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Force India: Geplänkel zwischen Mallya und Teixeira

01. Mai 2008 - 18:01 Uhr

A1GP-Boss Tony Teixeira wirft Force India falsche Fahrerwahl vor - Teamchef Vijay Mallya reagiert: "Er soll lieber auf seine Standard-Rennserie schauen"

Vijay Mallya
Zwischen Vijay Mallya und A1GP-Boss Tony Teixeira läuft eine Verbalschlacht
© Force India

(Motorsport-Total.com) - Zwischen A1GP-Chef Tony Teixeira und Force-India-Boss Vijay Mallya ist ein unterhaltsamer Streit entbrannt. Es geht um die Ausrichtung des indischen Formel-1-Teams, im Speziellen um die Fahrerauswahl im neuen Team des Milliardärs Mallya. Teixeira hatte kritisiert, dass Force India ein falsches Signal an die indische Nation sende, wenn man keinen heimischen Piloten ins Cockpit setze.

Vor dem Hintergrund des A1GP-Sieges des Inders Narain Kathikeyan im Dezember vergangenen Jahres in China sagte Teixeira der Agentur 'Reuters': "Ich denke, die A1GP sendet das richtige Signal nach Indien, indem man zeigt, dass Indien den Weltcup gewinnen kann, obwohl es keine große Motorsportnation ist. Das Force-India-Team tut genau das Gegenteil."

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Teixeira ging in seiner Kritik noch sehr viel weiter, als er anfügte: "Force India gibt der indischen Jugend kein Signal. Das Team hat noch einen langen Weg vor sich, bis sie irgendwann einmal auf dem Podium sein werden. Auch wenn die Force-India-Geschichte gut für das Land ist, so ist es doch negativ, dass sie keinem indischen Nachwuchspiloten eine Chance geben."

Tony Teixeira
Tony Teixeira plant mit der A1GP-Serie eine Veranstaltung in Indien
© xpb.cc

Amüsiert und erbost zugleich schien Force-India-Teamchef nach den Vorwürfen zu sein. Mit einer ebenso ausführlichen wie sehr unterhaltsamen Erklärung reagierte Mallya. "Ich bin von den Kommentaren des Herrn Teixeira amüsiert, wenn ich höre, wie die Inder den Motorsport im Allgemeinen und das Force-India-Engagement in der Formel 1 im Speziellen sehen sollen."

"Herr Teixeira sollte lieber seine südafrikanischen Angelegenheiten und seinen selbst geschaffenen so genannten Weltcup des Motorsports kommentieren, der ja nichts weiter ist als eine Standard-Formelserie", schoss Mallya verbale Giftpfeile zurück. "Die indische Jugend damit zu locken, dass man ihr von irgendeinem Titelgewinn in einer Serie erzählt, die sich nicht einmal ansatzweise mit der GP2 oder Formel 1 vergleichen kann, ist doch nichts anderes als Mittelmaß für Weltklasse zu verkaufen."

"Das ist doch die falsche Message und es ist offensichtlich ein Akt der Verzweiflung angesichts des steigenden Interesses an der Formel 1 und am Team Force India", machte sich Mallya in seiner Erklärung über die Kritik des A1GP-Vermarkters lustig. So ganz nebenbei betonte der Force-India-Chef noch einmal: "Ich hatte bereits angekündigt, dass wir einen jungen indischen Pilot suchen und fördern werden."

"Ich bin von den Kommentaren des Herrn Teixeira amüsiert."
Vijay Mallya

"Wir werden ihn über die Kartserien und die GP2 aufbauen, um ihn eventuell an die Formel 1 heranzuführen. Hoffentlich können wir das in einem Zeitraum von fünf Jahren schaffen." Mallya machte in seiner Erklärung mehrfach deutlich, wie gut das Team bereits von der indischen Nation angenommen und unterstützt würde. "Ich spreche Herrn Teixeira die Kompetenz ab, über die Wünsche der indischen Jugend bezüglich des Motorsports zu urteilen."

Die Mallya-Erklärung liest sich phasenweise wie eine Glosse. Mit viel Humor und der nötigen Gelassenheit formulierte der Force-India-Chef seine Reaktion. Abschließend noch ein Beispiel: "Teixeira hat am Mittwoch gesagt, dass der Ferrari-Deal für das kommende Jahr seiner Meisterschaft endlich die gewünschte Glaubwürdigkeit verleihen würde. Vielleicht sollte ich daran erinnern, dass die Force-India-Fahrzeuge ebenfalls von Ferrari-Motoren angetrieben werden."