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GRAND-PRIX-BERICHTE
 
Erwartet zäher Trainingsauftakt in Barcelona
 
von Christian Nimmervoll 25. April 2008 - 11:32 Uhr
 
Nach den Tests hatten es die Teams nicht nötig, die ersten 90 Trainingsminuten voll zu nutzen - Bestzeit für Kimi Räikkönen vor Felipe Massa
 
Kimi Räikkönen
Kimi Räikkönens Bestzeit im ersten Freien Training hat kaum etwas zu bedeuten
Zoom © xpb.cc
(Motorsport-Total.com) - Wie nach den Testfahrten in der vergangenen Woche nicht anders zu erwarten war, verkam das erste Freie Training zum Grand Prix von Spanien zumindest für die Zuschauer vor Ort zur Farce: Weil die Teams ohnehin schon genug Daten zur Verfügung haben, standen sie in den ersten 90 Minuten vor allem einmal sehr lange an der Box. Auf der Strecke passierte wenig.

Abgesehen von den üblichen Installationsrunden tat sich in der ersten halben Stunde gar nichts, bis dann endlich Kazuki Nakajima (15./Williams-Toyota/+ 2,504/24 Runden) als Erster sein Trainingsprogramm aufnahm. Aber auch wenn von dem Punkt an zumindest ein bisschen gefahren wurde, kam doch nie ein Gefühl von Spannung oder Dramatik auf. Und so hatte am Ende ein Favorit die Nase vorne: Kimi Räikkönen (Ferrari/17 Runden) mit einer Bestzeit von 1:20.649 Minuten.

 

 
Ferrari-Piloten eng beisammen

Der Weltmeister war damit um 50 Tausendstelsekunden schneller als sein Teamkollege und Vorjahressieger Felipe Massa, der nur neun Runden drehte, weil er am Ende wegen eines Checks in der FIA-Garage nicht mehr auf die Strecke gehen konnte. Ferrari begann das Wochenende damit nach Plan, allerdings weiß man am Freitag natürlich nie, wer mit welcher Benzinmenge unterwegs war. Grundsätzlich scheint sich aber nicht viel geändert zu haben seit Bahrain.

Dritter wurde Lewis Hamilton (McLaren-Mercedes/+ 0,543/20 Runden), gefolgt von einem Überraschungsmann: Robert Kubica (BMW Sauber F1 Team/+ 0,919/20 Runden). Das Kubica-Resultat kommt insofern eher unerwartet, als das BMW Sauber F1 Team am Freitag normalerweise mit viel Benzin unterwegs ist. Wenn das auch heute der Fall war, dann ist die Leistung stark einzuschätzen, zumal auch Nick Heidfeld (9./+ 1,629/24 Runden) in die Top 10 fuhr.

Hinter Heikki Kovalainen (McLaren-Mercedes/+ 1,109/10 Runden) wurde Fernando Alonso (Renault/+ 1,284/18 Runden) vor heimischem Publikum Sechster. Nelson Piquet Jr. (+ 1,287/21 Runden) rundete als Siebenter das ermutigende Renault-Teamresultat ab. Die Top 10 wurden komplettiert von David Coulthard (8./Red-Bull-Renault/+ 1,469/20 Runden) und Jenson Button (10./+ 1,983/16 Runden) mit dem runderneuerten Honda RA108.

 
Rosbergs schnellste Zeit gestrichen

Nico Rosberg
Nico Rosberg schnitt die Schikane auf, was im Freien Training keine Rolle spielt
Zoom © xpb.cc
Aus deutscher Sicht gab es keine nennenswerten Highlights, denn außer Heidfeld landete niemand in den Top 10. Richtig enttäuschend lief es nur für Sebastian Vettel (20./Toro-Rosso-Ferrari/+ 3,433/15 Runden), der am letzten Wochenende mit dem alten STR2B bisher noch keinen Rhythmus fand. Auch von Nico Rosberg (12./Williams-Toyota/+ 2,354/25 Runden) gab es eine interessante Meldung, denn ihm wurde die schnellste Runde wegen Abkürzens der Schikane gestrichen.

An Zwischenfällen wurde den recht zahlreich erschienenen Fans - überwiegend von Lokalmatador Alonso - nicht allzu viel geboten: Nach 36 Minuten verlor Jarno Trulli (14./Toyota/+ 2,492/15 Runden) wegen Überbremsens das Heck, anschließend drehte sich Massa gleich zweimal. Der Brasilianer erwischte überhaupt einen vermurksten Start und musste gleich seine ersten drei schnellen Runden wegen Fahrfehlern abbrechen.

Immerhin waren fast alle auffälligen Neuerungen vom Barcelona-Test auch heute zu sehen, so zum Beispiel das Nasenloch bei Ferrari oder der "Dumbo-Flügel" bei Honda. Inwiefern sich durch die zahlreichen neuen Teile bei den verschiedenen Teams das Kräfteverhältnis verschoben hat, lässt sich so früh an diesem Wochenende aber noch überhaupt nicht abschätzen. Nur für die Prognose, dass Ferrari wieder stark sein wird, muss man wohl kein Hellseher sein...

 
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