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Renault hatte mehr vom R28 erwartet

18. April 2008 - 09:51 Uhr

Renault-Chefingenieur Pat Symonds gesteht seine Enttäuschung über den R28 ein: "Haben unsere Entwicklungsziele nicht erreicht"

Pat Symonds
Pat Symonds ist von der Entwicklung des Renault R28 enttäuscht
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Bei der Rückkehr von Fernando Alonso in die Arme seines ehemals weltmeisterlichen Teams Renault, wollte man dem spanischen Superstar zum Empfang einen ebenso schnellen wie schönen Neuwagen hinstellen. Der R28 wurde mit großem Aufwand bereits ab August 2007 unter Hochdruck und mit neuesten aerodynamischen Erkenntnissen entwickelt und sollte die französische Mannschaft wieder an die Spitze des Klassements führen. Doch daraus wurde nichts, bislang jedenfalls.

Der aktuelle Renault-Bolide entpuppte sich als solider Formel-1-Mittelklassewagen, der den Sprung ins Vorderfeld einfach nicht zu schaffen scheint. "Er hat anscheinend keine konkreten Schwachstellen", beschrieb Renault-Chefingenieur Pat Symonds gegenüber 'Autosport'. Das macht die momentane Aufgabe der Techniker nicht unbedingt einfacher. Der entscheidende Ansatzpunkt fehlt: "An dem Auto ist nicht viel falsch, es braucht vielleicht mehr aerodynamische Effizienz, aber das ist auch schon alles."

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"Es gibt eben keinen Bereich, wo wir definitiv sagen können, dass wir dort ein großes Defizit haben. Um es auf den Punkt zu bringen: es ist nichts schief gelaufen. Wir haben eben nur nicht den Level erreicht, den wir erreichen wollten", so der britische Chefingenieur, der zuletzt einsehen musste, dass der R28 möglicherweise nicht die Grundlage zur Weiterentwicklung bietet, die man sich erhofft hatte. Nach einem guten vierten Platz in Australien war Alonso in Malaysia auf Rang acht und in Bahrain nur auf Platz zehn gefahren.

Fernando Alonso
Viele Neues am Renault: unter anderem eine verlängerte Motorabdeckung
© xpb.cc

Man hatte sich vor Saisonbeginn mehr erhofft im französischen Lager um Symonds: "Ja, absolut. Aber das geht noch viel weiter zurück. Wir haben bereits im August die Entwicklung des letztjährigen Autos eingestellt und uns auf das neue Auto konzentriert. Wir wussten, dass wir beim 2007er Boliden große Defizite hatten und die wollten wir bereinigen." Anscheinend hat man die schwerwiegenden Probleme auch in den Griff bekommen, schneller wurde man dadurch aber nicht.

"Wir hatten uns selbst ein aggressives Ziel gesetzt und mussten auch dementsprechend entwickeln. Wir haben es nicht erreicht, aber wir haben natürlich dennoch Fortschritte gemacht, allerdings eher Schritte, wie sie von Jahr zu Jahr normal sind", gab der Brite zu. Beim Renault-Team ist man trotz der nicht gerade glücklichen Ausgangsposition nach wie vor motiviert. Man wolle an den Saisonzielen festhalten, gab Symonds zu Protokoll.

"Wir haben für Barcelona große Updates in den Bereichen Aerodynamik und Mechanik. Aber ich glaube, dass auch alle weiteren zehn Teams das gleiche haben und auch das gleiche sagen. Wir haben zusätzlich noch eine Chassis-Verbesserung, die uns hoffentlich einen großen Schritt nach vorne ermöglichen wird." Die neuen Renault-Entwicklungen wurden bei den gerade beendeten Testfahrten in Barcelona ausgiebig getestet und ließen durch eine Alonso-Bestzeit am Mittwoch neue Hoffnung aufkeimen.

"Wir hatten uns selbst ein aggressives Ziel gesetzt und mussten dementsprechend entwickeln."
Pat Symonds

Doch sowohl der zweifache Weltmeister im Cockpit als auch die Techniker vor Ort wollten die schnellen Rundenzeiten nicht überbewerten und hielten sich mit neuen Kampfansagen bislang zurück. Renault muss weiter aufholen, hat aber zugleich ein Problem, denn in diesem Jahr muss man mit der Entwicklung des Fahrzeuges für 2009 rechtzeitig beginnen. "Es ist schwierig, das abzuwägen. Wir stehen diesbezüglich nicht allein da. Alle in der Boxengasse sind da noch etwas unsicher. Der Verlauf der aktuellen Saison spielt da eine große Rolle."

Für das kommende Jahr stehen grundlegende Regeländerungen ins Haus. Für viele Teams bedeuten diese Veränderungen eine große Chance, sich im kommenden Jahr auf Anhieb weiter vorn einzureihen. "Egal, in welcher Position du gerade bist. Wenn deine Position in der Weltmeisterschaft stabil ist, kannst du mehr und mehr Entwicklungsaufwand und mehr Ressourcen in das neue Auto investieren. Dabei ist es egal, ob du gerade vorne bist, oder auf Rang drei", beschrieb Symonds den Zwiespalt zwischen Weiterentwicklung des aktuellen Autos und der intensiven Vorbereitung auf 2009.