgte für das Temperament. Die Kraftübertragung übernahm ein ZF-Fünfgang-Getriebe, das Hinterachsdifferenzial war serienmäßig mit einer 40-prozentigen Sperre versehen. Bei einem Leistungsgewicht von 4,7 Kilogramm pro PS war die Beschleunigung von null auf 100 km/h in 5,6 Sekunden eine einfache Übung für den Sportwagen der Extraklasse.

Fahrwerk für die Strecke - bei maximaler Sicherheit

In weiten Teilen war das Fahrwerk der Straßenversion mit dem des Gruppe-4-Rennfahrzeugs identisch. Doppelquerlenker an jedem Rad, Gasdruckstoßdämpfer und zwei Stabilisatoren: Der BMW M1 verwandelte jede Landstraße in einen Rennparcours. Mit Hilfe innenbelüfteter Scheibenbremsen waren herausragende Verzögerungswerte möglich. Selbst Vollbremsungen wurden dank eines 30-prozentigen Nickausgleichs - mit der Bezeichnung "Anti Dive" - zum Kinderspiel. Der niedrige Schwerpunkt von 460 Millimetern, Spurweiten von 1550 Millimetern (vorn) und 1576 Millimetern (hinten) sorgten in Kombination mit dem Mittelmotorkonzept für Rennsport-Feeling pur.

Der Gitterrohrrahmen aus Stahl-Rechteckprofilen mit verklebter und vernieteter Kunststoff-Außenhaut zeichnete sich durch extrem hohe Verwindungssteifigkeit aus. Da der BMW M1 nicht per Einzelabnahme für den Straßenverkehr zugelassen wurde, sondern eine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) für die gesamte Serie besaß, wies BMW die passive Sicherheit des Autos in aufwändigen Crash-Tests nach. Der M1 war daher nicht nur schnell, sondern auch überaus sicher.

Puzzlespiel bei der Fertigung

Rasch wurde der BMW Sportwagen zum Renner, die Vorbestellungen stapelten sich bei der BMW Motorsport GmbH. Umso mehr warf die Nachricht, dass die Montage nicht wie geplant bei Lamborghini durchgeführt werden konnte, die Produktion des BMW M1 zurück. Der Auftrag ging stattdessen zum deutschen Karosseriespezialisten Baur.

So legte das Auto bereits vor den ersten Metern auf der Straße eine lange Reise zurück. Der Gitterrohrrahmen entstand bei Marchesi, die Kunststoffkarosserie bei T.I.R., beide im italienischen Modena ansässig. Giorgetto Giugiaros Firma ItalDesign baute beides zusammen und übernahm zudem die Innenausstattung. Von dort ging es nach Stuttgart, wo Baur die gesamte Mechanik einbaute.

BMW lief aufgrund dieser Verzögerungen und Umplanungen die Zeit davon, um die 400 für die Gruppe-4-Homologation benötigten Fahrzeuge binnen zwei Jahren bauen zu können. Damit der BMW M1 in jedem Fall zu seinem ersten wirklichen Renneinsatz kommen konnte, griff Jochen Neerpasch zu einem gleichsam einfallsreichen wie erfolgreichen Kunstgriff: Gemeinsam mit Bernie Ecclestone und Max Mosley hob er die Procar-Serie aus der Taufe. Dieser Markenpokal brachte den BMW M1 schließlich dorthin, wo er hingehörte: auf die schönsten Rennstrecken Europas.

Technische Daten BMW M1:

Motor: Sechszylinder-Reihenmittelmotor
Hubraum: 3.453 ccm
Leistung: 277 PS bei 6.500 U/min
Radstand: 2.560 mm
Länge: 4.360 mm
Breite: 1.824 mm
Höhe: 1.140 mm
Leergewicht: 1.300 kg
0-100 km/h: 5,6 Sek.
Höchstgeschwindigkeit: 262 km/h

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