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Davidson: Natürlich belastet es mich

02. Mai 2008 - 10:31 Uhr

Die finanziellen Schwierigkeiten machen auch vor den Piloten nicht halt - neben Zahlen und Daten haben sie auch die Probleme im Kopf

Anthony Davidson
Anthony Davidson weiß nicht, wohin die Reise mit Super Aguri geht
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Um Anthony Davidson ist es recht still geworden. Lange Jahre galt er als "Edeltester" von Honda und wurde 2007 als Teamkollege von Takuma Sato bei Super Aguri ins Renncockpit befördert. Doch 2008 ist der Rennstall von Aguri Suzuki böse abgestürzt, nachdem man noch vergangenes Jahr teilweise sogar die Topteams ärgern konnte und das einzige Vergnügen, welches dem Briten geblieben ist, besteht darin, sich mit Takuma Sato in der letzten Startreihe zu messen.

Das liegt aber nicht an der schlechten Arbeit der Ingenieure in Oxfordshire, viel mehr an der finanziell schwierigen Lage, in der sich das Team gegenwärtig befindet. Das begann schon 2007, als ein wichtiger Sponsor des Teams seine Zahlungen plötzlich einstellte und ein großes Loch in die Teamkasse riss. Nun hängt das Team Grand Prix für Grand Prix über dem Abgrund und das ist eine Belastung, die auch an Anthony Davidson nicht vorbei geht.

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Der Brite erklärte gegenüber 'autosport.com', wie die Lage immer schlimmer und schlimmer wurde und sich vor dem Großen Preis von Australien dramatisch zuspitzte. Zu dem Zeitpunkt hätte Davidson noch die Möglichkeit gehabt, entweder in einem anderem Team unterzuschlüpfen oder etwas ganz anderes zu machen. Doch der 29-Jährige entschloss sich, bei Super Aguri zu bleiben und die Sache auszustehen.

"Es ist momentan wie eine Achterbahnfahrt. Alles sah vor zwei Wochen augenscheinlich noch gut aus", so Davidson. "Jeder war optimistisch und wir glaubten wieder an unsere Zukunft. Wir fassten wieder Vertrauen und lieferten in Bahrain ein gutes Rennen ab. Jedermann war zuversichtlich. Doch eine Woche vor Barcelona waren wieder die schlechten Nachrichten zu hören. Diesmal habe ich nicht mehr wirklich geglaubt, dass ich in Spanien fahren werde, so schlimm wurde es."

Die Sorgen kommen immer wieder

Die Schwierigkeiten des Teams behindern auch einen reibungslosen Ablauf des Wochenendes für die Fahrer. Nur im Auto kann der Super-Aguri-Pilot ganz abschalten: "Mental spielt das schon eine Rolle. Ich kam hier her und habe erwartet, das Schlimmste zu hören und gar nicht mehr fahren zu können. Dann drehte ich Freitag die ersten Runden und es kristallisierte sich heraus, dass wir doch fahren würden. Man muss sich dann einfach ins Cockpit setzen und Gas geben."

"In meinem Kopf spukten Gedanken, dass wir dieses Wochenende oder Jahr nicht mehr kämpfen könnten und wenn man dann doch fahren kann, geht alles von vorne los. Es ist, als wolle mich jemand ärgern. Ich kann es nicht erklären. Am Freitag war mein Kopf ganz durcheinander und um ehrlich zu sein ist er es noch immer", beschreibt Davidson seine Gefühle.

Zumindest bei 300 Stundenkilometern kann der Brite seine Sorgen vergessen: "Das Auto selbst ist der leichteste Teil des Ganzen. Man fährt wie ein Autopilot und macht einfach seinen Job. Dann steigt man aus und alles trifft einen wieder wie ein Schlag. Und das betrifft hier viele Leute. Diese Jungs haben Ehefrauen und Kinder, wie jeder andere auch. Es war sehr schwer, sich am Freitag zu motivieren, aber wir haben es hinbekommen und konnten mit dem Gedanken, dieses Wochenende fahren und kämpfen zu können, gut schlafen."

Die Zukunft des Teams hängt wie ein Damoklesschwert über den Köpfen: "Eine Frage hat man aber immer im Hinterkopf: 'Ist dies das letzte Mal?' Nach dem Qualifying war ich noch guter Dinge, ich habe eine Million Runden absolviert und es wäre verdammt schade, sollte es das letzte Mal gewesen sein, wo ich in einem Formel-1-Auto in einem Qualifying kämpfen kann. Und ich war sehr gut unterwegs. Im Auto selbst habe ich keine Probleme, dort ist es fantastisch."