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Fahrer wittern Gefahr: Slicks zu cool?

16. April 2008 - 11:58 Uhr

Die Formel 1 versucht bei den aktuellen Testfahrten weitere Bridgestone-Slicks - Nach wie vor Gefahr mit kühlen Reifen befürchtet

Nico Rosberg Slicks
Nico Rosberg hat die neuen Slicks getestet und für nicht gut befunden
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Die Formel 1 möchte in Zukunft wieder zurück zur Vergangenheit. Im Zuge grundlegender Regeländerungen für das kommende Jahr steht auch die Wiedereinführung von profillosen Slicks in Aussicht. "Cool", sagen viele Formel-1-Fans angesichts der möglichen Rückkehr zu richtigen Rennreifen. "Zu cool", sagen viele Fahrer nachdem sie die Slicks zum ersten Mal einem Härtetest unterzogen haben. Denn mit Einführung der Gummis sollen gleichzeitig die Reifenwärmer verboten werden.

"Das ist kein Rennsport, das ist reines Überlebenstraining und das ist doch lächerlich", beschrieb Nico Rosberg seine Erfahrungen mit den Slicks. "Das ist nicht gut und das ist nicht richtig", erklärte der Williams-Pilot gegenüber 'autosport.com'. Viele Formel-1-Fahrer hatten sich über den nahezu nicht vorhandenen Grip beim Herausfahren aus der Box beklagt. Mit den kalten Reifen sei er fast geradeaus in den Kommandostand gerauscht, hatte McLaren-Mercedes-Tester Pedro de la Rosa zu Protokoll gegeben.

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Die Aussagen der Piloten gleichen fast wie ein Reifen dem anderen. Allesamt berichteten sie von großen Schwierigkeiten, die neuen rillenlosen Bridgestone-Pneus auf Betriebstemperatur zu bekommen. Vier bis fünf Runden brauche man mindestens, um die Slicks zum Arbeiten zu bringen, so der einstimmige Tenor. "Sie müssen unbedingt etwas tun, um die Situation zu verbessern. So geht es nicht. Man kann ja mal kühle Reifen haben, aber ganz bestimmt nicht so", drückte Rosberg seine Enttäuschung drastisch aus.

"Das ist kein Rennsport, das ist Überlebenstraining und das ist doch lächerlich."
Nico Rosberg

Bei den zurückliegenden Tests in Jerez war man von der neuen Slick-Mischung nicht überzeugt gewesen. Allerdings sei es nun in Barcelona nahezu 20 Grad wärmer, ohne dass sich die Situation grundlegend gebessert habe, so der deutsche Youngster weiter: "Dafür gibt es ja die GPDA (Fahrergewerkschaft; Anm. d. Red.). Wir werden da Druck machen. Ich sage nicht, dass es unbedingt Reifenwärmer sein müssen, aber wir müssen jetzt auf jeden Fall unseren Einfluss geltend machen."

"Es ist vielleicht noch sehr früh, aber ich stimme mit den Worten von Pedro de la Rosa überein", sagte GP-Veteran Rubens Barrichello nach seinen Slick-Versuchen. "Ich denke, dass die Rennen langweiliger werden könnten. Alle werden versuchen möglichst lange zu fahren, weil sie nach dem Stopp erst einmal mindestens drei Sekunden einbüßen werden. Wir würden in der Outlap viele Unfälle sehen, weil die Leute verrückte Dinge probieren werden."

Slicks Reifen
Ohne Reifenwärmer ist die neue Generation Slicks den Piloten zu cool
© xpb.cc

"Wir könnten zum Beispiel die Reifen härter machen, dafür aber Reifenwärmer zulassen. Mir schwebt vor, dass die FIA zum Beispiel Reifenwärmer mit einer Maximaltemperatur vorgibt. Sagen wir mal zum Beispiel 50 Grad. Das ist besser als nichts", so der Honda-Pilot, der am Dienstag auf den profillosen Reifen zur Bestzeit gestürmt war. Die Einführung der Slicks und die gleichzeitige Abschaffung der Reifenwärmer würde nicht gut für die Show sein, schätzte der Brasilianer.

"Es ist unnötig. Wir würden uns zurückbewegen. Das wäre wie bei den ChampCars. Natürlich kann man damit nach Malaysia gehen und es würde vermutlich funktionieren. Aber wenn man mal eine Safety-Car-Phase mit solchen Reifen hätte...", mochte Barrichello die möglichen Auswirkungen gar nicht zu Ende formulieren. GPDA-Chef De la Rosa hatte in den vergangenen Tagen bereits in Aussicht gestellt, dass man im Rahmen der Fahrergewerkschaft das Thema noch einmal intensiv diskutieren werde.