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Trulli erklärt den Unterschied zu Glock

05. April 2008 - 20:51 Uhr

Für Jarno Trulli läuft es derzeit wie am Schnürchen, daher stimmt auch die Motivation wieder: "Sehe, dass wir als Team besser werden"

Jarno Trulli
Jarno Trulli legt dieser Tage ein neues Selbstbewusstsein an den Tag
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Mit Platz vier in Malaysia sendete Jarno Trulli ein kräftiges Lebenszeichen, auch mit Toyota scheint es wieder aufwärts zu gehen. Denn der Italiener fuhr in allen drei bisherigen Qualifyings 2008 in die Top 10 und war auch jeweils schneller als sein neuer Teamkollege Timo Glock. Mit Startplatz sieben heute in Bahrain setzte er diesen positiven Trend fort.

Trulli zeigte sich "sehr zufrieden" mit dem Abschneiden, aber er warf noch im gleichen Atemzug ein: "Wir müssen zugeben, dass Ferrari, McLaren und BMW vor uns liegen. Ich hätte damit gerechnet, dass wir näher an BMW dran sein würden, aber dafür ist hier offenbar nicht die richtige Strecke", so der Toyota-Pilot, dessen Team im Winter in Bahrain getestet hat: "Schwer zu sagen, wie viel das gebracht hat, aber ich war froh darüber, denn so kamen wir schon mit einem guten Setup hier an."


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Bahrain nicht optimal für Toyota?

"Auf einer engen Strecke sollten wir näher dran sein, aber hier fehlt uns noch ein bisschen."
Jarno Trulli

Toyotas TF108 verfügt zwar über einen der fahrbarsten Motoren im Feld, aber der Bahrain International Circuit schmeckt dem Auto dennoch nicht optimal: "Auf einer engen Strecke sollten wir näher dran sein, aber hier fehlt uns noch ein bisschen", erklärte Trulli. "Unser Auto ist nicht schlecht, was Balance und Grip angeht, aber was uns noch abgeht, ist Power und ein geringer Luftwiderstand. Da liegt noch Arbeit vor uns."

Zumindest hatte er Glock wieder sicher im Griff, denn während der Deutsche schon in Q2 wegen eines schlechten zweiten Reifensatzes scheiterte, schaffte die Nummer eins bei Toyota locker den Einzug in die Top 10. Die beiden sind meistens durch zwei bis vier Zehntelsekunden getrennt. Zwischenmenschlich passt es aber: "Ich komme sehr gut mit ihm aus und wir haben das gleiche Gefühl für das Auto, was sehr wichtig ist, weil wir beide das Gleiche vom Team wollen", so Trulli.

Aber wir fragen uns: Wie bitte, Jarno? Es ist kein Geheimnis, dass Trulli mit dem TF108 viel besser zurechtkommt als Glock. Der Schlüssel liegt im Fahrstil: Der Routinier aus Pescara bleibt während des Bremsvorgangs beim Einlenken in die Kurven - ähnlich wie beim Kartfahren - noch auf dem Gas und überfährt damit die Probleme des Boliden, während Glock konventioneller bremst. Dadurch geht aber Stabilität verloren, sobald sich das Gewicht von hinten nach vorne verlagert.

Erfahrung nun wichtiger als früher?

"Ich habe immer gesagt, dass mir das Fahren ohne Traktionskontrolle lieber ist."
Jarno Trulli

Mit dem Verbot der elektronischen Fahrhilfen hat das nicht wirklich etwas zu tun, auch wenn Trulli sagt: "Ich habe immer erklärt, dass mir das Fahren ohne Traktionskontrolle lieber ist." Außerdem profitierte er heute im Duell mit Glock kurioserweise vom recht starken Wind, denn dadurch war das Fahrverhalten praktisch in jeder Bremszone anders. Trulli konnte dabei mit mehreren Jahren Toyota-Erfahrung die Balance schon erahnen, während Glock meistens völlig im Dunkeln tappte.

"Timo hat bewiesen, dass er Talent hat, denn er ist meistens nahe an mir dran. Aber manchmal macht eben wirklich die Erfahrung den Unterschied", erklärte der 33-Jährige. "Erfahrung hat jetzt einfach wieder mehr Gewicht. Timo kommt aus der GP2, in der es keine Fahrhilfen gibt, aber das Problem sind nicht die Fahrhilfen, sondern das Problem ist die Formel 1, die man erst lernen muss, die Strecken und so weiter. Das ist nicht einfach."

Dass er den Jungspund im Team genauso im Griff hat wie in den vergangenen Jahren Ralf Schumacher, bekommt Trullis Psyche natürlich nicht schlecht: "Die Motivation lässt nicht nach, denn die Ziele sind ja auch gleich geblieben. Jetzt sehe ich wieder, dass wir als Team besser werden, und damit steigt auch meine Motivation. Ich weiß, dass ich noch gut genug bin", sagte der Monaco-Sieger von 2004 - und klang dabei, als hätte er wieder Morgenluft gewittert...

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