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Horner: "Nehmen viel Mut mit"

04. April 2008 - 20:12 Uhr

Red-Bull-Racing-Teamchef Christian Horner im PK-Interview über die Zuverlässigkeitsprobleme mit dem RB4, die Saison 2009 und vieles mehr

Christian Horner
Trotz der Zuverlässigkeitsprobleme macht Christian Horner einen ruhigen Eindruck
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Frage: "Christian, wie ist der Saisonauftakt aus Sicht von Red Bull Racing verlaufen?"
Christian Horner: "Wir hatten einen der besten Winter, seit Red Bull in die Formel 1 eingestiegen ist. Zum ersten Mal überhaupt hatten wir Kontinuität beim Motorenpartner und in anderen Bereichen des Teams. Wir kamen in Australien nach einem sehr positiven Wintertestprogramm an, aber dann gab es ein paar Zwischenfälle."

"Bei Mark (Webber; Anm. d. Red.) hatten wir im Qualifying einen Bremsdefekt und im untypischen Rennen mit nur sechs Autos im Ziel sind beide ausgefallen. Das war enttäuschend. In Malaysia konnte man unser Potenzial schon viel besser erkennen. Bei Mark hatten wir im Rennen ein Problem mit der Benzinpumpe, aber insgesamt war die Performance viel versprechend. Hinter den beiden Topteams liegt das Verfolgerfeld extrem eng beisammen. Jedenfalls nehmen wir aus Malaysia sehr viel Mut mit."


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Enttäuschung nach problemlosem Winter

"Nach fast 10.000 problemlosen Testkilometern im Winter war der Bremsdefekt in Melbourne sehr enttäuschend."
Christian Horner

Frage: "Viele haben sich auf die Zuverlässigkeit konzentriert, speziell nach dem Vorjahr. Habt ihr dieses Thema im Griff oder macht es noch Probleme?"
Horner: "Nach fast 10.000 problemlosen Testkilometern im Winter war der Bremsdefekt von Mark im Qualifying in Melbourne sehr enttäuschend. Dann hatten wir am Freitag in Malaysia das Problem mit der Spurstange bei David (Coulthard; Anm. d. Red.), was zu einem spektakulär aussehenden Unfall führte. Im Vorjahr haben uns die Kraftübertragungsprobleme sicher gebremst, aber die ganze Kraftübertragungsgruppe in Milton Keynes hat einen guten Job gemacht, speziell angesichts der neuen Regel, wonach das Getriebe vier Rennen halten muss. Insofern sehe ich uns da in eine starke Richtung gehen."

Frage: "Kommen wir noch einmal zur Spurstange zurück. Ist das Problem gelöst? Was ist in Malaysia passiert?"
Horner: "Wir hatten ein Komponentengebrechen aufgrund einer Titanabdeckung und einer Karbonstange, wo die Verbindung gebrochen ist. Dadurch kam David von der Strecke ab und auf diese große Bodenwelle. Er traf den Randstein seitlich sehr hart, dadurch kam es zu diesem spektakulär aussehenden Schaden."

"Ich erinnere mich, dass McLaren vor drei oder vier Jahren ein ähnliches Problem hatte. Wir haben Vorsichtsmaßnahmen getroffen und die entsprechenden Komponenten verstärkt. Nach so vielen Kilometern glauben wir nicht, dass das überhaupt notwendig war, aber wir sind auf Nummer sicher gegangen, um sicherzustellen, dass das Problem nicht wieder auftreten kann."

Spurstangendesign war nicht fehlerhaft

"Das Design an sich war nicht fehlerhaft."
Christian Horner

Frage: "Die Teile wurden verstärkt?"
Horner: "Es gab eine marginale Änderung des Prozesses, denn das Design an sich war nicht fehlerhaft. Ich denke, es war ein menschliches Versagen kombiniert damit, dass das Material ganz frisch war und kaputt gegangen ist. Danach haben wir Material verwendet, das schon 2.500 Kilometer drauf hatte - und alles war okay. Wir haben uns also den Prozess sehr sorgfältig angesehen. Wir haben mit der FIA gemeinsam daran gearbeitet und sind glücklich, dass es keine Probleme mehr gibt."

Frage: "Wir sind hier beim dritten Rennwochenende. Nächstes Jahr stehen einige Regeländerungen an. Wie weit seid ihr mit den Vorbereitungen auf 2009?"
Horner: "Ich denke, für uns als unabhängiges Team ist das wahrscheinlich eine noch größere Herausforderung, denn wir haben nicht die Tiefe und die Ressourcen der Hersteller. Man muss aber die Ressourcen zwischen dem alten und neuen Auto aufteilen."

"Es gibt eine radikale Konzeptänderung dessen, was ein Formel-1-Auto ist, sowohl aerodynamisch gesehen wie auch in puncto kinetische Energierückgewinnung. Das sind Herausforderungen. Wir konzentrieren uns in Milton Keynes schon auf diese Bereiche, versuchen, einen Kompromiss mit 2008 zu finden. Wir fahren hier erst das dritte Rennen, aber es wird sicherlich ein sehr, sehr stressiges Jahr."

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