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Nach Slick-Test: Schumacher fordert Reifenwärmer

17. April 2008 - 10:46 Uhr

Heiße Diskussion um kalte Reifen: Auch Michael Schumacher macht sich nach seinen Testfahrten auf Slicks für Reifenwärmer stark

Michael Schumacher
Nach den Slick-Tests: skeptische Mine bei Michael Schumacher
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Sie sehen stark aus, bieten viel Grip und sollen die Formel 1 wieder attraktiver machen: die Slicks, die möglicherweise schon in der kommenden Saison ihr Comeback in der Königsklasse feiern werden. Bei den aktuellen Barcelona-Testfahrten haben fast alle Piloten die rillenlosen Gummis der neuesten Generation aus dem Hause Bridgestone getestet. Das Fahren mit den Slicks macht Spaß, so die einhellige Meinung. Alles gut? Nein!

Fast alle Formel-1-Fahrer haben die gleichen Erfahrungen gemacht. Die neuen Slicks kommen ohne vorheriges Anwärmen zu langsam auf Betriebstemperatur und bieten in den ersten vier bis fünf Runden kaum Grip. "Sie sollten im kommenden Jahr auf jeden Fall noch die Reifenwärmer zulassen", erklärte Ferrari-Edeltester Michael Schumacher nach seinen 80 Proberunden in Barcelona am Mittwoch. Der siebenfache Weltmeister unterstützt mit seinen Worten das Bestreben vieler aktueller Formel-1-Piloten.

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"Ich denke, man muss die Herangehensweise noch einmal überdenken, denn es sind ja schon bei allen diese Reifenwärmer vorhanden. Man spart ja durch die Abschaffung nichts, sondern man macht es allen dadurch nur schwerer", sagte Schumacher. Nach mehreren behutsamen Aufwärmrunden böten die neuen Slicks allerdings sehr viel Fahrspaß: "Das war wirklich interessant, weil sie jede Menge Grip bieten und schon ganz anders sind."

Michael Schumacher
Michael Schumacher drehte am Mittwoch 80 Testrunden mit Slicks in Barcelona
© xpb.cc

"Es hat Spaß gemacht. Ich mag es wirklich, mit diesen Slicks zu fahren. Allerdings sind die Reifenwärmer wirklich ein Thema und man muss darüber nachdenken, ob man da mit der Entscheidung richtig liegt. Die generelle Entscheidung, in der Formel 1 das Verhältnis zwischen aerodynamischem Abtrieb und mechanischer Haftung zu verändern, ist sehr gut. Wahrscheinlich kann das zu viel besseren Duellen zwischen den Autos führen."

Die Entscheidung über die Zulassung von Reifenwärmern liegt bei der FIA, die im Rahmen der Regeländerungen für 2009 und die darauf folgenden Jahre eine Nutzung untersagen oder unter gewissen Voraussetzungen zulassen könnte. Ein Kompromissvorschlag kam bereits von Rubens Barrichello, der sich für den Einsatz von Reifenwärmern mit einer Maximaltemperatur von 50 Grad einsetzt. Die Reifen würden also nicht erhitzt, sondern nur noch angewärmt.

"Eine solche Entscheidung ist äußerst wichtig. Man muss sich festlegen und vorher sehr vorsichtig und gewissenhaft abwägen. Aber nichtsdestotrotz ist die Wiedereinführung der Slicks eine gute Sache. Die Fahrer mögen es, die Zuschauer werden es auch mögen", so Schumacher. Das von der FIA angestrebte Verbot der Reifenwärmer wird auch Thema innerhalb der Fahrergewerkschaft sein. GPDA-Präsident Pedro de la Rosa hatte bereits angekündigt, sich gemeinsam mit vielen weiteren Piloten in die Diskussion um das Aufwärmen der neuen Slicks einzubringen.