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Haug: Barcelona stellt "höchste Ansprüche"

18. April 2008 - 17:43 Uhr

Mercedes-Sportchef Norbert Haug erklärt vor dem Grand Prix von Spanien, was an Barcelona besonders ist und wie die Motorenentwicklung weitergeht

Norbert Haug
Mercedes-Sportchef Norbert Haug stuft Barcelona als Referenzstrecke ein
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Frage: "Herr Haug, welche Entwicklungsmöglichkeiten bleiben nach der Homologierung der Motoren für den Rest der Saison?"
Norbert Haug: "Das Motorenreglement ist bis einschließlich 2012 festgeschrieben. Nach dem Grand Prix von Malaysia wurde von jedem Hersteller ein Referenzmotor für die Homologierung an die FIA zum dortigen Verbleib abgegeben. Von diesem Zeitpunkt an sind keine Veränderungen am Motor mehr möglich. Ausgenommen sind Weiterentwicklungen bei den Kraft- und Schmierstoffen sowie Verbesserungen an der Motorenperipherie. Die Motoren, die beim Grand Prix von Bahrain zum Einsatz kamen, werden auch im bevorstehenden Grand Prix von Spanien innerhalb des Zyklus von zwei Rennwochenenden eingesetzt."

Frage: "Welche Anforderungen stellt der Circuit de Catalunya an Autos und Motoren?"
Haug: "Die Strecke in Barcelona mit der langen Start-Ziel-Geraden und mit lang gezogenen sowie engen Kurven stellt an die aerodynamische Effizienz mit die höchsten Ansprüche von allen Rennstrecken. Auch für die Motoren ist der Kurs anspruchsvoll. Der Volllastanteil liegt bei 70 Prozent und nach der neuen Schikane vor Start und Ziel wird cirka 13 Sekunden ununterbrochen Vollgas gefahren. In Barcelona werden von allen Teams die meisten Formel-1-Tests absolviert, dadurch kennen alle Konkurrenten die Strecke sehr gut und verfügen über eine Menge von Daten."

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Frage: "Warum ist Barcelona als Teststrecke bei allen Formel-1-Teams so beliebt?"
Haug: "Es gilt die Regel, dass Fahrzeuge, die hier siegfähig sind, dazu dann auch auf den meisten anderen Grand-Prix-Kursen in der Lage sind. Insbesondere die aerodynamische Effizienz eines Formel-1-Autos wird hier sehr gefordert. Deshalb konzentrieren sich viele Teams bei ihrer Testarbeit auf den Kurs von Montmelo bei Barcelona und haben dort umfangreichere Erfahrungen als auf jeder anderen Strecke des aktuellen Grand-Prix-Kalenders. Wir haben hier vor der Saison an sieben Testtagen weit über 1.000 Runden absolviert, was mehr als 5.000 Kilometern entspricht. Darüber hinaus testeten wir in der Vorwoche des Rennens von Montag bis Donnerstag noch einmal über 1.600 Kilometer auf dem Circuit de Catalunya."

Frage: "Welchen Stellenwert haben die Kraft- und Schmierstoffe bei der Weiterentwicklung der Motoren?"
Haug: "Die Bedeutung der Schmier- und Kraftstoffe hat durch die starken Restriktionen des neuen Motorenreglements natürlich zugenommen. Die Leistungsverbesserungen, die auf diesem Gebiet erzielt werden, sind entsprechend wichtig. In Zusammenarbeit mit unserem Partner ExxonMobil konzentrieren wir uns bei der Entwicklung immer leistungsfähigerer Schmierstoffe vor allem auf die Verminderung der Reibleistung und beim Kraftstoff auf die Optimierung der Verbrennung. Wie überall in der Formel 1 wird dabei der machbare Grenzbereich gesucht."