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GRAND-PRIX-BERICHTE
 
Toyota: Neue Teile für mehr Punkte
 
von Roman Wittemeier 07. Mai 2008 - 09:50 Uhr
 
Toyota will in Istanbul erstmals mit beiden Autos in die Punkte kommen - Timo Glock fährt mit guten Erinnerungen in die Türkei
 
Jarno Trulli
Auch in Barcelona hatte Jarno Trulli an der Spitze des Mittelfeldes fahren können
Zoom © xpb.cc
(Motorsport-Total.com) - Das Toyota-Team hat in den ersten Rennen der Saison mit starken Leistungen überzeugt, allerdings war man bisher meist als One-Man-Show unterwegs. Während Jarno Trulli eifrig Punkte sammelte und aus dem TF108 das herausholte, was drin steckt, war Timo Glock vom Pech verfolgt. Diverse Zwischenfälle brachten den 26-Jährigen immer wieder um ein Erfolgserlebnis. Beim kommenden Grand Prix in der Türkei sollen endlich einmal beide Autos in die Punkte kommen.

"Ich habe mich in der Türkei bisher immer wohl gefühlt, also freue ich mich auf das kommende Rennen. Ich bin auch erneut zuversichtlich, weil wir in Spanien eine starke Leistung zeigen konnten", versprach Trulli, der in Barcelona wenigstens einen Zähler ergattern konnte. "Wir haben gesehen, dass wir wirklich am Limit sein müssen, um unter die ersten Sechs zu kommen. Der Wettbewerb ist extrem eng und schon kleinste Variablen können einen großen Unterschied machen."



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Istanbul nicht Trullis Lieblingsstrecke

 
"Schon kleinste Variablen können einen großen Unterschied machen."
Jarno Trulli
Bislang war der Toyota auf allen Rennstrecken der Saison konkurrenzfähig - im Gegensatz zu beispielsweise Williams. Man konnte sich auf die Leistungen des Autos verlassen. Entsprechend zuversichtlich ist die Mannschaft. "Die ganze Anlage in Istanbul ist toll und die Strecke ganz interessant, auch wenn es nicht meine Lieblingsstrecke ist. Es ist nicht die schwierigste Piste, aber es gibt doch ein paar knifflige Stellen. Kurve acht ist die härteste Ecke, weil sie sehr schnell ist und in Wirklichkeit aus drei Kurven besteht."

"Wir sollten auch dort wieder stark sein, uns für die Top-10 qualifizieren können und auch wieder einige Punkte sammeln können. Ich bin wirklich heiß darauf, wieder eine gute Leistung abzuliefern und ich glaube, wir werden in einer ganz guten Position sein", strahlte Trulli erneut Optimismus aus. Der Italiener hat in den vergangenen drei Rennen neun Punkte eingefahren und liegt momentan auf Rang sieben in der Fahrerwertung.

Deutlich mehr Pech und weniger Zählbares hat sein Teamkollege Glock. Der Odenwälder war immer wieder in Kollisionen und Zwischenfälle verstrickt, daher herrscht auf seinem Punktekonto noch gähnende Leere. Dennoch geht auch Glock guter Dinge an den Start: "Ich habe gute Erinnerungen an die Türkei, weil ich dort in aufregenden Rennen mit der GP2 einige tolle Ergebnisse einfahren konnte. Ich erinnere mich an einen engen Fight mit Lewis Hamilton 2006 und im vergangenen Jahr habe ich dort den Sprint gewonnen."

 
Glock mit guten GP2-Erinnerungen

 
"Ich glaube, ich war dort noch nie schlechter als auf Platz vier."
Timo Glock
Mit viel Geduld wartet Glock auf seinen erstes Formel-1-Erfolgserlebnis mit Toyota. Auch in Istanbul heißt das Motto: Abwarten und türkischen Tee trinken. "Ich glaube, ich war dort noch nie schlechter als auf Platz vier. Ich habe dort also eine Art Rekord zu verteidigen. Es ist dort ein schöner, moderner Kurs und die Anlage ist wirklich klasse. Was aber für uns Fahrer viel wichtiger ist, ist die Tatsache, dass es eine aufregende Strecke ist."

"Es gibt dort ein paar herausfordernde Kurven, vor allem Turn acht ist schwierig, aber macht Spaß. Unser Auto war die gesamte bisherige Saison stark und wir haben auch jetzt wieder neue Teile dabei. Das zeigt, wie hart wir alle arbeiten. In Spanien hatte ich viel Pech, also hoffe ich in der Türkei auf mehr Glück und auf meine ersten Punkte für Toyota", formulierte Glock mit Blick auf das fünfte Saisonrennen.

Toyota-Technikdirektor Pascal Vasselon beschrieb die Herausforderung Istanbul wie folgt: "Es ist ein in vielen Bereichen durchschnittlicher Kurs. Das gilt für die Bremsen, den Abtrieb und Vieles mehr. Der spezielle Faktor in der Türkei heißt Kurve acht, die lang gezogene Linkskurve. Das ist die Schlüsselstelle und auf jeden Fall eine der schwierigsten Ecken der gesamten Saison. Das hat große Konsequenzen in den Bereichen der Fahrzeugbalance und Reifenabrieb."

 
Alle Jetons auf "Kurve acht"

 
"Der spezielle Faktor in der Türkei heißt Kurve acht."
Pascal Vasselon
Das gesamte Setup der Autos wird allein auf diesen einzelnen Punkt der gut 5,3 Kilometer langen Strecke getrimmt. "Es dreht sich alles um diese eine Kurve. So etwas gibt es nur auf ganz wenigen Strecken. Man muss sicherstellen, dass man mit seinem Paket dort gut ist und macht auch aufgrund der Verhältnisse dort seine Reifenwahl", erklärte Vasselon. Gerade im Bereich der Reifen hatte sich die dortige Kurve acht als kniffelig erwiesen, denn in den vergangenen Jahren hatten sich an der Stelle einige Piloten Reifenschäden zugezogen. Bridgestone hat reagiert und bringt am kommenden Wochenende die härtesten Mischungen zur Auswahl mit.

"Wir gehen insgesamt optimistisch nach Istanbul, denn unser Auto hat sich in den ersten vier Saisonrennen als konkurrenzfähig erwiesen und wir sollten möglicherweise in den Top-6 mitfahren können. Es war einfach schade, dass das Durcheinander in Spanien Jarno den sechsten Platz gekostet hat, aber es war gleichzeitig ermutigend, dass er dort fahren konnte. Unser Ziel ist eindeutig. Wir wollen möglichst viele Punkte sammeln und möglichst sogar mit beiden Autos", so der Technikchef.

 
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