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GRAND-PRIX-BERICHTE
 
Istanbul: Räikkönen knapp vor Hamilton
 
von Christian Nimmervoll 09. Mai 2008 - 14:33 Uhr
 
Kimi Räikkönen fuhr im zweiten Training zum Türkei-Grand-Prix Bestzeit - David Coulthard Vierter - Bedingungen zu Beginn wegen Regens schwierig
 
Kimi Räikkönen
Kimi Räikkönens früh aufgestellte Bestzeit hielt bis zum Ende der Session
Zoom © xpb.cc
(Motorsport-Total.com) - Nachdem es schon am Vormittag mehr als 40 Minuten gedauert hatte, bis das Training allmählich in Schwung kam, mussten die türkischen Fans in Istanbul auch am Nachmittag gut 20 Minuten warten, ehe das zweite Freie Training Fahrt aufnahm. Der Grund dafür war wieder eine feuchte Strecke.

Zwar war diesmal nicht ein Reinigungsfahrzeug für die nasse Ideallinie verantwortlich, sondern leichter Tröpfelregen bis kurz nach 13:00 Uhr, aber das änderte nichts daran, dass die Teams zu Beginn der Session zunächst einmal in der Garage blieben. Als es dann endlich trocken wurde, passierte dafür umso mehr, denn die Strecke hatte wenig Grip und verleitete zu Fahrfehlern - in die das nach dem Super-Aguri-Ausstieg auf 20 Mann dezimierte Feld auch immer wieder hineintappte.

 

 
Räikkönen ohne Fahrfehler

Relativ cool spulte Weltmeister Kimi Räikkönen (Ferrari) trotz seiner Getriebeprobleme vom Vormittag sein Programm ab, denn der Barcelona-Sieger absolvierte 30 Runden und erzielte eine Bestzeit von 1:27.543 Minuten, war also nur unwesentlich langsamer als sein Teamkollege Felipe Massa in der ersten Session. Massa wurde übrigens nach 29 Runden mit 0,139 Sekunden Rückstand auf Räikkönen Dritter und bestätigte damit die gute Ferrari-Form.

Zwischen den beiden roten Boliden nistete sich Lewis Hamilton (McLaren-Mercedes/31 Runden) ein, der eine spektakuläre letzte Runde mit einem sehenswerten Drift in Kurve acht hinlegte und trotzdem nur um 36 Tausendstelsekunden an der Bestzeit vorbeischrammte. Auch der zweite Silberpfeil-Pilot, Heikki Kovalainen (+ 0,411/27 Runden), war als Fünfter recht gut bei der Musik - besonders bemerkenswert nach seinem Crash in Barcelona.

Mark Webber
Mark Webber musste sich die Session von der Box aus anschauen
Zoom © xpb.cc
Die große Überraschung war freilich David Coulthard (4./+ 0,220/24 Runden), denn der Red-Bull-Renault-Pilot legte immer wieder starke Zeiten hin, schob sich am Ende noch an Kovalainen vorbei und fuhr auf der Runde zurück an die Box nach abgelaufener Zeit sogar noch eine Bestzeit im Mittelsektor und eine persönliche Bestzeit in Abschnitt eins - das hätte eine kleine Freitagssensation geben können.

 
Webber produziert Schrott

Dennoch war die Stimmung im britisch-österreichischen Team ein wenig bedrückt, denn Mark Webber (19./+ 2,090/4 Runden) hatte seinen RB4 bei noch sehr schwierigen Bedingungen gleich zu Beginn in die Leitplanken gesetzt. Das bedeutete Arbeit für Mechaniker. Beschäftigt war auch die Crew von Adrian Sutil (20./Force-India-Ferrari/+ 3,289/9 Runden), doch beim Deutschen streikte die Technik und nicht der fahrerische Genius.

Schrott produzierte in der sehr dreher- und ausrittsreichen Session ansonsten nur noch Timo Glock (12./Toyota/+ 1,306/26 Runden): Der Toyota-Teamkollege von Jarno Trulli (7./+ 1,076/29 Runden) kam gut fünf Minuten vor Schluss von der Strecke ab, fuhr über den Randstein wieder auf eben diese zurück und musste dafür mit einem kaputten Frontflügel bezahlen. Rein von den Zeiten her wirkte er aber über weite Strecken recht konkurrenzfähig.

 
Rosbergs schnellste Runde gestrichen

Nick Heidfeld
Nick Heidfeld deckte seine Karten wie immer am Freitag nicht ganz auf
Zoom © xpb.cc
Die weiteren Deutschen: Nick Heidfeld (BMW Sauber F1 Team/+ 1,274/31 Runden) spulte wie immer ein konservatives Freitagsprogramm ab und war neuerlich langsamer als Stallgefährte Robert Kubica (6./+ 0,888/29 Runden), während Nico Rosberg (Williams-Toyota) eigentlich Sechster geworden wäre, auf seiner schnellsten Runde aber die Strecke abkürzte, die Zeit gestrichen bekam und daher als 13. gewertet wurde - nach 29 Runden bei 1,364 Sekunden Rückstand.

Tendenziell ähnlich stark wie zuletzt in Barcelona präsentierte sich das Renault-Team um Fernando Alonso (9./+ 1,138/26 Runden), dafür machte Toro-Rosso-Ferrari mit dem alten STR2B-Chassis auch im zweiten Freien Training keinen Stich - Sebastian Vettel (17./+ 1,919/30 Runden) war teamintern um einen Tick schneller als Sébastien Bourdais (18./+ 2,087/32 Runden). Langsamer waren nur Webber und Sutil mit ihren Handicaps.

Was das heutige Resultat für den Rest des Wochenendes zu bedeuten hat, ist noch unklarer als sonst, weil die Bedingungen sehr rutschig waren. Morgen soll es nämlich trocken bleiben, wodurch der Asphalt griffiger werden dürfte - und dann kann die Reifensituation komplett auf den Kopf gestellt werden. Nur eines scheint wieder eine feste Größe zu sein: Ferrari wirkt wie schon seit dem Malaysia-Grand-Prix am stärksten...

 
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