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Mosley-Affäre: Volle Breitseite aus der Heimat
Weitere britische Motorsport-Größen sprechen sich für einen Rücktritt von Max Mosley aus - Bell: "Er soll nicht so egoistisch sein"

(Motorsport-Total.com) - Die so genannte Mosley-Affäre sorgt nach wie vor für viele kontroverse Diskussionen. Aus aller Welt sind laute Rufe nach einem freiwilligen Rücktritt von FIA-Präsident Max Mosley zu hören. Auch in seiner Heimat findet der durch die Enthüllungen einer Boulevardzeitung in die Kritik geratene 68-jährige Brite immer weniger Rückendeckung. Nun haben sich die Motorsport-Größen Damon Hill, Derek Bell und Tony Brooks zu Wort gemeldet.
"Er muss an den Rennsport denken und nicht nur an sich selbst. Er muss endlich aufhören, so verdammt egoistisch zu sein", wählte Bell in der 'Times' eine deutliche Sprache. "Diese Affäre sorgt für erheblichen Schaden. Wir hatten in der Formel 1 in den vergangenen Jahren genügend Krisen, wir müssen nicht noch eine haben. Ich verstehe ihn ja wenn er sagt, das sei seine eigene Sache und es gehöre nicht in die Öffentlichkeit. Aber jetzt, wo es nun einmal öffentlich ist, sollte er gehen."
Ex-Formel-1-Weltmeister Damon Hill, der durchaus für derbe und drastische Aussagen bekannt ist, wählte seine Worte mit viel Vorsicht: "Niemand will die Moral einzelner Personen hinterfragen, aber es geht hier um das Image eines ganzen Sports. Die Fähigkeit des höchsten Vertreters einer Sportart, sich weiter auf der politischen Bühne entsprechend zu bewegen, ist in Zweifel gestellt. Das ist nicht nur ein Problem der Handhabung, es ist auch ein Problem des Marketing."
Affäre schlecht fürs Formel-1-Geschäft
"Die Unternehmen, die sich in unserem Sport engagieren, möchten gerne ein sauberes und positives Image", so Hill, der als Präsident des British Racing Drivers Club (BRDC) sprach. Der ehemalige Formel-1-Vizeweltmeister Tony Brooks wählte einen deutlicheren Ton: "Er hat seinen Status komplett verloren. Auch wenn er einen Nazi-Zusammenhang bestreitet, ist ein solches Herummachen mit Prostituierten nichts, worauf man stolz sein könnte."
"Kein Zweifel, andere Leute tun auch so etwas, aber die lassen sich nicht erwischen. In seiner Position braucht man einen entsprechenden Status und ein gutes Image. Ich beurteile nicht seine privaten Praktiken und sexuelle Perversion ist auch nicht das Thema. Es geht darum, dass er meiner Meinung nach den Sport in Verruf bringt. Das kann nicht richtig sein", führte Brooks seine Sicht der Dinge aus.
Mosley ist als Chef der obersten Motorsportbehörde nicht nur für die Formel 1 zuständig, sondern gleichzeitig auch Repräsentant von 222 Automobilclubs aus 134 Ländern. In einer außerordentlichen Vollversammlung am 3. Juni soll über die Zukunft des FIA-Präsidenten beraten werden. Nach eigener Aussage weiß Mosley die Unterstützung von mehr als 20 Automobilclubs hinter sich, wobei davon bislang mit Brasilien und den Vereinigten Arabischen Emiraten erst zwei öffentlich bekannt sind.








