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Vettel: "Kommt ein Schnellerer, bist du draußen"

21. April 2008 - 14:30 Uhr

Toro-Rosso-Pilot Sebastian Vettel träumt vom Weltmeister-Titel, hat aber ein realistisches Ziel: "Schon ein WM-Punkt wäre eine tolle Sache"

Sebastian Vettel
Sebastian Vettel gibt als die deutsche Formel-1-Hoffnung für die Zukunft
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Er gilt als eines der größten deutschen Motorsport-Talente, die Zukunft könnte schon bald in einem der Topteams der Formel 1 liegen. Sebastian Vettels aktuelle Realität heißt aber Toro Rosso und ist in der Hackordnung der Königsklasse recht weit hinten zu finden. Der intelligente junge Deutsche weiß um die bescheidenen Möglichkeiten mit der italienischen Mannschaft und setzt sich daher auch eher zurückhaltend seine Ziele für die weitere Saison.

"Ein Traum ist der WM-Titel. Aber schon ein WM-Punkt wäre eine tolle Sache", erklärte Vettel gegenüber 'welt.de'. Der Toro-Rosso-Pilot erlebte im vergangenen Jahr einen guten Einstieg in die Formel 1, machte nun aber auch mit der Kehrseite der Medaille Bekanntschaft. Zum Saisonauftakt gab es drei Ausfälle in Folge: "Ich schlafe gut und Appetit habe ich auch noch. Aber ich denke viel darüber nach, wie ich mit Hilfe meines Teams die Situation verbessern kann."

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"Misserfolge ärgern mich, aber ich fresse das nicht in mich herein, sondern suche nach Gründen. Im Prinzip gibt es für jeden Rennfahrer nur eine Maxime: hoffentlich ist die Kiste richtig schnell", so der 20-Jährige. Bei Toro Rosso ist Besserung in Sicht, denn voraussichtlich wird man beim Istanbul-Grand-Prix im Mai erstmals das neue Auto einsetzen können. Auch wenn Teamkollege Sébastien Bourdais das erste Fahrzeug der neuen Generation bei den Barcelona-Tests nach wenigen Runden verschrottete.

Der Pilot als zentraler Baustein

Sebastian Vettel
Der eine ist Weltmeister, der andere will es werden: Vettel und Räikkönen
© xpb.cc

Auf den Formel-1-Fahrern laste ein ungeheurer Druck, erklärte Vettel weiter: "Das ist enorm. Du sitzt im Auto und bist der erste Ansprechpartner trotz aller Technik, die dich umgibt. Du musst auf Fitness und Gesundheit achten, um immer die optimale Leistung anzubieten. Schließlich hängen viele Existenzen an den von dir erreichten Ergebnissen, nicht nur deine eigene." Gerade das familiäre Umfeld gebe ihm die nötige Kraft und den oft ersehnten Ausgleich für seinen Job.

"Freunde und Familie holen dich immer wieder auf den Teppich zurück, weil ihr Leben normal weitergeht, weil sie den Alltag erleben, der uns manchmal fehlt. Und sie können prima trösten, wenn man mal im Tief steckt." Aus Angst vor einem Dauertief hatte sich Vettel auch rechtzeitig dafür entschieden, neben der Motorsport-Karriere das Abitur zu machen. "Das kam aus eigenem Antrieb. Ich konnte nicht wissen, wohin mein Weg im Rennauto führt, aber mir war klar, dass es nur dann einen guten Job außerhalb des Motorsports gibt, wenn man einen Abschluss hat."

Das Haifischbecken Formel 1

"Es hängen viele Existenzen an den von dir erreichten Ergebnissen, nicht nur deine eigene."
Sebastian Vettel

"Man darf sich seines Status nie sicher sein. Eine Krankheit oder eine Verletzung zum falschen Moment und du liegst schnell mal für sechs Monate flach. In dieser Zeit kann im Motorsport keiner auf dich warten. Im Gegenteil, kommt ein Schnellerer, bist du draußen", beschrieb Vettel das Haifischbecken in der Formel 1. "Selbstverständlich war für mich im Motorsport noch nie etwas. Ich bin stolz darauf, was ich erreicht habe", fügte der 20-Jährige an.

Vettel hat in den vergangenen Monaten viel Lob von allen Seiten bekommen. Einige Experten sehen den Nachwuchsmann spätestens in zwei Jahren bei einem Topteam in der Formel 1. An Zurücklehnen und Genießen sei nicht zu denken, so der Toro-Rosso-Shootingstar: "Nur, wenn man seinen Job schnell wieder loswerden will. Alle Fahrer arbeiten mit zunehmendem Erfolg auch immer ein bisschen härter. Ich möchte näher an die Spitze kommen und die Spitze will dort bleiben. Die Intensität wird immer größer."