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Vor Barcelona: Sutil gerät unter Druck

22. April 2008 - 16:38 Uhr

Für Adrian Sutil ist Barcelona ein besonders wichtiges Rennen, denn sollte er Giancarlo Fisichella weiterhin hinterherfahren, dann wird es eng

Adrian Sutil
Adrian Sutil sollte möglichst bald zu seiner alten Form zurückfinden
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - In seinem Premierenjahr in der Formel 1 hatte Adrian Sutil gleich drei Teamkollegen, die er scheinbar mühelos demontieren konnte: Christijan Albers, Markus Winkelhock und Sakon Yamamoto. Als er dann im Regen von Monaco Trainingsbestzeit und in Fuji als Achter erstmals in die WM-Punkteränge fuhr, avancierte er endgültig zum Kritikerliebling.

Aber nicht einmal ein Jahr später ist alles anders: Gegen den erfahrenen, aber zuletzt bei Renault eher farblosen Giancarlo Fisichella zog er an den ersten drei Rennwochenenden 2008 klar den Kürzeren. Das ist insofern problematisch, als dieses Jahr über den weiteren Verlauf seiner Karriere entscheiden könnte - bügelt er Fisichella, dann dürften die Topteams auf ihn aufmerksam werden, bleibt er aber die Nummer zwei, dann blüht ihm die Versenkung.

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Stuck: Fisichella wird unterschätzt

"Sich mit Fisichella messen, ist eine Aufgabe, die er hinbekommen muss."
Hans-Joachim Stuck

"Bei Sutil haben im Vorjahr alle gesagt, dass er stark ist. Ich auch", analysiert 'Motorsport-Total.com'-Experte Hans-Joachim Stuck. "Dazu stehe ich, denn er hatte ein Auto, das sehr schwierig zu fahren war. Für ihn war klar: Sich mit Fisichella messen, ist eine Aufgabe, die er hinbekommen muss. Denn Fisichella ist immer noch ein guter Mann, aber er wird nicht mehr als top eingestuft - was vielleicht ein Fehler ist. Er muss ihn jedenfalls bügeln, sonst sieht es schlecht aus für die weitere Karriere."

Der Kredit sei bei dem 25-Jährigen in der zweiten Saison in der Formel 1 weg, so Stuck weiter. Diese Einschätzung teilt auch unser zweiter Experte Marc Surer, der zwar nicht grundsätzlich an den Fähigkeiten des Deutschen zweifelt, aber sehr wohl findet, dass er seine Schwierigkeiten bald überwinden muss. Sprich: Im Qualifying muss eine Steigerung kommen, denn die Rennpace war ja schon bisher nicht das Problem.

Team formiert sich hinter Fisichella

"Fisichella ist der Liebling im Team."
Marc Surer

Klar ist aber auch: "Fisichella ist der Liebling im Team", meint Surer. Daher sei es auch nur natürlich, dass der Routinier mehr Rückendeckung bekommt als der noch recht unerfahrene Deutsche - Stichwort Ressourcenteilung: "Logischerweise muss das Team auf Fisichella setzen, gerade weil es ein kleines Team ist - er bringt das Team vorwärts. Wenn es nur einen Satz neue Teile gibt, dann bekommt die erstmal Fisichella."

"Wichtig ist", betont der ehemalige Grand-Prix-Pilot und heutige TV-Kommentator daher weiter, "dass er keine Einbrüche hat. In Bahrain war er vom Speed her recht nahe dran. Er darf nicht aufgeben, aber besonders nicht über den Grenzen des Autos zu fahren versuchen. Den Eindruck habe ich manchmal, dass er es mit der Brechstange probiert. Das geht nicht. Er muss ruhig bleiben, dann klappt das schon."