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Schumacher: "Eine sehr aufregende Saison"

27. April 2008 - 10:15 Uhr

Michael Schumacher über die Leistung von Ferrari, die bisherige Saison, Testfahrten für das Reglement 2009 und seine Ausflüge in den Motorrad-Sport

Michael Schumacher
Michael Schumacher stand der Presse in Barcelona Rede und Antwort
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Michael Schumacher ist nur noch selten an der Rennstrecke, doch seinen Besuch in Barcelona hat sich der Deutsche gut ausgesucht, schließlich ist Ferrari auf der spanischen Rennstrecke stark unterwegs: "Es war nach den Tests ziemlich offensichtlich, dass wir sehr stark sein würden", erklärte der heutige Ferrari-Berater und "Edel-Testfahrer" den Medien-Vertretern. "Wir haben ein sehr gutes Paket. In Barcelona ist es sehr wichtig, ein sehr gutes Auto zu haben, und die Ingenieure haben hart dafür gearbeitet."

Dass der 39-Jährige erst beim vierten Rennen der Saison dabei ist, hat natürlich seinen Grund: "Die ersten Rennen finden natürlich weit entfernt statt. Ich reise wirklich nicht sehr gern und habe es vorgezogen, zuhause zu bleiben. Dieses Rennen findet in der Nähe statt, ich war hier während der Tests, es ist aus diesem Grund klar, dass ich hier bin und mir anschaue, was vor sich geht. Ich kann mir so auch gut ein Bild von der Situation machen."

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Michael Schumacher ist nach wie vor froh zu sehen, dass sein Team, mit dem er so großartige Erfolge feiern durfte aber auch schwierige Zeiten durchgemacht hat, nach seinem Rücktritt als aktiver Fahrer und nach dem personellen Umstrukturierungen nach wie vor konkurrenzfähig ist: "Wir haben bei Ferrari eine starke Basis. Den Weggang von so wichtigen Leuten wie Ross Brawn konnten wir kompensieren. Das war ein wichtiger Punkt."

"Es geht dermaßen knapp zu."
Michael Schumacher

Den bisherigen Verlauf der Weltmeisterschaft beschreibt der Rekord-Sieger als "sehr aufregend": "Es geht dermaßen knapp zu, sogar im Qualifying. Ich habe acht oder neun Autos innerhalb von einer Zehntelsekunde gesehen. Für uns ist dies alles aufregend, inklusive für mich selbst. Ich bin immer noch ein Teil davon. Ich bin immer noch involviert, vielleicht nicht so viel, dass ihr dies seht, aber von meiner Seite aus tue ich genug, um es nicht wirklich zu vermissen."

Als Testfahrer von Ferrari probierte Michael Schumacher zuletzt immer wieder die profillose Reifen aus, die ab der kommenden Saison in der "Königsklasse des Motorsports" wieder eingesetzt werden: "Ein Fahrer ist immer ein großer Fan von etwas, wenn es ihn schneller macht", begrüßt der Ex-Champion die Rückkehr der Slicks.

"Es geht natürlich nicht darum, die Formel 1 schneller zu machen."
Michael Schumacher

Wie die Autos kommendes Jahr sein werden, kann der Wahl-Schweizer jedoch nicht beurteilen: "Ich denke, dass niemand von uns die Autos so getestet hat, wie sie in der Zukunft sein werden. Wir können nur grobe Schätzungen abgeben, denn niemand verfügt über das Paket für 2009. Und es geht natürlich nicht darum, die Formel 1 schneller zu machen, sondern den Schwerpunkt von der aerodynamischen auf die mechanische Haftung zu lenken."

Sein Zwischenfazit fällt jedoch gut aus: "Es macht mehr Spaß, mit mechanischer Haftung als mit aerodynamische Haftung zu fahren. Denn dies fühlt sich konstanter an, man kann anderen Autos dichter folgen. Das Überholen wird aus diesem Grund besser möglich sein. All dies macht es etwas anders und aufregender, auch wenn wir auf die endgültigen Autos warten müssen."

Damit es ihm nicht langweilig wird, sucht sich Michael Schumacher viele Beschäftigungen abseits der Formel 1. So nahm er zuletzt sogar an Motorrad-Rennen teil. Obwohl es dort im Gegensatz zum Automobil-Sport für die Fahrer keine Knautschzone gibt, schätzt Schumacher das Risiko als nicht übermäßig groß ein, sich bei einem Unfall schwer zu verletzen.

"Es gehört einfach dazu, dass man ab und zu stürzt."
Michael Schumacher

"Motorradfahren birgt sicherlich gewisse Risiken", meint der Familienvater. "Es gehört einfach dazu, dass man ab und zu stürzt. Dafür hat man ja die Schutzausrüstung. Seit ich Motorradrennen fahre, bin ich weniger als früher mit dem Motorrad im öffentlichen Straßenverkehr unterwegs. Da ist es viel gefährlicher als auf der Strecke. Ich habe schon immer nach dem Prinzip gelebt, dass das Schicksal bestimmen wird, wo und wann etwas passieren wird. Ob in der Formel 1, auf der Rennstrecke oder der Straße."

Eine zweite Profi-Karriere wird Schumacher definitiv nicht anstreben. Zum einen könne er nicht mit den Profis mithalten. Und wer Michael Schumacher kennt, der weiß, dass es für ihn nicht in Frage kommt, der Konkurrenz hinterher zu fahren: "Rechtes Eckfähnchen zu spielen, wie man beim Fußball sagt, das käme für mich nicht in Frage. Ich werde ab und zu an Events teilnehmen, wenn die Umstände wie die Streckensicherheit passen."

"Ich bin alt genug, um zu wissen, was ich tue."
Michael Schumacher

Ferraris ehemaliger Teamchef Jean Todt hatte Schumachers Motorrad-Ausflüge öffentlich kritisiert: "Zunächst einmal bin ich froh, Freunde wie Jean zu haben, die mich vor möglichen Auswirkungen warnen, wenn ich etwas mache. Meine Freunde machen mir bewusst, was ich tue, und darüber bin ich glücklich. Aber ich bin alt genug, um zu wissen, was ich tue. Es ist Teil meiner Leidenschaft. Ich mache es gern, ich genieße, was ich tue."

Schumacher genießt im Moment einfach sein Leben, macht das, was ihm Spaß macht. Und er genießt es, nun weniger Stress zu haben: "Der ewige Druck, der ist nicht mehr da." Dazu gehört es auch, nicht mehr stundenlang tagtäglich zu trainieren, sondern die Fitness nur auf einem guten Niveau zu halten: "Ich trainiere nicht mehr für die Formel 1, und dafür geht es noch richtig gut."

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