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Whitmarsh will kein Judas sein

03. März 2008 - 10:32 Uhr

Ron Dennis' designierter Nachfolger Martin Whitmarsh betont erneut, das nichts entschieden sei: "Weder er noch ich stehen unter Druck"

Martin Whitmarsh
Martin Whitmarsh betont, er habe es nicht eilig, McLaren-Chef zu werden
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Bleibt er? Geht er? Das Thema Ron Dennis beherrschte auch am Wochenende die internationalen Formel-1-Medien von Großbritannien bis Australien. Die renommmierte 'Sunday Times' hatte berichtet, der McLaren-Teamchef habe sich angeblich zum Rücktritt entschlossen. Das könne in dieser Woche offiziell bekannt geben werden.

Davon, dass McLaren Druck auf Dennis ausübe, ist inzwischen keine Rede mehr. Das wurde auch von allen Seiten - von McLaren über Mercedes bis hin zu Dennis selbst - dementiert. Der Chef entscheide ganz allein, ob und wann er geht, wird immer wieder betont.

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Dennis' rechte Hand und designierter Nachfolger Martin Whitmarsh wiederholte das jetzt nochmals im Interview mit dem 'Guardian'. "Es ist ausschließlich - und ich betone das Wort 'ausschließlich' - seine Entscheidung, ob er eine andere Rolle übernimmt oder nicht", so Whitmarsh.

"Ich bin seit 19 Jahren bei McLaren und unglaublich geduldig."
Martin Whitmarsh

Er selbst habe es nicht eilig, den Job des Teamchefs bei McLaren zu übernehmen, betonte Whitmarsh. "Weder er (Ron Dennis; Anm. d. Red.) noch ich stehen unter Druck. Ich bin seit 19 Jahren bei McLaren und unglaublich geduldig. Und ich habe nicht vor, der Judas zu sein, der Ron das Messer in den Rücken stößt", verglich er bildhaft - wenn auch historisch nicht ganz korrekt.

Sollte Dennis in dieser Woche wirklich seinen Rücktritt bekanntgeben, würde sein treuer Mitarbeiter Whitmarsh einen großen Karriereschritt nach vorn machen. Dann wäre er der Chef eines Unternehmens, in dem er vor langer Zeit angefangen und viel dazu gelernt hat. Denn als er 1989 nach Woking kam, hatte er vom Rennsport noch nicht viel Ahnung.

"Ich wurde damals als Nachfolger des Technischen Direktors Gordon Murray, eines sehr angesehenen Ingenieurs, eingestellt. Aber in Wirklichkeit konnte ich damals das vordere Ende eines Rennwagens nicht vom hinteren Ende unterscheiden", gab der heute 49-jährige Whitmarsh zu. "Deshalb entschied ich mich dafür, als 'Chefkoordinator' zu fungieren. Ich hatte das Gefühl, dass die Bezeichnung 'Technischer Direktor' nicht passend gewesen wäre."