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Räikkönen entreißt Mega-Alonso die Pole!

26. April 2008 - 15:03 Uhr

Kimi Räikkönen sicherte sich die Pole-Position in Barcelona, aber Fernando Alonso war als Zweiter die große Sensation - Nick Heidfeld nur Neunter

Die Top 3 des Qualifyings
Kimi Räikkönen sicherte sich heute seine erste Pole-Position des Jahres
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Noch nicht einmal drei Monate ist es her, dass Barcelona mit rassistischen Übergriffen bei Formel-1-Testfahrten für Schlagzeilen gesorgt hat, aber all das ist jetzt vergeben und vergessen: Ganz Spanien feiert heute Fiesta, denn ein überragender Fernando Alonso war im Qualifying für den morgigen Grand Prix auf dem Circuit de Catalunya der Mann des Tages!

Der Lokalmatador im Renault lag schon nach dem ersten Run des Top-10-Finales sensationell an dritter Position hinter Felipe Massa (Ferrari) und Lewis Hamilton (McLaren-Mercedes), fand dann aber noch einmal ein paar Zehntelsekunden und lag kurz vor Ende der Session sogar auf Platz eins! Allerdings war Kimi Räikkönen (Ferrari) zu jenem Zeitpunkt noch auf der Strecke - und der "Iceman" entriss Alonso im letzten Moment die Pole-Position.


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Spanien feiert Superstar Alonso

Fernando Alonso
Wie in alten Tagen: Alonso-Mania am Circuit de Catalunya!
© xpb.cc

Dem unfassbaren Jubel auf den Rängen tat dies freilich keinen Abbruch, denn der Nationalheld untermauerte mit seiner Galavorstellung, dass die Trainingsleistungen von Renault kein Zufall waren. Freilich ist es eher unwahrscheinlich, dass er morgen um den Sieg mitfahren wird, denn in seinem Tank dürfte etwas mehr Luft sein als bei den anderen Spitzenfahrern, aber angesichts des Heimvorteils wittert der Superstar das erste Podium am Horizont.

Schlussendlich trennten Alonso nur 0,091 Sekunden von Räikkönen. Im ersten Moment glaubte er sogar an die ganz große Sensation, aber dann meldete sich noch sein Renningenieur am Boxenfunk: "Fernando, Kimi hat uns geschnappt, aber wir sind P2, P2!" In der Alonso-Mania ging sogar ein wenig unter, dass der schnellste des ersten Runs, Massa, seine Zeit nicht mehr verbessern konnte und dadurch mit 0,245 Sekunden Rückstand auf Platz drei zurückfiel.

Robert Kubica (BMW Sauber F1 Team/+ 0,252) schaffte mit einer soliden Vorstellung nach der Pole-Position von Bahrain diesmal immerhin den Sprung in die zweite Startreihe, noch vor den beiden Silberpfeilen, die quasi die absolute Elite an der Spitze des Feldes abschlossen - Hamilton (5./+ 0,283) setzte sich im teaminternen Duell bei McLaren-Mercedes vor allem wegen des letzten Sektors gegen Heikki Kovalainen (+ 0,418) durch.

Heidfeld enttäuschender Neunter

Nick Heidfeld
Nick Heidfeld erlebte in Barcelona ein enttäuschendes Qualifying
© xpb.cc

Die Enttäuschung des dritten Qualifyings war sicherlich Nick Heidfeld (BMW Sauber F1 Team/+ 0,729), der schon die ganze Session hindurch langsamer wirkte als Kubica und mit dem letzten Reifensatz keinen Turbo mehr zünden konnte, sondern noch aus der dritten in die fünfte Startreihe zurückfiel. Damit steht er neben Nelson Piquet Jr. (+ 0,886) im zweiten Renault, der erstmals in einem Top-10-Finale dabei war.

Diese Leistung muss heute besonders honoriert werden, denn wie knapp es im Mittelfeld zuging, das war wirklich einmalig. Schlussendlich machten Mark Webber (7./Red-Bull-Renault/+ 0,616) und Jarno Trulli (8./Toyota/+ 0,716) aus jenem Paket ihren Job am besten. Beeindruckend: Im zweiten Segment lagen zwischen dem Dritten (Räikkönen) und dem 15. (Nico Rosberg/Williams-Toyota) gerade mal 0,565 Sekunden!

Rosberg verlor - nach den Freien Trainings nicht ganz überraschend - sein Stallduell gegen Kazuki Nakajima (12.); dazwischen schoben sich noch Jenson Button (Honda) und Timo Glock (Toyota) hinein. Den undankbaren elften Platz belegte Rubens Barrichello (Honda), der den Cut um gerade mal 65 Tausendstelsekunden verpasste. Lediglich Sébastien Bourdais (Toro-Rosso-Ferrari) fiel in Q2 deutlich ab, aber auch nur, weil er einen Fahrfehler in seine schnelle Runde einbaute.

Alle Deutschen verlieren ihr Stallduell

Sébastien Bourdais
Sébastien Bourdais war eine der positiven Erscheinungen im Qualifying
© xpb.cc

Bourdais hatte dennoch seinen Teamkollegen Sebastian Vettel (18.) deutlich im Griff, brummte dem Deutschen 0,568 Sekunden auf. Ähnlich erging es aus deutscher Sicht auch Adrian Sutil (20./Force-India-Ferrari), der zwar vom Speed her näher an Giancarlo Fisichella (19.) dran war als bisher, aber seine zwei schnellsten Runden abbrechen musste und daher wieder klar den Kürzeren zog. Ganz hinten landeten die beiden Super-Aguri-Hondas.

Für das Rennen bedeutet die heutige Startaufstellung, dass Ferrari auf jeden Fall klar zu favorisieren ist, aber Alonso könnte möglicherweise besser aussehen, als viele glauben, denn vom zweiten auf das dritte Qualifying büßte er in etwa genauso viel Zeit ein wie alle anderen auch - was für eine nicht allzu stark abweichende Benzinlast spricht. Die spanischen Fans dürfen sich also bei einem guten Start Hoffnungen auf ein heimisches Podium machen.

Aus deutscher Sicht verlief der Samstag auf dem Circuit de Catalunya sehr enttäuschend, denn alle fünf schwarz-rot-goldenen Vertreter verloren ihre Stallduelle - gerade auf einer Strecke, auf der man nicht allzu leicht überholen kann, ein entscheidender Nachteil. Aber eines ist auf jeden Fall positiv: Durch die hervorragende Ausgangsposition von Alonso könnten morgen wider Erwarten doch noch alle 140.000 Eintrittskarten verkauft werden...

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