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Klien über die Faszination Monaco

20. Mai 2008 - 10:18 Uhr

Christian Klien findet Monaco "einfach großartig", obwohl er nicht nur schöne Erinnerungen ans Fürstentum hat - 2006 eine große Chance verpasst

Christian Klien vor David Coulthard
Im Jahr 2006 hätte Christian Klien locker auf das Podium fahren können
© Red Bull

(Motorsport-Total.com) - Wie schon im Vorjahr kommt Christian Klien auch 2008 nur als Testfahrer nach Monaco, er wird also unter normalen Umständen nicht selbst auf dem atemberaubenden Stadtkurs fahren. Dabei ist der dritte Mann des BMW Sauber F1 Teams ein großer Fan des Formel-1-Rennens im Fürstentum an der Côte d'Azur.

"Jeder Fahrer hat seine eigene Meinung zu Monte Carlo. Ich persönlich finde diesen Dinosaurier im Kalender einfach großartig, obwohl die Tage im Fürstentum jeden ans Limit treiben", so Klien. "Dauernd läufst du mit jemandem zusammen. In der Box ist nur Platz für das Allernötigste. Die Reifen parken dahinter, du hast weniger Werkzeug als sonst. Und wenn etwas Unvorhergesehenes wie ein Motor- oder Getriebewechsel passiert, dann wird es richtig eng."

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Ungewohntes Umfeld für die Teams

"Erst wenn du im Cockpit sitzt, beginnt wieder der Alltag."
Christian Klien

Auch für die Techniker ist das Rennwochenende in Monaco immer etwas Besonderes: "Wegen des Lärms nehmen die Ingenieure die Kopfhörer oft erst abends im Bett wieder ab. Statt an der Boxenmauer sitzen die Rennstrategen im ersten Stock über der Box, was die Sache zusätzlich erschwert, da du keinen Blickkontakt hast", gab Klien zu Protokoll. "Erst wenn du im Cockpit sitzt, beginnt wieder der Alltag."

Seine erste Monaco-Erinnerung ist ein Besuch mit seinen Eltern, die ihm aufgrund des damals kühlen Wetters einen Ferrari-Pullover gekauft haben: "Was anderes gab es ja nicht", grinste der Österreicher. Seine größte Enttäuschung: "2006 lag ich auf Podiumskurs, dann streikte das Getriebe." Besonders bitter damals, dass ausgerechnet sein Teamkollege David Couthard Platz drei erbte und anschließend als Held frenetisch gefeiert wurde.

Seinen ersten Auftritt als Formel-1-Rennfahrer in Monaco hatte Klien 2004 auf Jaguar: "Ich habe Gerhard Berger um Rat gefragt. Damals wurde so mit Runden gegeizt, dass ich oft nach nur 20 Runden am ersten Tag ins Qualifying musste. Er hat mich sofort mitgenommen und mir auf dem Motorrad jeden Winkel der Strecke gezeigt. Das war echt lässig von ihm und hat mir wahnsinnig viel gebracht", erinnerte er sich.

Der gestohlene Diamant

"Langweilig ist mir im Moment keineswegs."
Christian Klien

Jaguar wurde seinerzeit übrigens vom Diamantenhersteller Steinmetz gesponsert, der seit einigen Jahren für die Diamanten auf den McLaren-Mercedes-Helmen zuständig ist. Damals montierte Steinmetz einen 150.000 Euro teuren Klunker auf der Fahrzeugnase. Als Klien in der Loews-Kurve einen Unfall hatte, verschwand eben dieser. Später wurde gemunkelt, es habe sich bei dem Dienstahl nur um eine Inszenierung zu PR-Zwecken gehandelt.

"Dieses Jahr", meinte Klien abschließend, "komme ich direkt aus Frankreich vom Peugeot-Trainingscamp für Le Mans, danach zwei Tage Peugeot-Test in Magny-Cours, zwei Tage Formel-1-Test in Italien, bevor es Ende Mai erstmals nach Le Mans selbst geht. Langweilig ist mir im Moment also keineswegs." Denn auch für die Testfahrer ist Monaco zweifellos der stressigste Grand Prix des Jahres...

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