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Domenicali: "Tabellenstand wie im Fußball"

06. April 2008 - 19:53 Uhr

Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali über den WM-Stand, den großen Respekt vor den beiden Hauptkonkurrenten und den Sieg von Felipe Massa

Felipe Massa, Kimi Räikkönen und Stefano Domenicali
Die Lehrbuben und ihr Chef: Stefano Domenicali am Podium in Bahrain
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Frage: "Stefano, müsst ihr euch nach dem heutigen Rennen in Bahrain wegen des BMW Sauber F1 Teams schon Sorgen machen?"
Stefano Domenicali: "Ich habe von Anfang an gesagt, dass ich dieses Jahr eine harte Weltmeisterschaft erwarte. BMW hat schon bei den Tests gezeigt, dass sie besser sind als im Vorjahr. Die Klassifikation erinnert mich eher an einen Tabellenstand im Fußball als an die Formel 1, denn die ersten drei Teams sind nur durch zwei Punkte getrennt. Das zeigt, dass wir uns nicht ausruhen dürfen, denn die anderen können wichtige Punkte mitnehmen."

"Also ist es wichtig, dass wir zuverlässig bleiben. Wir dürfen aber auch nicht darauf vergessen, unser Auto maximal weiterzuentwickeln, denn die anderen schlafen auch nicht und werden in Spanien sicher sehr stark sein. Ich erwarte, dass McLaren in Barcelona wieder in Normalform sein wird. Daher müssen wir sehr hart weiterarbeiten und mit den Füßen auf dem Boden bleiben, uns konzentrieren. So haben wir es immer gemacht: Wir geben unsere Antworten auf der Strecke."

Domenicali rechnet mit starker Konkurrenz

"Ich rechne damit, dass McLaren schon sehr bald wieder sehr stark sein wird."
Stefano Domenicali

Frage: "Wer ist deiner Meinung nach im Moment euer härtester Gegner?"
Domenicali: "Im Moment rechne ich mit McLaren und BMW, denn wir dürfen nicht überreagieren. Wie immer müssen wir pragmatisch auf die Punkte schauen. Die Punkte zeigen, dass BMW in der Konstrukteurswertung vor uns liegt, während Kimi in der Fahrerwertung vorne ist. Es ist alles knapp beisammen. Ich rechne aber damit, dass McLaren schon sehr bald wieder sehr stark sein wird."

Frage: "Wir hatten angenommen, dass Kimi Räikkönen einen längeren ersten Stint als Felipe Massa fahren würde, aber es war genau andersrum. Gab es da ein Problem?"
Domenicali: "Nein. Wir hatten bei Kimi nur ein kleines Problem mit der Ampel."

Frage: "Wie wichtig war es für Felipe, nach den Nullrunden in Australien und Malaysia hier ein gutes Resultat zu holen?"
Domenicali: "Ich glaube, das war sicher sehr wichtig für ihn, aber die 18 Punkte sind auch für das Team sehr wichtig, denn unser Auto war vom Freitag weg gleich sehr stark. Wenn man so stark ist, dann wäre es schade, nicht 18 Punkte zu holen. Am liebsten wäre mir, beide Fahrer auf dem obersten Treppchen zu sehen, aber das ist nicht möglich, also denke ich, dass wir als Team eine gute Antwort gegeben haben. Das ist Teamwork!"

Alle ziehen an einem Strang

"Wenn wir gut arbeiten, führt das zu so einem Resultat."
Stefano Domenicali

Frage: "Stand Felipe an diesem Wochenende unter Druck?"
Domenicali: "Es ist normal, dass du frustriert bist, wenn du keine Punkte hast, denn du willst deine wahre Performance beweisen. Aber wir müssen cool und ruhig bleiben, wie ich schon oft gesagt habe. Wenn wir gut arbeiten, führt das zu so einem Resultat. Es ist unser Job, als Team an einem Strang zu ziehen. Fahrer, Mechaniker und Team - wir gewinnen zusammen und wir verlieren zusammen. So haben wir das schon immer gesehen. Dieser Erfolg ist der 100. Sieg unter Präsident Montezemolo, daher ist es ein besonderes Ereignis für uns alle. Ich halte das für wichtig, denn er hält immer zu uns. Da war es wichtig, diesen Anlass mit einem Doppelsieg zu feiern."

Frage: "Werdet ihr viele neue Teile zum Europaauftakt nach Barcelona bringen?"
Domenicali: "Wir dürfen die Konzentration nicht verlieren und müssen die Fortschritte in puncto Zuverlässigkeit und Performance aufrechterhalten. Das ist der Grund, warum wir zu jedem Rennen neue Teile bringen, auch wenn es manchmal nur einige wenige sind. Aber die anderen Teams schlafen wie gesagt auch nicht. Ich bin mir sicher, dass sie alles geben, denn die Weltmeisterschaft ist komplett offen. Wir befinden uns noch im ersten Teil dieser Saison. Spanien ist erst das vierte Rennen. Es geht noch lang dahin!"

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