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Alonso-Gerüchte: Sollte BMW zuschlagen?

17. April 2008 - 10:44 Uhr

Fernando Alonso könnte ab 2009 ein Kandidat für das BMW Sauber F1 Team sein - Pro und Contra unserer Experten - Mario Theissen dementiert

Fernando Alonso
Fernando Alonso kann sein Talent bei Renault derzeit nicht voll ausspielen
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - 2005, 2006 und 2007 hat Fernando Alonso sieben, sieben beziehungsweise vier Grands Prix gewonnen. Er wurde in drei Jahren zweimal Weltmeister und schrammte im dritten am WM-Titel nur um zwei Punkte vorbei. Ganz anders das Bild 2008: Nach drei Rennen hat er gerade mal sechs Zähler auf dem Konto - den vierten Platz beim Saisonauftakt in Australien kann man fast als Glückstreffer bezeichnen.

Renault hat es nicht geschafft, die Probleme des Vorjahres hinter sich zu lassen und für den zweifachen Champion ein Auto zu bauen, das seinem Ausnahmekönnen entspricht. Und weil Alonso selbst über die Medien immer wieder (gezielt?) damit spielt, dass seine Zukunft im Team trotz eines Zweijahresvertrags nicht in Stein gemeißelt sei, fragen sich viele jetzt schon: Wo fährt er 2009, wenn die sportliche Renault-Krise nicht aufhört?

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Alonso liebäugelt mit Ferrari

"Ich habe manchmal das Gefühl, dass Alonso im Rennen ein bisschen lustlos fährt."
Marc Surer

Es ist kein Geheimnis, dass der 26-Jährige am liebsten bei Ferrari andocken würde, aber dort stehen Kimi Räikkönen bis Ende 2009 und Felipe Massa bis Ende 2010 unter Vertrag. Also wurde in der medialen Gerüchteküche die Idee geboren, Alonso nach München zu schreiben - ins BMW Sauber F1 Team. Wo diese Spekulationen herkommen, ist völlig unklar, aber eines steht fest: "Nicht von mir", so BMW Motorsport Direktor Mario Theissen.

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass Alonso ohne eine Veränderung der Situation die Lust verlieren könnte, auch wenn er noch so oft betont, wie viel Spaß ihm das Rennfahren im Mittelfeld macht. Aber Siegertypen wollen eben gewinnen: "Da muss was passieren", vermutet 'Motorsport-Total.com'-Experte Marc Surer. "Es bleibt die Hoffnung, dass das Update für Barcelona ein Fortschritt ist, aber ich habe jetzt schon manchmal das Gefühl, dass Alonso im Rennen ein bisschen lustlos fährt."

Aus seiner Sicht würde Alonso für BMW Sinn machen: "BMW braucht irgendwann jemanden, von dem man weiß, dass er gewinnt, wenn er das richtige Auto hat. Die zwei Fahrer, die sie jetzt haben, sind vielleicht gleich gut oder sogar besser als Alonso, aber das weiß man erst in dem Moment, in dem einer im Auto sitzt, der weiß, wie man Rennen gewinnt. BMW braucht früher oder später einen Toppiloten, um Gewissheit zu haben, denn die hat man vorher nicht", so der Schweizer.

Theissen steht zu Heidfeld/Kubica

"In der Formel 1 sind keine Nasenbohrer unterwegs. Wer da hingekommen ist, der kann das."
Mario Theissen

Doch Theissen will sich von dieser Überlegung nicht anstecken lassen: "Ich glaube, dass wir Fahrer brauchen, denen wir zutrauen, Weltmeister zu werden, wenn das Auto es zulässt", stellte er sich am Dienstag in München hinter seine aktuellen Piloten Nick Heidfeld und Robert Kubica. "Was sie vorher gemacht haben, ist sekundär, weil in der Formel 1 ja keine Nasenbohrer unterwegs sind. Wer da hingekommen ist, der kann das."

Sollte die Variante BMW ein reines Gedankenspiel bleiben und Renault den Anschluss an die Spitze nicht bald finden, dann gehen Alonso die Optionen aus. Ferrari ist (voraussichtlich) zu, eine Rückkehr zu McLaren-Mercedes gilt als undenkbar - und alles andere wäre wohl kein Fortschritt. Daher fragt sich auch unser zweiter Formel-1-Experte, Hans-Joachim Stuck: "Wenn es nicht vorwärts geht, wird er aussteigen, nur: Wo geht er dann hin?"

Stuck rät Theissen von Alonso ab

Mario Theissen und Robert Kubica
Mario Theissen sieht keine Veranlassung, einen seiner Fahrer auszuwechseln
© BMW

Der ehemalige Grand-Prix-Pilot und heutige Volkswagen-Berater rät Theissen tunlichst davon ab, "Zickenfuzzi" Alonso unter Vertrag zu nehmen. Der Spanier könnte mit seinen Macken nämlich Unruhe ins Team bringen, befürchtet Stuck: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass BMW einen Alonso nimmt. Er passt nicht zum Konzept von Mario Theissen, der echte Teamplayer braucht und keine Egoisten."

Und weiter: "Für mich macht eher Sinn, dass er mit Ferrari in Verbindung gebracht wird, aber dann muss dort einer über die Klinge springen. Vielleicht kann er bei Toyota Jarno Trulli ersetzen, aber dann wird es auch schon eng für ihn", analysiert der 'Motorsport-Total.com'-Experte die Situation. "Ich glaube, er muss sich halt damit abfinden. Jetzt zu prognostizieren, wo er hingehen wird, ist jedenfalls noch etwas früh."