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Fry bestreitet Vorwürfe von Suzuki und Weigl
 
von Christian Nimmervoll 09. Mai 2008 - 19:39 Uhr
 
Für Aguri Suzuki und Franz Josef Weigl ist Nick Fry der Sündenbock, was das Platzen des Deals angeht, der will davon jedoch nichts wissen
 
Nick Fry
Lässt sich von Suzuki und Weigl nicht zum Sündenbock stempeln: Nick Fry
Zoom © xpb.cc
(Motorsport-Total.com) - Von Aguri Suzuki und Franz Josef Weigl - also dem Verkäufer und dem Käufer, Menschen, die eigentlich wissen sollten, was wirklich passiert ist - wurde diese Woche Nick Fry als Sündenbock für das Scheitern des Super-Aguri-Deals dargestellt. Hondas Formel-1-Geschäftsführer habe alles unternommen, um Weigls Einstieg zu verhindern, so der Tenor.

Das soll schon damit begonnen haben, dass Fry seinem Kumpel Martin Leach von der Magma-Gruppe ein exklusives Verhandlungsrecht mit Super Aguri eingeräumt hat. Als der Magma-Deal platzte, war dies eine persönliche Niederlage für ihn. Als dann auf einmal Weigl Interesse zeigte, zweifelte Fry an der Zahlungskraft des deutschen Unternehmens - und zu guter Letzt soll er auch erwirkt haben, dass die Super-Aguri-Trucks in Istanbul nicht ins Fahrerlager durften.

 

 
Fry bestreitet alle Vorwürfe

 
"Unterm Strich war es Aguris Entscheidung."
Nick Fry
Doch all diese Vorwürfe seien "komplett unrealistisch", dementierte Fry nun gegenüber 'autosport.com'. Vielmehr habe er gar keinen Einfluss auf die Verhandlungen zwischen Suzuki und Weigl gehabt, die er sabotiert haben soll: "Unterm Strich war es Aguris Entscheidung", erklärte er und bestätigte, dass erst am Dienstag endgültig Klarheit über die Situation herrschte. Er habe Bernie Ecclestone also gar nicht früher vom Super-Aguri-Aus informieren können, wie es ihm unterstellt wird.

"Es wäre doch vermessen, zu glauben, dass ich Kontrolle darüber habe, wer in den Paddock darf und wer nicht", wehrte er sich gegen die Vorwürfe. "Bernie war informiert, was vor sich ging, und dann hat er seine eigene Entscheidung getroffen. Wenn die Trucks einmal im Paddock sind, dann wird es logistisch schwierig, sie wieder zu bewegen. Daher verstehe ich, dass er erst eine endgültige Entscheidung abwarten wollte, bevor er sie reinlässt."

Fry streitet allerdings gar nicht erst ab, dass ihm die Magma-Lösung am liebsten gewesen wäre - mit Mittelständler Weigl hatte er hingegen keine Freude: "Die Realität ist, dass wir uns nach einem langfristigen Partner für Aguri umgesehen haben, den man ernst nehmen kann und der ausreichende Ressourcen hat", gab der Brite zu Protokoll. "Wir hatten auf den Magma/DIC-Deal gehofft, aber der kam leider nicht zustande."

 
Wie groß ist Hondas Trauer?

 
"Der Grund für unsere schlechte Performance im Vorjahr war unsere Aerodynamik, sicher nicht Super Aguri."
Nick Fry
Hinter vorgehaltener Hand munkelt man indes, dass Fry wohl gar nicht allzu traurig war, als Super Aguri endgültig die Rollbalken herunterließ, denn das Budget, das bisher für das B-Team draufgegangen ist, könnte nun dem Werksteam zugute kommen. Auch Teamchef Ross Brawn zeigte sich in einigen Interviews ja nicht allzu enttäuscht darüber, dass sich Honda nun auf das hauseigene Projekt konzentrieren kann.

Fry meinte zu diesem Thema: "Der Grund für unsere schlechte Performance im Vorjahr war unsere Aerodynamik, sicher nicht Super Aguri." Gleichzeitig fügte er aber auch an: "Ich würde Super Aguri niemals die Schuld für unser Abschneiden in die Schuhe schieben, doch es ist auch offensichtlich, dass es ein kleiner Vorteil ist, wenn man sich nur noch auf eine Sache konzentrieren kann anstelle von zwei."

 
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