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Whitmarsh: Ferrari hat uns das Leben einfach gemacht

21. März 2008 - 13:18 Uhr

Der Geschäftsführer von McLaren auf der Pressekonferenz über das Thema Kundenautos, Heikki Kovalainen und die Performance von Ferrari

Martin Whitmarsh
Martin Whitmarsh: McLaren-Mercedes kann mit und ohne Kundenautos leben
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Frage: "Wen haben Sie in Australien als Ihre Gegner eingestuft, und hat sich diese Einschätzung als falsch herausgestellt?"
Whitmarsh: "Natürlich hat Ferrari während des gesamten Winters ein sehr starkes Tempo angeschlagen und wir erwarteten, dass sie die Gegner sein würden. Sie fuhren etwas neben der Spur, was vielleicht für uns alle Glück war. In der Realität war dieser Sieg für uns etwas komfortabler als erwartet."

"Wir waren in der Lage, aus den Safety Car-Phasen so viel wie möglich zu machen. Wir holten Lewis beide Male früh rein. Wir holten Heikki beim ersten Mal früh rein, aber beim zweiten Mal nicht früh genug. Wir hatten es komfortabel unter Kontrolle."

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"Wir geben uns keiner Illusion hin."
Martin Whitmarsh

"Aber wir geben uns keiner Illusion hin und ich denke, dass es heute klar wurde, dass Ferrari sehr stark ist. Und im Moment werden sie unser Hauptgegner sein oder wir ihrer. Aber wir nehmen nichts als garantiert an. Alle anderen Teams werden sich verbessern und es wird hart sein, sie im Verlauf der Saison immer zu besiegen."

Frage: "Was ist mit Heikki, er hat vielleicht die Erwartungen übertroffen?"
Whitmarsh: "Heikki hat einfach fantastische Arbeit geleistet und heute erneut einen sehr soliden Tag gehabt. Er hatte ein sehr schwieriges vergangenes Jahr, wenn man an Australien 2007 denkt. Als er da erst einmal raus war, hat er sich während eines schwierigen Jahres kontinuierlich gesteigert, er hat sein Selbstvertrauen wieder aufgebaut, seine Zuversicht und seinen Stolz ebenso."

"Als er zu McLaren kam, an die Seite von Lewis, bedeutete dies viel Druck. Er hat wirklich fantastische Arbeit geleistet, und um ehrlich zu sein, wenn das Safety Car nicht gewesen wäre, dann wäre es ein sehr, sehr starker zweiter Platz gewesen."

"Wir hätten ihn natürlich nicht in das Team gebracht, wenn wir nicht daran geglaubt hätten, dass er über das notwendige Potenzial verfügt."
Martin Whitmarsh

"Hier hat er erneut einen sehr soliden Tag gehabt. Wir sind über Heikki absolut erleichtert. Wir hätten ihn natürlich nicht in das Team gebracht, wenn wir nicht daran geglaubt hätten, dass er über das notwendige Potenzial verfügt. Ich denke jedoch, dass er vielen Leuten bewiesen hat, dass er Rennen gewinnen kann, und ich bin mir sicher, dass er dies im Verlauf des Jahres tun wird."

Frage: "Sie befürchten nicht, dass Sie dieselben Probleme wie im vergangenen Jahr haben? Wie unterscheidet sich seine Herangehensweise?"
Whitmarsh: "Im Team herrscht im Moment eine fantastische Atmosphäre und ich denke, dass jeder schon die Erfahrung gemacht hat, dass Heikki eine sehr ehrliche Person ist. Er ist ein sehr enthusiastischer und offener Mensch und der Teamgeist ist großartig."

"Wenn er beginnt, sogar noch konkurrenzfähiger zu werden, dann denke ich, dass uns der Teamgeist dies durchstehen hilft, aber man weiß nie. Uns ist im vergangenen Jahr das Gegenteil bewiesen worden, aber ich hoffe, dass wir dieses Mal von beiden Fahrern eine sehr starke Saison sehen werden."

Frage: "Was sagen Sie zur Diskussion um die Kundenautos?"
Martin Whitmarsh: "Ich denke, dass sich die Formel 1 philosophisch betrachtet um Konstrukteure dreht, die ihre eigenen Autos designen. Ich denke jedoch, dass wohl bekannt ist, dass wir eine sehr pragmatische Sicht haben. Als es vor einem Jahr danach aussah, als könne man in der Formel 1 ein Kundenauto haben, da arbeiteten wir sehr intensiv mit Prodrive zusammen. Wir versicherten uns bei der FIA, bevor wir uns dieses Programms annahmen."

"Die Meinungen haben sich im Verlauf des Jahres geändert, ansonsten wären wir wohl hier gewesen und hätten unsererseits selbst ein Kundenteam unterstützt, wir können also diesbezüglich nicht allzu heuchlerisch sein."

"Wir benötigen unabhängige Teams."
Martin Whitmarsh

"Die Realität ist, dass wir in der Formel 1 ein starkes Fahrerfeld brauchen. Wir benötigen unabhängige Teams wie Gerhards, um zu überleben. Ich denke, dass es an den größeren Teams und den Automobilherstellern und der FIA liegt, zusammen zu arbeiten und sicher zu stellen, dass wir einen Sport haben, in dem wir viele Teams haben können."

Frage: "Seitdem wir in der Formel 1 sind, besagen die Regeln klar, dass die Autos selbst von den Teams gebaut werden müssen. Sie haben gesagt, dass Sie die FIA diesbezüglich gefragt und von ihr grünes Licht erhalten haben. David Richards hat ein ziemlich gutes Paket aufgestellt und dann hat wohl jemand seine Meinung geändert. Ich frage mich, ob Sie es in Betracht gezogen haben, ihre Rechtsanwälte zu konsultieren und Sie oder David Richards sich um eine kleine Entschädigung bemühen?"
Whitmarsh: "Historisch wurde im Concorde Agreement definiert, dass es Konstrukteure geben muss, und das Concorde Agreement lief aus und am Ende des vergangenen Jahres gab es aus diesem Grund eine andere Meinung. Es gab ein paar Teams, die glaubten, dass die Bedingungen des Concorde 2008 und danach weiterhin gültig sind, und manche taten dies nicht. Wir ersuchten eine Klarstellung."

"Ich denke, dass wir es gegenüber allen auf eine sehr offene Art und Weise getan haben. Wir erklärten, dass wir in Bezug auf die Philosophie Bedenken über Teams zweiten Rangs in der Formel 1 haben. Pragmatisch sahen wir die Möglichkeit, Teams zu helfen, erfolgreich zu sein, und die Startaufstellung zu verstärken. Deshalb haben wir diesen Weg eingeschlagen."

"Schlussendlich haben meiner Meinung nach verschiedene Meinungen die Oberhand gewonnen und wir haben das akzeptiert."
Martin Whitmarsh

"Schlussendlich haben meiner Meinung nach verschiedene Meinungen die Oberhand gewonnen und wir haben das akzeptiert. Ich denke, dass wir nun nach vorn schauen müssen. Ich glaube, dass man in der Formel 1 in alle möglichen Ansichten hineingezogen werden kann und ich denke, dass einer der Lektionen des vergangenen Jahres für McLaren im besonders jene war, dass man solche Dinge vergessen und weitermachen muss."

"Wir treten in der Formel 1 an und sind momentan glücklich, dabei zu sein. Von Zeit zu Zeit haben verschiedene Leute unterschiedliche Ansichten darüber, wie sich die Formel 1 entwickeln sollte, und vielleicht muss sie ihre Richtung ändern. Vielleicht werden Kundenteams akzeptiert werden. Ich denke, dass dies die Diskussion ist, die die Formel 1 führen muss."

Frage: "Wer hat seine Meinung verändert und warum?"
Whitmarsh: "Ich denke, dass dies eine Frage der Interpretation war. Das aktuelle Concorde Agreement lief am Ende des Jahres aus - was uns und ich denke, was die FIA betrifft. Concorde führte die Vorschriften, auf die Sie sich beziehen, aber es gab andere, die argumentierten - und ich denke, erfolgreich argumentierten -, dass die Vorschriften im Concorde Agreement Bestand haben sollten, da sie verschiedene Vereinbarungen unterzeichnet hatten."

"Man muss daran denken, dass verschiede Teams verschiedene Vereinbarungen mit der FIA und der FOM unterzeichnet haben und verschiedene Leute Interpretationen daraus ableiteten, wie wir weitermachen sollten. Es war unsere Ansicht, dass wir ein zweites Team ausrüsten würden, wenn es die Möglichkeit geben würde. Aber als die Leute uns schlussendlich sagten, dass es diese nicht gibt, akzeptierten wir dies ebenfalls."