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Suzuki hat genug von der Formel 1

06. Mai 2008 - 14:20 Uhr

Nach dem Platzen des Weigl-Deals will Aguri Suzuki nicht mehr in die Formel 1 zurück - Kritik an Honda-Geschäftsführer Nick Fry

Aguri Suzuki
Fühlt sich von Nick Fry sabotiert: Aguri Suzuki braucht mal eine Pause
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Super Aguri hat heute bekannt gegeben, aus finanziellen Gründen ab sofort nicht mehr an der Formel-1-Weltmeisterschaft teilnehmen zu können, nachdem Übernahmeverhandlungen mit der Magma- und zuletzt mit der deutschen Weigl-Gruppe gescheitert sind. Eine Rettung in letzter Minute gilt diesmal als ausgeschlossen.

Teamchef Aguri Suzuki verkündete sein K.O. im Rahmen einer Pressekonferenz in Tokio, bei der er einen gezeichneten Eindruck machte: "Ich bin erschöpft. Ich brauche jetzt mal eine Pause. Es ist ein Piranhaclub und ich habe das Gefühl, dass ich meine Finger nicht mehr in diesen Teich stecken möchte", gab der Japaner zynisch zu Protokoll. Die politischen Spielchen der vergangenen Wochen haben ihre Spuren hinterlassen.


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Sauer auf Fry eins: Suzuki

"Ich verstehe nicht, warum Nick Fry auf einmal zu allem seinen Senf abgeben muss."
Aguri Suzuki

Besonders verärgert ist Suzuki über Hondas Formel-1-Geschäftsführer Nick Fry, der die Verhandlungen mit Weigl kritisiert hat, weil er dem deutschen Unternehmen eine Aufgabe wie die Königsklasse nicht zutraut. Fry hatte bei seinen Boykottaktionen aber vor allem im Hinterkopf, dass er es war, der alle anderen Super-Aguri-Interessenten aus dem Weg geräumt hat, um die Magma-Gruppe exklusiv verhandeln zu lassen - eine schwere Fehlentscheidung.

Fry war es auch, der bei Bernie Ecclestone veranlasst hat, dass die Super-Aguri-Trucks in Istanbul vor den Toren des Fahrerlagers abgewiesen wurden. Suzuki, mit Galgenhumor: "Ich verstehe nicht, warum Nick Fry auf einmal zu allem seinen Senf abgeben muss. Honda waren unsere Unterstützer und er ist nicht Geschäftsführer des Honda-Konzerns. Ich interessiere mich nicht für Nick Fry und habe keine Ahnung, worüber er geredet hat."

Hinter vorgehaltener Hand heißt es nämlich, dass der Weigl-Deal durchaus klappen hätte können. Der deutsche Automobilzulieferer war bereit, mit einer Summe von gut acht Millionen Euro erst einmal den Rennbetrieb für 2008 abzusichern und im Zuge eines Dreijahresplans die Schulden des Teams an Honda zurückzuzahlen, wie man hört. Franz Josef Weigl selbst sieht sich als Opfer der Politik: "Es ist jammerschade", wird er von 'auto motor und sport' zitiert.

Sauer auf Fry zwei: Weigl

"Nick Fry hat alles getan, damit unser Deal nicht klappt."
Franz Josef Weigl

Auch der Deutsche hält Fry für den Schuldigen in der Sache: "Nick Fry hat alles getan, damit unser Deal nicht klappt. Es ist ja nicht so, dass ich mich um Super Aguri bemüht hätte. Die sind zu mir gekommen und haben mich gefragt: 'Kannst du uns helfen?' Dann sind uns leider Herr Fry und Herr Leach von Magma dazwischengekommen", ärgerte sich Weigl über das politische Tauziehen.

Interessant in diesem Zusammenhang: Hinter den Kulissen tobt bei Honda schon seit Jahren ein Machtkampf zwischen Geschäftsführer Fry und dem Vizepräsidenten der Motorsportdivision, Otmar Szafnauer. Szafnauer wurden in diesem Zusammenhang sogar private Eskapaden angedichtet - über inoffizielle Lecks aus der Fry-Ecke in Richtung Medien. In der Super-Aguri-Sache stand Fry hinter Magma, Szafnauer hinter Weigl, wie gemunkelt wird.

Der Honda-Konzern wiederum bezeichnete das Ausscheiden von Super Aguri als "bedauerlich, aber gleichzeitig war dies unausweichlich, weil das Team keinen Weg finden konnte, in Zukunft auf eigenen Beinen zu stehen". Außerdem wurde in der Stellungnahme zum Ausdruck gebracht, dass man alles unternommen hat, um den Magma-Deal über die Bühne zu bringen: "Erst als wir dachten, alle seien sich einig, wurde uns mitgeteilt, dass Magma den Deal nicht abschließen will."