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Weiterhin keine zwei Rennen auf deutschem Boden

26. Juni 2008 - 15:54 Uhr

Zwei Läufe zur Formel-1-WM in Deutschland gibt es schon eine Weile nicht mehr - ein Grand Prix soll auf alle Fälle im Rennkalender verbleiben

Felipe Massa
2008 gastiert die Formel 1 nicht auf dem Nürburgring sondern in Hockenheim
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com/sid) - Die goldenen Zeiten für deutsche Formel-1-Fans sind seit einigen Jahren vorbei. Waren einst noch in der Eiffel und im Motodrom binnen weniger Wochen die satten Motorengeräusche der Formel-1-Boliden zu hören, so gastiert der Rennzirkus derzeit nur ein Mal pro Saison in Deutschland. Mit Michael Schumacher verabschiedete sich auch ein deutscher Grand Prix von der WM-Bühne, nach einer Wiederaufstockung auf zwei Rennen sieht es momentan nicht aus.

Nach der Aufnahme eines weiteren Wüsten-Spektakels hat Deutschland die Hoffnung auf zwei Formel-1-Rennen in einem Jahr aufgegeben. "Das ist eine Frage der Finanzierung und solange sich der Hockenheimring und der Nürburgring auf alternierende Termine geeinigt haben, bleibt alles wie es derzeit ist. Ich bedauere das", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug.

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Ecclestone entdeckt neue Märkte

Bis 2006 fanden pro Saison noch zwei Grand Prix in Deutschland statt, doch diese glorreichen Zeiten sind in der Ära nach Michael Schumacher wohl endgültig vorbei. Der Automobil-Weltverband FIA hat den WM-Kalender für 2009 um ein Rennen auf nun 19 WM-Läufe aufgestockt - Formel-1-Boss Bernie Ecclestone will weitere neue Märkte erschließen: Der Brite verhandelt mit Indien, Mexiko, Russland und Korea.

Deutschland spielt bei in seinen Plänen keine Hauptrolle mehr. In Hockenheim versuchen die Verantwortlichen, das Beste aus der Situation zu machen: "Wir sind nicht unzufrieden mit der derzeitigen alternierenden Lösung. Unter den gegebenen Gesichtspunkten ist es die sinnvollste Lösung", sagte Jorn Teske, Marketingchef der Hockenheimring GmbH.

Aufgrund der sinkenden Zuschauerzahlen und eines Verlustes in Millionenhöhe haben sich die einstigen Konkurrenten Hockenheimring und Nürburgring zur Rotation entschlossen, um so den Formel-1-Standort Deutschland zu retten. Seit 2007 findet im jährlichen Wechsel nur noch ein Formel-1-Rennen auf deutschem Boden statt. In diesem Jahr ist am 20. Juli Hockenheim an der Reihe. "Es scheint ein bewährtes Modell zu sein, das sieht man ja an den Zuschauerzahlen", meinte Teske.

Keine zwei Rennen mehr in Deutschland

Angesichts der Planspiele von Ecclestone geht in Deutschland nun sogar die Angst um, die Formel 1 in naher Zukunft vielleicht ganz zu verlieren. Daher forderte Haug klipp und klar: "Das Autoland Deutschland muss sich um den WM-Termin mindestens so bemühen wie die internationale Konkurrenz." Den deutschen Veranstaltern werde aber einiges unnötig schwer gemacht, kritisierte der Mercedes-Sportchef.

"Ein Bruchteil der Unterstützung, wie sie andere WM-Gastspiele hierzulande erfahren, würde schon helfen", so Haug. Eine drohende Zitterpartie für Deutschland ist nur sehr schwer nachzuvollziehen. Denn das Autoland Nummer eins stellt die größte Streitmacht in der Königsklasse: Mit Nick Heidfeld, Nico Rosberg, Sebastian Vettel, Timo Glock und Adrian Sutil gleich fünf Fahrer sowie mit BMW und Mercedes zwei Hersteller.

FIA-Vizepräsident Hermann Tomczyk sieht ebenfalls kaum Chancen für eine deutsche Doppel-Veranstaltung: "Interessenten für ein Formel-1-Rennen gibt es weit mehr als 20 und es werden immer mehr. Dabei verlagern sich die Schwerpunkte Richtung Russland, in den arabischen oder asiatischen Raum."

Deutschland als Formel-1-Kernland

Dass Deutschland irgendwann ganz aus der Formel 1 verschwinden könnte, glaubt Tomczyk nicht. Seiner Meinung nach bilden Rennen in Formel-1-Kernländern wie Italien, England, Monaco oder Deutschland das Gerüst des WM-Kalenders: "In Europa hat die Formel 1 ihre Wurzeln. Die kann man nicht so einfach kappen", meinte Tomczyk.

Das sieht Teske genauso. Die Formel 1 gehöre nach Deutschland, das Land sei bei Fahrern und Herstellern so gut vertreten wie noch nie. "Es würde der Formel 1 nicht gut tun, wenn es hier kein Rennen mehr gebe, das ist nicht vorstellbar. Deutschland ist ein Autofahrerland", sagte der Hockenheim-Marketingchef. Haug begrüßte aber auch die Aufnahme Abu Dhabis in den Kalender.

"Es besteht enormes Interesse an der Formel 1 in dieser Region. Abu Dhabi wird genauso weltweit im Fernsehen übertragen wie Melbourne, Hockenheim oder Nürburgring", meinte der Mercedes-Sportchef. Bei dem Wüsten-Grand-Prix rechnet Haug sogar mit einem Zuschauerrekord, da die Premiere in Abu Dhabi am 15. November 2009 als WM-Finale über die Bühne geht. 19 Saisonrennen sind laut Haug nicht zuviel, auch wenn das Finale sehr spät stattfindet.

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