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Aus für Super Aguri: Da waren es nur noch zehn...

06. Mai 2008 - 12:23 Uhr

Aguri Suzuki musste schweren Herzens seinen Rückzug aus der Formel 1 bekannt geben - Honda bot keine Unterstützung mehr an

Aguri Suzuki
Ciao, Aguri-san! Es heißt Abschied nehmen von Suzuki und seinem Team...
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com/sid) - Chronischer Geldmangel, der Verlust des Hauptsponsors, kein neuer Investor und Mutterkonzern Honda, der das Zweitteam nicht mehr künstlich am Leben halten wollte: Für Super Aguri stehen seit Dienstag die Formel-1-Ampeln endgültig auf Rot. Nachdem sich das Aus für den Rennstall des früheren Formel-1-Fahrers Aguri Suzuki bereits seit längerer Zeit abgezeichnet hatte, zog sich das Honda-Zweitteam nach gut zwei Jahren und vier WM-Punkten nun mit sofortiger Wirkung aus der Königsklasse zurück.

Er habe seinen Traum verwirklicht, Besitzer eines Formel-1-Teams zu werden, erklärte Gründer und Teamchef Suzuki auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz in Tokio, "aber leider musste ich diese schwierige Entscheidung treffen". Damit gehen beim fünften von 18 Saisonrennen am Sonntag in Istanbul gehen nur noch zehn Teams an den Start. Der Japaner Takuma Sato und der Brite Anthony Davidson sind dann nur noch Zuschauer, wenn die verbliebenen 20 Piloten beim Grand Prix der Türkei Gas geben.

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Fast so viele WM-Punkte wie Honda

Im November 2005 hatte das Privatteam einen Startplatz zugesagt bekommen. Vier WM-Zähler fuhr Sato 2007 für den am sportlichen Existenzminimum arbeitenden Rennstall ein, nur zwei weniger als Honda mit den weitaus größeren finanziellen Möglichkeiten. Ein Achtungserfolg für das kleine Super-Aguri-Team, eine Blamage für den Mutterkonzern.

Zum keineswegs überraschenden Rückzug wäre es beinahe bereits vor dem Grand Prix von Spanien in Barcelona vor zwei Wochen gekommen. In letzter Minute und erst nach zähen Verhandlungen bis tief in die Nacht hatte sich Honda bereiterklärt, Super Aguri noch einmal finanziell unter die Arme zu greifen. Zuvor war der geplante Einstieg der britischen Magma-Gruppe, die mit Geld von Finanzinvestoren aus Dubai einen nicht genau bezifferten Teil des Rennstalls übernehmen wollte, kurzfristig gescheitert.

Dass sich der Hauptsponsor des Rennstalls zuvor zurückgezogen hatte, führte zum finanziellen Dilemma: "Ein Vertragsbruch vom Partner SS United hat das Team in finanzielle Schwierigkeiten gestürzt", erklärte Suzuki. Mit Hilfe von Honda habe man es "irgendwie geschafft, das Team am Laufen zu halten". Aber nun seien die Rahmenbedingungen zu schwierig geworden, um eine Zukunft in der Formel 1 zu sichern.

Weigl-Angebot: Veto von Honda

Aguri Suzuki und Daniele Audetto
Sternstunde: Aguri Suzuki und Daniele Audetto stoßen auf die ersten Punkte an
© Super Aguri

Zuletzt hatte sich die Weigl-Gruppe angeboten, das Team zu übernehmen. Doch Honda-Geschäftsführer Nick Fry legte offenbar wegen Zweifel an der Finanzkraft des Automobilzulieferers aus dem süddeutschen Pöttmes ein Veto ein. Der japanische Automobilhersteller, der Super Aguri mit Motoren, alten Chassis und technischer Hilfe zuvor stets unterstützt hatte, war selbst nicht mehr zu einem finanziellen Engagement und einer weiteren Rettungsaktion bereit.

Mindestens 50 Millionen Euro soll Super Aguri Honda geschuldet haben. Für Honda war eine angedachte Zahlung dieser Summe in Raten über drei Jahre durch die Weigl-Gruppe offenbar ein zu hohes Risiko. Bereits am Montag war dem Team in Istanbul der Zutritt zur Rennstrecke verweigert worden.

Sein Dank gelte Honda für die Unterstützung, sagte Suzuki am Dienstag ohne Groll, dass diese nun ausblieb. Auch die beiden Fahrer Sato und Davidson bedachte der Teamchef beim Abschied mit Lob, genauso wie alle Mitarbeiter, Helfer und Fans. Dann fiel der letzte Vorhang für Super Aguri in der sündhaft teuren Formel 1.