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Barrichello: "Ich habe noch einiges vor"

17. April 2008 - 15:57 Uhr

Rubens Barrichello genießt die aktuelle Honda-Entwicklung und möchte noch mindestens eine Saison in der Formel 1 dranhängen

Rubens Barrichello
Rubens Barrichello hat bald die Rekordzahl von 257 GP-Starts erreicht
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Mit der Erfahrung von 255 Grands Prix und mittlerweile über 15 Jahren in der Formel 1 ist Rubens Barrichello die graue Eminenz im aktuellen Starterfeld. Der Veteran wird beim kommenden Rennen in Barcelona den Startrekord von Riccardo Patrese einstellen und ab Istanbul alleiniger Rekordhalter bezüglich der Anzahl von Formel-1-Starts sein. An die Rente denkt der Brasilianer noch lange nicht.

"Ich möchte so lange fahren, wie ich kann", sagte der Honda-Pilot gegenüber der 'Schweriner Volkszeitung'. "Es ist kein Geheimnis, dass mein Vertrag zum Jahresende ausläuft. Ich würde ihn gern verlängern, weil ich denke, mit dem Zugang von Ross Brawn hat eine neue, viel versprechende Honda-Ära begonnen. 2008 wird definitiv nicht meine letzte Saison, ich möchte nun schon mit mehr als 300 Grands Prix abtreten."

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Brawn als Schlüssel zum Aufstieg

Allein durch die Verpflichtung des ehemaligen Ferrari-Superhirns Brawn scheint ein Ruck durch die gesamte Honda-Mannschaft gegangen zu sein. Seitdem der Brite am Ruder sitzt, steuert das Schiff in seiner Entwicklung deutlich in die richtige Richtung. "Honda hatte ein Paket für Melbourne, nun eines für Barcelona und voraussichtlich kommt auch noch eines für Silverstone. Das Melbourne-Paket war schon sehr gut und wenn das nächste auch so wird, werden wir von einer viel besseren Position aus kämpfen", so Barrichello, der mit den neuesten Entwicklungen in Barcelona eine Testbestzeit markieren konnte.

"Honda wird das Überraschungsteam des Jahres sein."
Rubens Barrichello

Bei Honda blickt man optimistisch auf den Start der Europasaison, obwohl man in den ersten drei Rennen des Jahres keinen einzigen Zähler einfahren konnte. "Unser Team wird immer stärker und ich gehe davon aus, dass ich dieses Jahr noch viele Punkte erziele. Ich denke einfach, dass Honda das Überraschungsteam des Jahres sein wird. Wir werden uns am meisten verbessern", so ein extrem motivierter 35-jähriger Rennveteran.

Sein Alter spiele im Kampf der Formel-1-Gladiatoren überhaupt keine Rolle, so der Familienvater: "Ich fühle mich ganz und gar nicht als Veteran. Die Formel 1 ist ein sehr fordernder und verbrauchender Sport. Man kann hier also in der Tat sehr schnell alt werden. Doch ich fühle mich noch sehr jung und auch sehr motiviert, um Rennen zu gewinnen und ich denke, das ist das Wichtigste. Ich habe noch einiges vor."

Funksprüche können auch mal überhört werden

"Ich würde ihn nicht vorbeilassen."
Rubens Barrichello

Ähnlich dürfte es seinem Teamkollegen Jenson Button gehen. Der sieben Jahre jüngere Brite läuft seit einiger Zeit Gefahr, zum ewigen Talent abgestempelt zu werden. "Jenson ist ein guter Fahrer. Wir beide bekommen die gleiche Ausrüstung. Es herrscht viel weniger Rivalität, wesentlich anders als bei Ferrari. Ich denke, das wird sich auch nicht ändern, wenn einer von uns die ersten Punkte holt. Das wäre auch sicher der falsche Ansatz. Man sollte den Fahrern die Möglichkeit geben, auf der Strecke so schnell zu sein, wie es geht."

Genau das Gegenteil hatte Barrichello des Öfteren in seiner Zeit als Teamkollege von Michael Schumacher bei Ferrari erlebt. Legendär der Funkspruch von Rennleiter Jean Todt: "Rubens, let Michael pass for the championship." Sollte eine ähnlich Ansage nun auch bei Honda kommen, würde sich Barrichello durchsetzen wollen: "Im Ernst: Ich würde ihn nicht vorbeilassen. Abgesehen davon, dass Honda das nie machen würde. Es war schon damals bei Ferrari und Michael ein Fehler."