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KERS: Wer macht was?

23. Mai 2008 - 22:05 Uhr

Die Automobilhersteller werden großteils ihr eigenes KER-System entwickeln, es gibt jedoch auch einige andere interessante Konstellationen

Ferrari-Getriebe
Dem Antriebsstrang kommt 2009 wegen KERS eine noch größere Bedeutung zu
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Schon seit mehreren Monaten beschäftigen sich die Formel-1-Teams mit der KERS-Technologie, die 2009 Einzug in die Königsklasse des Motorsports halten wird. Dabei handelt es sich um ein System zur Energierückgewinnung. Zum Beispiel darf künftig aus Bremsabwärme gewonnene Energie gespeichert und mittels Knopfdruck in Form von zusätzlicher PS-Leistung für einige Sekunden abgerufen werden.

Doch wie man sich vorstellen kann, handelt es sich bei dieser Hybridtechnologie um eine sehr teure Angelegenheit. Klar ist also, dass die Automobilhersteller ohne mit der Wimper zu zucken viel Geld in KERS stecken werden, schließlich profitieren sie nicht nur sportlich von der Energierückgewinnung, sondern die so gewonnenen Erfahrungen können später auch in der Serienproduktion genutzt werden. Aber nicht alle schwimmen in der Formel 1 im Geld.

Nur Renault ohne eigenes KERS?

Fest steht, dass folgende Teams eine eigene Lösung zu entwickeln gedenken: Ferrari, das BMW Sauber F1 Team, Toyota, Honda und McLaren-Mercedes. Die interessanteste Variante hat sich Williams einfallen lassen, denn die Briten haben kürzlich ein externes Unternehmen mit Know-how in diesem Bereich aufgekauft und kurzerhand ins Formel-1-Programm eingegliedert. Aber was machen die anderen Rennställe?

Wie 'Motorsport-Total.com' erfahren hat, spielt Renault - übrigens als einziger Hersteller - mit dem Gedanken, den Auftrag an die Elektronikfirma Magneti Marelli abzugeben. Davon wäre dann auch Red Bull Racing betroffen, wie Christian Horner gestern indirekt bestätigte: "Wir arbeiten in diesem Bereich sehr eng mit unserem Motorenpartner zusammen. Es macht Sinn, dass wir die gleiche Route wie Renault verfolgen."

Was machen die Ferrari-Kunden?

Bleiben noch die beiden Ferrari-Kundenteams Toro Rosso und Force India, die sich genau wie Red Bull Racing nach ihrem Motorenpartner richten müssen: "Wir verlassen uns voll und ganz auf Ferrari und hoffen, dass wir von ihnen den nötigen Support bekommen und ein Ferrari-KERS einsetzen können", bestätigte Gerhard Berger. Und Vijay Mallya fügte augenzwinkernd an: "Ich hoffe, dass mir Stefano einen guten Preis macht!"

Stefano, damit ist Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali gemeint, der sich über die Kundenfrage bereits den Kopf zerbrochen hat: "Wir haben die Verantwortung, unseren Kunden etwas anzubieten, was ihren Leistungsvorstellungen entspricht. Das ist eine sehr große Herausforderung. KERS ist ein schwieriges Gebiet, aber es ist sehr wichtig, wenn man nächstes Jahr um die Weltmeisterschaft kämpfen möchte", so der Italiener.

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