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Mosley: "Menschen haben solche Seiten"

25. April 2008 - 18:51 Uhr

Der FIA-Präsident sieht sich gezwungen, aufgrund der "Intrige" gegen ihn über sein Privat-Leben detaillierter zu sprechen, als er dies jemals tun wollte

Max Mosley
Max Mosley will sich gegen das Publikwerden seines Privatlebens wehren
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Der Skandal um Max Mosley ist auch im Rahmen des Großen Preises von Spanien ein Thema. Der Brite entschied sich gegen einen Besuch des Rennens in Barcelona. Stattdessen machte er einen Abstecher zur Rallye Jordanien. Dort nahm der Britte auch an einem Dinner im 'Marriott'-Hotel teil, bei dem laut 'Bild' nur die Hälfte der 200 geladenen Gäste anwesend gewesen sein sollen.

Mosley beteuert nach wie vor, dass er FIA-Präsident bleiben will, auch wenn immer wieder sein Rücktritt gefordert wird. Nach seinem Privatvergnügen mit fünf Prostituierten, das eine Boulevard-Zeitung in Großbritannien samt Bild- und Video-Material publik gemacht hatte, vertritt er die Meinung, dass sein Privatleben keine Auswirkungen auf seine ehrenamtliche Tätigkeit als Präsident der Fédération Internationale de l'Automobile haben darf.

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"Fakt ist, dass dies eine absichtliche, kaltblütige und kalkulierte Lüge war, für die es überhaupt keine Basis gibt."
Max Mosley

Für die Kommentare und natürlich für die Veröffentlichung seiner sexuellen Neigungen will der 68-Jährige das Blatt verklagen. Zu seinen SM-Aktivitäten mit den käuflichen Damen steht Mosley, bestreitet aber hartnäckig die Anschuldigung, dass es einen Nazi-Hintergrund gab: "Der Nazi-Aspekt ist absolut unwahr", so Mosley gegenüber dem 'Telegraph'. "Fakt ist, dass dies eine absichtliche, kaltblütige und kalkulierte Lüge war, für die es überhaupt keine Basis gibt."

Mosley beschuldigt das Blatt, die Behauptungen abgedruckt zu haben, ohne dafür Beweise zu haben. Der Bericht alleine sei schon "blamierend" gewesen, "um es gelinde auszudrücken", diese Anschuldigung sei jedoch "extrem ärgerlich". Er habe zudem keine Zeit gehabt, Stellung zu beziehen. Das Blatt habe bewusst so gehandelt, um ein Einschreiten Mosleys vor einer Veröffentlichung zu verhindern.

"Sie beharren darauf, dass ich nicht die Wahrheit sage."
Max Mosley

Aufgrund der Veröffentlichung sieht sich Mosley nun sogar gezwungen, über sein Privatleben in der Öffentlichkeit zu sprechen: "Ich hätte es vorgezogen, das nicht tun zu müssen. Aber sie (die Zeitung; Anm. d. Red.) beharren darauf, dass ich nicht die Wahrheit sage".

Dass eine der vier Prostituierten auspackte, kann Mosley auch nicht verstehen, zumal diese mit den anderen vier befreundet sein soll. "Man hintergeht seine Freunde nicht. Das ist etwas, das man meiner Meinung nach für kein Geld der Welt tut."

"Sie müssen wissen, dass all diese Frauen auf solche Dinge stehen."
Max Mosley

Zudem würden die Damen selbst an ihrer Tätigkeit Gefallen finden: "Sie müssen wissen, dass all diese Frauen auf solche Dinge stehen. Es ist ja nicht so, dass wir sie von der Straße aufgelesen und dafür bezahlt hätten, etwas zu tun, das ihnen unangenehm war."

"Das Problem mit dem Sex ist, dass er mit Missonarsstellung und Licht aus und bis zu den merkwürdigsten, absurdesten Dingen reicht, die weit über das hinausgehen, was ich tue. Für mich ist das eindeutig keine moralische Frage", so Mosley, der diese Meinung vertritt, solange dies eine private Angelegenheit unter Erwachsenen ist. "Menschen haben solche Seiten. Aber das schadet dann Niemandem."

"Meine Frau ist nicht gerade begeistert."
Max Mosley

Für sein Familienleben sei der Vorfall "sehr schlecht" gewesen: "Wie soll ich es sagen, meine Frau ist nicht gerade begeistert. Meine Söhne stehen komplett hinter mir - ihnen ist es aber peinlich, man stelle sich vor, wie es mit ihren Freunden ist." Auch viele Freunde und Wegbegleiter seien "eine unglaubliche Unterstützung gewesen".

Natürlich sei das Thema nicht an die Öffentlichkeit gelangt, hätte er seinen Gelüsten nicht freien Lauf gelassen: "Aber so sehe ich das nicht. Ich sehe es als einen schrecklichen Eingriff in mein Privatleben an, der in keiner Weise gerechtfertigt ist. Und ich hoffe, dass das nun geahndet werden wird." Die Autoren seien "bereit, alles zu tun", nur um mehr Zeitungen zu verkaufen und "scheren sich nicht darum, welchen Schaden sie anrichten".

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