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Haug analysiert den Kovalainen-Unfall
Norbert Haug ist vorsichtig optimistisch, was Heikki Kovalainens Zustand angeht, und spricht über die mögliche Ursache für den Horrorunfall
(Motorsport-Total.com) - In der 22. Minute kam es heute beim Grand Prix von Spanien in Barcelona zu einer riesigen Schrecksekunde: Heikki Kovalainen kam wegen eines technischen Defekts von der Strecke ab, schlitterte in einer schnellen Rechtskurve durch das Kiesbett und krachte fast frontal mit über 200 km/h in die Reifenstapel.
Minutenlang herrschte Ungewissheit, ehe die erlösenden TV-Bilder kamen: Kovalainen, auf einer Trage und mit Halskrause, mit Daumen nach oben! Dennoch wurde er zunächst ins Medical-Center an der Strecke und dann mit dem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus nach Barcelona gebracht, wo er derzeit genau untersucht wird. Oft treten bei dermaßen schweren Unfällen ja erst im Nachhinein die Folgen auf.

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Kovalainen ist bei Bewusstsein
Bekannt ist: Kovalainen ist bei Bewusstsein, ist ansprechbar und dürfte sich laut McLaren-Geschäftsführer Martin Whitmarsh bis auf eine leichte Gehirnerschütterung und ein paar blaue Flecken am Ellbogen keine schwereren Verletzungen zugezogen haben. "Mehr als das kann ich auch nicht sagen", meinte Mercedes-Sportchef Norbert Haug. "Er wird in Barcelona genau untersucht. Danach gibt es ein ärztliches Bulletin."
"Im Moment geht es ihm den Umständen entsprechend gut, wobei gut wahrscheinlich der falsche Begriff ist", so Haug, der vor Spekulationen warnte und erst mehr sagen möchte, sobald er Genaueres weiß, denn "endgültige Entwarnung gibt es erst nach dem ärztlichen Bulletin. Davor zu spekulieren, wäre in so einem Fall einfach nicht richtig. Die wichtigste Meldung des Tages wäre, dass er komplett unverletzt ist."
Die Unfallursache ist noch nicht restlos geklärt, der Deutsche fühlte sich aber an den Abflug von Lewis Hamilton vor einem Jahr am Nürburgring erinnert: "Wir nehmen an, dass sich ein Trümmerteil zwischen den Reifen und die Felge gebohrt hat", teilte Haug mit. "Das ist das, was die Kollegen in Woking beim Replay untersucht haben. Was erst kaputt ging, Felge oder Reifen, wissen wir nicht. Ich muss aber ausdrücklich sagen, dass das noch Spekulation ist."
Sicherheitsmanko an der Unfallstelle?
Zu klären wäre außerdem noch, wie es sein konnte, dass sich Kovalainens McLaren-Mercedes so tief in die durch eine Kunststoffplane abgedeckten Reifenstapel bohren konnte - ähnlich wie Luciano Burti vor einigen Jahren in Belgien. Denn die Streckenposten hatten bei der Bergung lange damit zu tun, den Silberpfeil erst einmal aus den Reifen zu ziehen - Momente, die entscheidend sein können, wenn es um Leben und Tod geht.
"Das stimmt schon", nickte Haug, "aber ich habe mir in all den Jahren angewöhnt, nicht in der ersten Emotion etwas zu sagen, sondern es erst zigfach anzusehen. Sollte es Verbesserungsbedarf geben, dann sind alle sofort dabei. Es ist sicher nach bestem Wissen und Gewissen abgesichert worden. Der Unfall war deutlich über 200 km/h, da war einfach kein Einlenken mehr möglich. Das weitestgehend unbeschadet zu überstehen, spricht für den Sicherheitsstandard."










