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Dennis lobt Diagnose-System der Formel 1

11. Mai 2008 - 12:05 Uhr

Kann ein Fahrer nach einem schweren Unfall wieder ins Auto steigen oder muss er noch pausieren? Diese Frage beantwortet ein aufwändiger Test

Ron Dennis
Ron Dennis ist froh, wie bei der Formel 1 der Zustand eines Fahrers beurteilt wird
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Wie will man objektiv feststellen, ob ein Formel-1-Pilot nach einem schweren Unfall wieder in das Auto einsteigen kann oder nicht, wenn er wie im Fall von Heikki Kovalainen keine offensichtlichen Verletzungen davongetragen hat?

Das Gehirn des Menschen reagiert sensibel auf hohe und kurze Verzögerungswerte. So trug der McLaren-Mercedes-Pilot bei dem Aufprall in die Reifenstapel von Barcelona eine leichte Gehirnerschütterung davon. Erst wenn sich das Gehirn davon erholt hat, darf ein weiterer Unfall riskiert werden. Denn bei einem Aufprall mit einer bestehenden Gehirnerschütterung drohen innere Blutungen.

Am Donnerstag musste Kovalainen einen Test durchlaufen, der in der Formel 1 seit ein paar Jahren nach schweren Unfällen obligatorisch ist. Regelmäßig werden bestimmte Werte jedes Fahrers ermittelt, zum Beispiel seine Reaktionsgeschwindigkeit oder die Fähigkeit, Dinge im Kurzzeitgedächtnis abzuspeichern.

Sind diese Werte nach einem Unfall stark negativ verändert, ist das ein Zeichen dafür, dass sich der Körper noch nicht ausreichend regeneriert hat. Beim Finnen stand das Signal nach dem Test auf Grün: "Er übertraf sogar alle Werte, die er zuvor erreicht hatte", verriet McLaren-Mercedes-Teamchef Ron Dennis in Istanbul.

"Wir können somit sagen, dass er fitter ist als jemals zuvor."
Ron Dennis

Der Brite begrüßt das Verfahren: "Es ist gut, dass wir von allen Fahrern diese Fakten haben und diese regelmäßig gegen verschiedene Parameter gemessen werden. Wir haben damit einen verlässlichen Mechanismus. Wir können somit sagen, dass er fitter ist als jemals zuvor."

Dennis ist beeindruckt, wie schnell sich sein Fahrer nach dem Crash erholte: "Das war eine bemerkenswerte Genesung. Natürlich heilt sich dein Körper von alleine und man muss in dieser Phase hart arbeiten, aber ich denke, dass dies vor allem der Tatsache zu verdanken ist, wie groß unsere Aufmerksamkeit war, die wir auf seine Genesung lenkten."

So habe man ihn erst einmal ein paar Tage Ruhe in Spanien gegönnt, bevor der Heimtransport nach Finnland erfolgte. Dort zeigten erste Untersuchungen keine Unfallfolgen: "Aber dann setzten wir (bei der CT-Untersuchung) auf eine sehr hohe Auflösung und wir konnten ein Trauma in seinem Kopf sehen."

Die Tatsache, dass er nach seinem Unfall beim nächsten Rennen schon wieder fahren konnte und vor allem von der ersten Runde an schnell unterwegs war, sei ebenfalls wichtig gewesen: "Das hilft dir psychologisch."

Kovalainen selbst hat zugegeben, dass es für ihn ganz wichtig war, in Istanbul wieder fahren zu können. Natürlich habe er sich nach dem Crash erst einmal etwas Ruhe gegönnt: "Aber dann begann ich mich zu langweilen". Wäre die Pause länger gewesen, hätte dies bei ihm zu "einem mentalen Problem" führen können.

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