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Vettel vor der Reifeprüfung

11. März 2008 - 11:12 Uhr

Sebastian Vettel startet in Melbourne in seine erste komplette Saison - Michael Schumacher: "Potenzial zum Weltmeister"

Sebastian Vettel
Sebastian Vettel startet in Melbourne in seine erste richtige Saison
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com/sid) - Jung, frisch, unbekümmert: Wer Sebastian Vettel beobachtet, kommt aus dem Staunen nicht raus. In der so unwirklichen Formel-1-Welt ist der 20-Jährige anders als viele der Fahrerkollegen. Kein Star-Gehabe, keine patzigen Kommentare, dafür immer ein Lausbubenlächeln im Gesicht und durchdachte Aussagen mit Charme und Witz.

Da passt es, dass der Bubi-Schumi, wie Vettel unlängst von der 'Bild'-Zeitung getauft wurde, als einziger Fahrer keinen Manager hat. Kann das gutgehen? Die Antwort ist typisch für den Jungspund. "Bis jetzt bin ich überall noch rechtzeitig hingekommen und stand auch sonntags bei meinen Rennen pünktlich in der Startaufstellung", sagt Vettel im 'sid'-Interview. Es gebe vor seiner ersten kompletten Formel-1-Saison keinen Grund, warum sich daran in näherer Zukunft etwas ändern sollte.

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Auf den WM-Auftakt am Sonntag (5.30 Uhr MEZ/live bei 'Premiere' und 'RTL') in Melbourne freut sich Vettel besonders, "weil mir nicht nur das Rennen, sondern das ganze Drumherum gefällt". 2007 holte er als Teilzeit-Arbeiter bei Toro Rosso immerhin sechs WM-Punkte. Was ist sein Ziel für diese Saison? Vettel: "Wenn ich mehr holen kann, ist das ein Schritt nach vorne. Ich möchte mich auf keinen Fall verschlechtern."

"Wichtig ist, dass ich mit mir selbst nach jedem einzelnen Rennen zufrieden sein kann."
Sebastian Vettel

Er wolle an jedem Rennwochenende das Maximale aus dem Auto und aus sich herauszuholen, um im Rennen perfekt dazustehen. Ob das dann Platz acht oder weiter hinten sei, werde sich zeigen. "Wichtig ist, dass ich mit mir selbst nach jedem einzelnen Rennen zufrieden sein kann", sagt der Heppenheimer betont vorsichtig.

Die Formel-1-Prominenz hat Vettels Qualitäten längst erkannt. "Der Junge hat's drauf, aus dem wird mal ein ganz Großer", meint Toro-Rosso-Mitbesitzer Gerhard Berger. Das größte Lob gab es aber vom erfolgreichsten Rennfahrer aller Zeiten. Vettel sei für ihn der kommende Weltmeister, sagt kein Geringerer als Michael Schumacher, dessen sieben WM-Titel wohl für immer unerreicht bleiben. Das sei für ihn überhaupt keine Frage, "natürlich hat er das Potenzial dazu".

"Ich denke, ich habe noch viel zu lernen und muss viel an mir arbeiten."
Sebastian Vettel

Aufhorchen ließ Vettel die Fachwelt erstmals, als er 2007 in Indianapolis als jüngster Fahrer überhaupt WM-Punkte holte. Damals war er noch als Ersatz für den verletzten Stammpiloten Robert Kubica (Polen) bei BMW-Sauber zum Zug gekommen. Der Erfolg ist ihm nicht zu Kopf gestiegen. "Ich denke, ich habe noch viel zu lernen und muss viel an mir arbeiten", sagt Vettel erfrischend ehrlich: "Von daher muss ich in allen Bereichen zulegen."

In den ersten Rennen 2008 muss Vettel mit einem überarbeiteten Gebrauchtwagen über die Runden kommen. Das sei so geplant gewesen, dass sein Team mit einer Evolution des alten Autos starte, erklärt der 20-Jährige. Neu ist dafür der Teamkollege. Das sei ein netter Kerl, ganz schwer in Ordnung, sagt Vettel über den Franzosen Sebastien Bourdais. Er hofft, dass er viel von ihm lernen kann, schlagen wolle er ihn aber trotzdem immer.

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