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Freitag in Kanada: Hamilton vor Kubica

06. Juni 2008 - 21:49 Uhr

Lewis Hamilton sicherte sich die Freitagsbestzeit in Montréal vor Robert Kubica und Kimi Räikkönen - Probleme für Fernando Alonso und Felipe Massa

Lewis Hamilton
Lewis Hamilton war am Freitag in Montréal der klar stärkste Mann
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Wärmer als 20 Grad wurde es zwar auch am Nachmittag in Montréal nicht, aber zumindest war der Circuit Gilles Villeneuve während des zweiten Freien Trainings im Gegensatz zu heute Morrgen durchgehend trocken. Und das sorgte für eine spannende Session: Gleich drei Teams meldeten nämlich ernsthaft Siegesambitionen an.

Zusätzlich zu den sowieso immer starken Ferraris und den zuletzt in Monaco siegreichen Silberpfeilen kommen nämlich an diesem Wochenende die beiden BMW Sauber F1 Team Piloten hinzu, die in den zweiten 90 Minuten in Kanada einen starken Eindruck machten. Besonders Robert Kubica war flott unterwegs und hatte am Ende nach 41 Runden und zwischenzeitlicher Führung nur 0,271 Sekunden Rückstand auf die Tagesbestzeit.

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Starke Performance von Hamilton

Eben diese Tagesbestzeit sicherte sich Lewis Hamilton (McLaren-Mercedes/42 Runden) in 1:15.752 Minuten. Dies ist insofern hoch einzuschätzen, als der Brite am Ende einen Longrun mit den superweichen Bridgestone-Reifen fuhr und zwei fast gleich schnelle Runden gleich zu Beginn und ganz zum Schluss hinlegte. Das bedeutet, dass sein Tank gar nicht leer gewesen sein kann - und es spricht auch für die Konstanz der Pneus.

Kubica war mit den härteren Reifen schneller, wurde Zweiter vor Kimi Räikkönen (Ferrari/+ 0,341/39 Runden), Heikki Kovalainen (McLaren-Mercedes/+ 0,579/36 Runden) und Felipe Massa (Ferrari/+ 0,661/27 Runden). Letzterer verlor allerdings gut eine Viertelstunde Trainingszeit, als er kurz vor Schluss mit technischen Problemen ausrollte. Bei der Bergung seines F2008 stellten sich die Streckenposten übrigens denkbar ungeschickt an.

Nick Heidfeld
Nick Heidfeld wirkte im Vergleich zu den vergangenen Wochen verbessert
© xpb.cc

Die Phalanx der drei Topteams wurde abgeschlossen durch Nick Heidfeld (6./BMW Sauber F1 Teams/+ 0,837/43 Runden), der wesentlich stärker wirkte als zuletzt in Monaco. Überhaupt dürfen sich die Mannen von BMW Motorsport Direktor Mario Theissen für den siebenten Grand Prix des Jahres einiges ausrechnen, denn so nahe an Rot und Silber war das BMW Sauber F1 Team an einem Freitag, den es normalerweise immer konservativ angeht, noch nie dran.

Webber schnellster Top-6-Verfolger

Schnellster Verfolger der Top 6 war Mark Webber (Red-Bull-Renault/+ 0,852/39 Runden) trotz eines Drehers in den letzten Minuten, gefolgt von Nico Rosberg (Williams-Toyota/+ 1,015/37 Runden) und dem bärenstarken Sebastian Vettel (+ 1,267/43 Runden), der mit dem neuen Toro-Rosso-Ferrari unauffällig konstant in den Top 10 lauerte und mit der für ihn neuen Strecke ganz hervorragend zurechtzukommen scheint.

Der zweite Fahrer im Feld, der auf dem Circuit Gilles Villeneuve neu ist, ist Nelson Piquet Jr. Der ohnehin schon unter Druck stehende Renault-Pilot konnte sich jedoch wieder nicht mit Ruhm bekleckern, wurde mit 2,324 Sekunden Rückstand 20. und Letzter. Zu seiner Verteidigung sei gesagt, dass er wegen eines technischen Defekts nur 17 Runden drehen konnte, bis er seinen R28 mit qualmenden Bremsen in der Boxengasse abstellen musste.

Renault: Auch Alonso außer Gefecht

Überhaupt war es für Renault ein sehr bescheidener Tag: Fernando Alonso (17./+ 1,892/30 Runden) leistete sich gleich zu Beginn der Nachmittagssession einen Dreher im Senna-S, der allerdings ohne Folgen blieb. Als ihm das gleiche Missgeschick nach knapp einer Stunde noch einmal passierte, bedeutete dies jedoch Endstation für ihn. Aus und vorbei war die Session auch für Timo Glock (15./Toyota/+ 1,797/31 Runden) nach einem Mauerkuss - gebrochene Radaufhängung!

Murmeltier
Die Murmeltiere blieben zumindest am ersten Tag einmal verschont...
© xpb.cc

Ansonsten zeichnet sich ab, dass manche Teams mit der Reifenentscheidung mehr Probleme haben werden als andere, auch wenn die Supersofts im Laufe des Wochenendes wegen der griffiger werdenden Fahrbahn eigentlich noch zulegen müssten. Und es riecht hinter den drei Topteams nach einem neuerlich sehr harten Kampf im Mittelfeld. Die besten Topspeeds hatten heute McLaren-Mercedes und Ferrari: je 320 km/h.

Übrigens: Die für die Île de Notre Dame typischen Murmeltiere schlüpften trotz des schlechten Wetters aus ihren Bauten und ließen sich am Nachmittag zumindest vereinzelt auf der Strecke blicken. Hamilton musste einem der kleinen Tiere ausweichen, andere wurden von den Streckenposten in Fallen eingefangen. Einen Zwischenfall wie im Vorjahr, als ein Murmeltier von Anthony Davidson zu Tode gefahren wurde, gab es bisher noch nicht...

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