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Wurz: "Ein enormer Schritt nach vorn"

05. April 2008 - 12:29 Uhr

Der Honda-Testfahrer über die Fortschritte des japanischen Rennstalls, die Sensibilität der Aerodynamik und seine Prognose für das Qualifying

Alexander Wurz
Alexander Wurz tippt im Qualifying auf Felipe Massa als Pole-Setter
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Nach den Testfahrten im Winter waren die meisten Experten davon ausgegangen, dass Honda der Konkurrenz gnadenlos hinterherfahren würde. Doch beim letzten Test schraubten die Japaner ein neues Aerodynamik-Paket an das Auto und prompt war das Auto um rund sieben Zehntelsekunden pro Runde schneller.

"Man muss schauen, wo wir herkommen, und wo wir jetzt stehen", beginnt Testfahrer Alexander Wurz im Interview mit 'Premiere' seine Analyse der bisherigen Leistung des Teams. "Bei den Testfahrten im Winter war es ja ganz klar erschütternd, denn dort konnten wir nicht einmal mit neuen Reifen und wenig Benzin an Bord vom letzten Platz wegkommen."

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"Es gibt im Moment kein schlechtes Team, sie sind alle saugut."
Alexander Wurz

"Aber wir haben uns stetig verbessert und sind jetzt im Mittelfeld angekommen", weiß der Österreicher. "Das ist schon ein tolles Resultat. Man muss eines wissen: es gibt im Moment kein schlechtes Team, sie sind alle saugut. Die Marge, in der man sich hier bewegt, ist sehr klein und es geht sehr knapp zu. Deswegen ist dies von Honda ein enormer Schritt nach vorn."

Auffällig ist, dass viele Fahrer neben der Strecke zu finden sind und sich über den Wind beklagen. Hierfür hat der Rennfahrer aus Österreich eine Erklärung parat: "Da das Reglement seit Jahren gleich ist, ist die Aerodynamik an einem extremen Punkt angelangt. Man reizt alles aus, kommt dann Wind von der Seite oder von hinten - das ist am schlechtesten -, dann wird die Strömung, die vom Frontflügel bis zum Heck des Autos perfekt funktioniert, gestört. Du verlierst dadurch Abtrieb."

"Wenn man als Fahrer am Limit fährt, dann rechnet man mit jedem Kilogramm Abtrieb. Wenn dir auf einmal 30 oder 40 Kilogramm Abtrieb fehlen, weil dich eine Windböe von hinten erwischt, dann rutschtst du natürlich weiter raus und machst einen Fahrfehler."

"Man muss damit leben."
Alexander Wurz

"Das ist schlecht, denn wenn es so knapp zugeht, dann sind ein oder zwei Fehler, die du dir durch einen solchen Fehler einhandelst, eben zu viel. Weil dieser Fehler durch die Umwelt bedingt wird, beschweren sich die Fahrer natürlich. Auf der anderen Seite ist dies jedoch für alle gleich. Man muss damit leben."

Kann Wind somit auch für die Piloten eine Gefahr darstellen? "Bei starken Windböen kann dies schon gefährlich werden, wenn man sich verschätzt. Man muss am Morgen schon schauen, wo der Wind herkommt. Manchmal verändern auch die Tribünen den Wind, weil sich der Wind an ihnen dreht, eine Spirale macht. Man muss schon sehr clever sein und aufpassen, was der Wind macht, so dass er einem keinen Strich durch die Rechnung macht."

Wie lautet die Prognose des 34-Jährigen im Hinblick auf das Qualifying? "Wir haben im dritten Freien Training gesehen, dass die Teams total durchmischt sind. Das kommt dadurch zu Stande, dass sich einige Teams für das Qualifying und andere für das Rennen vorbereiten. Im Zeitenfahren wird meiner Meinung nach Massa die Pole Position holen."

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