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BMW Sauber F1 Team: Es wird eng im Windkanal

16. April 2008 - 18:47 Uhr

Das BMW Sauber F1 Team arbeitet bereits mit Hochdruck am F1.09 - KERS laut Mario Theissen ein "Quantensprung" auch für die Serienproduktion

Robert Kubica
Beim BMW Sauber F1 Team entwickelt man auch schon für 2009
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Die Saison 2008 ist gerade drei Rennen alt, doch auch beim BMW Sauber F1 Team denkt man schon an das kommende Jahr. Während der aktuelle Tabellenführer in Barcelona viele neue Modifikationen für den F1.08 testet, arbeitet man in München und Hinwil schon am F1.09. Schließlich soll auch die nächste Saison so erfolgreich verlaufen, wie es die aktuelle bisher tat.

"Wir mussten hier deutlich früher anfangen als üblich", sagte BMW Motorsportdirektor Mario Theissen über die Entwicklungsarbeit für das kommende Jahr. "Denn wir haben im nächsten Jahr 2009 zum einen ein völlig neues Aero-Reglement, das mit dem, was heute auf den Strecken herumfährt, sehr wenig zu tun hat." Das bedeutet: viel weniger Abtrieb und ein völlig anderes Fahrverhalten.

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KERS ist "die große Unbekannte

Die neue Aerodynamik ist aber nur eine von drei Herausforderungen, die im kommenden Jahr auf die Formel-1-Teams warten. Die Königsklasse kehrt zurück zu den Slick-Reifen - und dann war da noch das Rückgewinnungssystem KERS. "Das ist derzeit wohl die größte Unbekannte", so Theissen. "Wir arbeiten hier mit Hochdruck daran, es für das erste Rennen rennfertig zu kriegen. Es ist ein sehr faszinierendes Projekt, das ich vorbehaltlos unterstütze, denn es wird die Formel 1 wieder in die Position bringen, ein echter Vorreiter für Serientechnologien zu sein."

"Was dabei herauskommt, sprengt einfach die bisherigen Vorstellungen von der Leistungsdichte und Leistungsfähigkeit eines Hybrid-Antriebs."
Mario Theissen

Bereits jetzt klopfen die Kollegen aus der BMW Serienproduktion bei der Formel-1-Abteilung an, um die Erkenntnisse in Sachen Energierückgewinnung auch für die Serienmodelle zu nutzen. "Wir können einfach größere Risiken gehen, wir können schneller entwickeln", sagte Theissen über die Synergieeffekte. "Und was dabei herauskommt, sprengt einfach die bisherigen Vorstellungen von der Leistungsdichte und Leistungsfähigkeit eines Hybrid-Antriebs."

Die Entwicklung von Systemen wie KERS bedeute für die Automobilbranche einen "richtigen Quantensprung", fuhr der Motorsportdirektor fort. "Dabei geht es um Motorgenerator-Konzepte, um elektrische Speicher und Leistungselektronik für Hybrid-Antriebe. Es wird etwas kommen, was für die Serienproduktion hoch interessant ist." Über Details könne man aber zum bisherigen Zeitpunkt nicht sprechen, so Theissen weiter.

Kampf um jeden Windkanal-Tag

Für die Entwicklungsarbeit am KERS-System für 2009 stünden im Formel-1-Team die nötigen Ressourcen zur Verfügung, da die Motorenentwicklung eingefroren ist, erklärte Theissen. Anders sei es bei der 2009er-Aerodynamik, die parallel zum diesjährigen Auto entwickelt wird. "In der Aerodynamik wird es einen Kampf geben um jeden Windkanal-Tag, um Simulationsprogramme - arbeiten wir dort für 2008 oder 2009?"