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Klien erklärt das "Tunnelphänomen" von Barcelona

24. April 2008 - 14:41 Uhr

Christian Klien erklärt, warum Barcelona ein aerodynamischer Referenz-Grand-Prix ist und was es mit der Haupttribüne auf sich hat

Christian Klien
Christian Klien kennt die Strecke in Barcelona in- und auswendig
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - In den vergangenen Wochen seit dem Bahrain-Grand-Prix haben alle Teams ihre Autos weiterentwickelt, weil erstmals drei Wochen Pause und somit Testfahrten wieder möglich waren. Insofern blicken die Techniker schon mit Spannung darauf, wie sich das Kräfteverhältnis am kommenden Wochenende entwickeln wird.

Nach Barcelona könne man dann sagen, "wer im Windkanal gute Arbeit geleistet hat", erklärt Christian Klien, "denn der Circuit de Catalunya ist die Aerodynamikstrecke schlechthin. Wenn unser Auto hier gut funktioniert, dann sehe ich am Sonntag sicher eine Menge zufriedener Gesichter in der BMW Sauber F1 Team Box. Denn dann sollten meine Teamkollegen Heidfeld und Kubica in den restlichen 14 Rennen weiter vorne dabei sein."

"Mich fasziniert noch immer, wie sensibel ein Formel-1-Auto auf Änderungen reagiert", meint der österreichische Testfahrer weiter. "Vor allem die Einstellung der Flügel ist die sprichwörtliche Millimeterarbeit. Die Flügel können seitlich um wenige Grad verstellt werden. Im Rennjargon sprechen wir von Klicks. Zwei oder drei Klicks flacher am Heckflügel und du gewinnst sofort ein paar km/h Topspeed."

Zwar geht es in den schnellen und mittelschnellen Kurven des Circuit de Catalunya in erster Linie um Anpressdruck, aber auf der langen Geraden bei Start und Ziel darf man natürlich auch den Topspeed nicht vernachlässigen. Klien äußerte sich dazu folgendermaßen: "Wenn dir zehn km/h oder mehr fehlen, kannst du in Barcelona eigentlich nur noch auf den Regen warten, der dir hilft..."

Und er erklärt ein Barcelona-spezifisches Problem: "Vor einigen Jahren hat man hier eine sehr hohe Tribüne bei Start und Ziel errichtet. Was niemand geglaubt hätte: Der dadurch neu entstandene 'Tunnel' hatte unglaubliche Auswirkung auf die Aerodynamik. Sogar einen Heckflügel hat es bei einem Auto durch die geänderten Druckverhältnisse bei Topspeed runtergerissen."