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Coulthard frustriert über Glock und Sutil

06. Mai 2008 - 11:05 Uhr

David Coulthard geriet im Rennen in Barcelona zweimal mit deutschen Fahrern aneinander und sah die Schuld beide Male nicht bei sich

David Coulthard
David Coulthard wartet nach vier Rennen noch auf seine ersten WM-Punkte
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Für den Spanien-Grand-Prix hatte David Coulthard eigentlich seine ersten WM-Punkte 2008 fest eingeplant, aber nach Platz zwölf stand er wieder einmal mit leeren Händen da. Dafür verantwortlich war eine Reihe von Zwischenfällen, die nicht in seiner Hand lag - und an der zwei deutsche Fahrer beteiligt waren.

Gleich in der Startphase geriet der Red-Bull-Pilot mit Adrian Sutil aneinander, der in der vierten Kurve innen ein sehr optimistisches Überholmanöver riskierte, Coulthard berührte, sich selbst drehte und daraufhin mit Sebastian Vettel kollidierte, der von hinten kam und nicht mehr ausweichen konnte. Sutil bekam für diese Aktion schon von Vettel sein Fett ab und muss sich nun auch von Coulthard einiges anhören.

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Klärendes Gespräch mit Sutil

"Fahr hin, wo du willst, aber nicht dorthin, wo ich fahre, denn das ist meine Linie."
David Coulthard

"Ich habe vor dem Rennen mit Adrian gesprochen und zu ihm gesagt: 'Okay, wir stehen wieder sehr nahe beieinander - lass uns das, was wir letztes Mal gemacht haben, nicht wiederholen!' Ich habe ihm gesagt, dass ich in der ersten Kurve innen bleiben würde: 'Fahr hin, wo du willst, aber nicht dorthin, wo ich fahre, denn das ist meine Linie.' Er hat geantwortet: 'Okay, ich verstehe, danke!'", schrieb "DC" in seiner Kolumne für 'ITV'.

Tatsächlich gerieten sich die beiden in der ersten Kurve wie abgemacht nicht in die Quere, "aber dann kam er in der vierten Kurve aufs Gras und er fuhr mir seitlich ins Auto", ärgerte sich Coulthard. Am Abend darauf gab es die nächste Unterhaltung: "Als ich ihn in der Amber-Lounge getroffen habe, hat er sich bei mir entschuldigt und zugegeben, dass er die Kontrolle verloren hat. Ich war wieder mal zur falschen Zeit am falschen Ort."

Später im Rennen wurde der Schotte dann auch noch von Toyota-Rookie Timo Glock angerempelt: "Es ist sehr frustrierend, aber es macht keinen Sinn, das groß zu analysieren, denn es war einfach ein Fehler von Timo. Ich war gerade aus den Boxen gekommen, er versuchte ein verzweifeltes Manöver beim Anbremsen von Kurve fünf und verschätzte sich - Punkt", gab Coulthard etwas frustriert zu Protokoll.

Von Ideallinie und Co.

"Vielleicht haben sie in Deutschland oder in der GP2 eine andere Philosophie."
David Coulthard

"Timo hat nachher gesagt, dass die Tür offen war und ich sie zugeschmissen habe. Nun ja, das ist die Ideallinie! Rennfahrer haben sie schon vor vielen, vielen Jahren erfunden! Die Ideallinie bringt nun mal mit sich, dass man am Kurveneingang nach außen zieht und dann nach innen schneidet, um einen idealen Radius zu haben und so viel Geschwindigkeit wie möglich mitzunehmen. Aber vielleicht haben sie in Deutschland oder in der GP2 eine andere Philosophie", kritisierte der 37-Jährige.

Am meisten ärgerte er sich aber über Giancarlo Fisichella, der am Start in der ersten Kurvenkombination von der Strecke abkam, auf der asphaltierten Auslaufzone jedoch nicht vom Gas ging und so den Red Bull passierte. Coulthard suchte nach dem Rennen FIA-Rennleiter Charlie Whiting auf, um den Zwischenfall zu melden und anzuregen, dass man an der Stelle Höcker montieren sollte, um etwaige Ausreitende abzubremsen.

Die Rennleitung unternahm aber nichts, weil sie Fisichellas Aktion nicht auf ihren Monitoren gesehen hatte. Coulthard: "Das unterstreicht einen Fehler im System, denn die Kommissare verlassen sich mit ihren Entscheidungen nur auf die TV-Bilder - sie haben keine andere Möglichkeit, herauszufinden, was passiert ist, und wenn von der Kamera nichts aufgezeichnet wird, dann können sie nichts tun", schrieb der Red-Bull-Pilot leicht angesäuert.